Ludwigshafen Zusätzliches Training trägt Früchte
«MUTTERSTADT.» Die Reise zu den Europameisterschaften im georgischen Batumi hat sich für Nina Schroth gelohnt. Die Athletin des AC Mutterstadt krönte ihre Leistung mit zwei Silbermedaillen (Zweikampf, Reißen) und einer Bronzemedaille (Stoßen). Das war ihre beste internationale Platzierung.
Schon viele nationale und internationale Medaillen hat die 27-jährige Lachen-Speyerdorferin im Laufe ihrer Karriere gewonnen. Höhepunkte wie der Gewinn der U23-Europameisterschaft 2013, aber auch Tiefen wie die verpasste Olympiateilnahme 2016, haben ihre Laufbahn geprägt. Aufgegeben hat Kämpferin Schroth nie. Dabei musste die gelernte Bankkauffrau viele Rückschläge hinnehmen. Seit einiger Zeit gehört die Athletin nicht mehr einem Kader des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber an. Eine Maßnahme, die wegen ihrer Erfolge Gewichtheberfans schwer zu vermitteln ist. Ihr großes Ziel bleibt die Teilnahme an den Olympischen Spielen im nächsten Jahr in Tokio. Dafür hat sie ihr Arbeitspensum bei der Sparkasse Rhein-Haardt auf 20 Stunden in der Woche reduziert. Mit ihrem Heimtrainer Rainer Dörrzapf will sie sich Schritt für Schritt mit großer Trainingsintensität weiter entwickeln. Dieses Engagement hat sich für Schroth in Georgien ausgezahlt. In der allerdings nicht olympischen 81-kg-Gewichtsklasse lieferte sie einen fast perfekten Wettkampf ab. Im Reißen war sie mit 102 Kilogramm nur ein Kilo unter ihrer Bestleistung. Im Stoßen meisterte sie 120 kg im zweiten Versuch. 123 kg, das wäre eine neue Bestleistung gewesen, brachte sie auch zur Hochstrecke. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen wurde der Versuch mit 2:1 Kampfrichterstimmen jedoch ungültig gegeben. Sonst hätte die deutsche Nationalheberin den Titel im Zweikampf vor der Griechin Eleni Konstantinidi perfekt gemacht. „Im ersten Moment war es ärgerlich. Ich freue mich aber über die drei Medaillen und meine Gesamtleistung“, sagte Schroth. Ihre prima Vorstellung führte zur Aufnahme in das Team Tokio der Metropolregion Rhein-Neckar. Das freut auch Patrick Fassott, den Präsidenten des Gewichtheberverbandes Rheinland-Pfalz: „Es hat mir sehr gut gefallen, wie sich Nina bei der EM präsentiert hat. Das spricht für ihre Klasse.“ Über einen EM-Titel freute man sich beim AC Mutterstadt besonders. Der italienische Bundesligaheber Antonino Pizzolato entschied die 81-Kilo-Konkurrenz mit 356 Kilogramm im Zweikampf (160/201) für sich. AC-Heber Max Lang belegte bei starker Konkurrenz Platz neun (154/187 ). Lisa Marie Schweizer glänzte in der 64- kg-Klasse mit Bestleistungen von 93 kg im Reißen und 111 kg im Stoßen. Sie wurde Elfte. Tabea Tabel musste wegen Rückenproblemen passen.