Ludwigshafen Zur Sache: Verpestete Luft, gefährliche Gase und die Folgen für die Gesundheit

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Die vor allem von Dieselfahrzeugen verursachte Stickstoffdioxid-Belastung ist ein zunehmendes Problem für deutsche Ballungszentren. An vielen der rund 500 Messstellen bundesweit wird der EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel überschritten, an bestimmten Tagen sogar erheblich. In Nordrhein-Westfalen war das im Vorjahr an fast jeder zweiten Messstelle der Fall. Besonders betroffen ist auch Stuttgart wegen seiner Kessellage. In Ludwigshafen gibt es drei Messstellen: in Oppau (Horst-Schork-Straße), Mundenheim (Giulini-Knoten) sowie in der Stadtmitte (Heinigstraße). Ein neuralgischer Punkt ist eben jene vierspurige Heinigstraße, die täglich im Schnitt 28.900 Fahrzeuge passieren. Hier wurde der zulässige Grenzwert im Jahresmittel 2016 um sechs Mikrogramm pro Kubikmeter übertroffen. Eine entsprechende Statistik wurde dem Umweltausschuss am 26. April von der Verwaltung präsentiert. In einem bundesweiten Ranking (siehe Grafik) belegt Ludwigshafen an dieser Messstation Rang 27. Wie 130 andere deutsche Städte hat Ludwigshafen innerhalb eines sogenannten Vertragsverletzungsverfahrens an die Bundesregierung ein Mahnschreiben wegen „anhaltender übermäßiger Luftverschmutzung“ erhalten. Fristverlängerungen wurden von der EU „wegen unzureichender Angaben“ abgelehnt. Ludwigshafen, dessen Verantwortliche bereits eine Stellungnahme ans Bundesumweltministerium geschickt haben, steht damit nicht alleine: 32 weitere Kommunen – darunter Mannheim – hatten derlei Fristaufschübe gefordert. Auf Grundlage der nachgereichten Unterlagen entscheidet die EU nun, ob sie Klage einreichen wird, die sich dann in einer Art Paketlösung gegen die Bundesrepublik richten würde. Zur Heinigstraße schränkt Umweltbereichsleiter Rainer Ritthaler ein, dass die Situation vor Ort extrem und nicht auf die ganze Stadt übertragbar sei. „Das betrifft nur zwei Prozent des Hauptstraßennetzes.“ Stickstoffdioxide – kurz Stickoxide – sind gasförmige Verbindungen, die aus Stickstoff- und Sauerstoffatomen bestehen. Sie entstehen als Nebenprodukt beim Verbrennen, vor allem in Automotoren. Dieselmotoren stoßen mehr aus als Benziner. Experten warnen bereits vor dem Kauf von Diesel-Pkw und rechnen langfristig mit Fahrverboten, auch in Mannheim und Ludwigshafen. Im April ist die Anzahl der neu zugelassenen Diesel-Pkw um knapp ein Fünftel eingebrochen. Stickstoffoxide reizen die Atemwege, was insbesondere für Asthmatiker problematisch ist. Sie schädigen Schleimhäute, reizen die Augen, können die Lungenfunktion beeinträchtigen und zu chronischen Herz-Kreislauferkrankungen führen. Stickstoffoxide können auch Pflanzen schädigen. Der Europäischen Umweltagentur zufolge hat Stickstoffoxid im Jahr 2012 zu 10.400 Todesfällen geführt. Neuere Zahlen liegen nicht vor. |ier

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