Mannheim Zuckersüße Plastikpinguine in der Kunsthalle

135 Heliumballons in Baby-Pinguin-Optik: „The Birds“.
135 Heliumballons in Baby-Pinguin-Optik: »The Birds«.

Eine sehr überraschende Installation zeigt die Kunsthalle Mannheim in der Reihe „Fokus Sammlung“: „The Birds“ von Benedikte Bjerre.

Egal wie schlecht die Laune ist und wie groß der Stress: Alle negativen Gedanken und Gefühle lösen sich sofort in Luft auf, sobald man den Kubus 2 betreten hat. Man kann diese Pinguine gar nicht nicht mögen. Exakt 135 Exemplare von ihnen stehen, einzeln, paar- und grüppchenweise, im Raum und verändern ihren Standort bei jedem noch so kleinen Luftzug.

Erinnerungen an Duchamp

Die dänische Künstlerin Benedikte Bjerre, Jahrgang 1987, hat „The Birds“ geschaffen. Ihre Installation besteht aus Heliumballons in niedlicher Baby-Pinguin-Optik. Aber, wir sind in einem Museum, natürlich sind sie nicht einfach nur süß. „Bjerre bezieht sich auf das Konzept des Ready-made von Marcel Duchamp“, erklärt die Kuratorin und stellvertretende Direktorin der Kunsthalle, Luisa Heese, das angekaufte Werk. Der französische Maler, Bildhauer und Konzeptkünstler Duchamp (1887-1968) hatte 1917 ein Urinal aus Porzellan zum Kunstwerk erklärt. Und Fragen aufgeworfen, die heute noch relevant sind: Wann ist ein Alltagsgegenstand ein Kunstwerk? Welchen Wert hat ein Objekt? Und für Bjerres Arbeit kann man ergänzen: Sind Pinguine noch süß, wenn sie aus Plastik hergestellt und massenhaft reproduziert wurden? Und sollte man sie nicht lieber in der Natur anschauen als im Museum?

„The Birds“ sind bis Mitte 2026 im Hector-Bau zu sehen.

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