Ludwigshafen Wochenspiegel:

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Zum Auftakt der tollen Tage hat Rheingönheims Ortsvorsteherin Julia Appel eine Nachricht verkündet, die mancher im ersten Moment für einen Fasnachtsscherz gehalten haben mag. Die SPD-Stadträtin legt knapp drei Jahre nach ihrer Wahl ihr Ehrenamt nieder. Und zwar sofort. Die 32-Jährige führt berufliche Gründe für ihren Schritt an: Sie wechselt aus einer Anwaltskanzlei zum Energieversorger TWL. Als Juristin bei der städtischen Tochter darf sie laut Gemeindeordnung nicht gleichzeitig ehrenamtliche Ortsvorsteherin sein. Dass Appel die Karrierechance nutzt, leuchtet ein. Undurchsichtig bleibt hingegen, warum sie ihren Stadtteil und die ehrenamtlichen CDU- und FDP-Mitstreiter im Ortsbeirat erst wenige Tage vor ihrem Abgang aus dem Gemeindehaus informierte. Und das nicht einmal persönlich. Respektvolles Miteinander geht anders. Sehr persönlich und voller Respekt war gestern Vormittag der Abschied von Peter Friedrich als Chef der Ludwigshafener Berufsfeuerwehr. Seine Kollegen haben aus der Turnhalle der Feuerwache Nord einen schmucken Festsaal gemacht, der sogar mit Teppich ausgelegt war. Und die Fahrzeughalle wurde kurzerhand zur Essens- und Getränkeausgabe umfunktioniert. Alles war perfekt organisiert. Ein echter Hingucker war auch der Film, in dem sich die Feuerwehrleute von ihrem langjährigen Vorgesetzten verabschiedeten. Wer das alles gestern miterlebt hat, dem wurde schnell klar: Hier geht ein Großer. Die illustre Gästeschar mit Besuchern aus den Partnerstädten in den USA und Frankreich unterstrich dies ebenfalls. Fazit des gestrigen Tages: Wer so verabschiedet wird, hat alles richtig gemacht. Er wird Ludwigshafen fehlen, „Friedrich der Große“. Routiniert hat BASF-Chef Kurt Bock gestern die Bilanzkonferenz des Chemiekonzerns abgewickelt, ist keiner Frage ausgewichen und gab sich ungewohnt selbstkritisch. Der 58-Jährige, der Mitte Februar erstmals Opa geworden ist, hat zudem glaubhaft versichert, dass das Unternehmen alles daran setzen wird, das BASF-Unglück im Nordhafen vollständig aufzuklären – und daraus seine Lehren zu ziehen, falls das Ergebnis der Ermittlungen entsprechend ausfällt. Dass Bock den Dialog mit den Nachbarn ausbauen will, klingt vielversprechend. Vor dem nächsten Termin im April sollte die BASF aber erst mal ihre Hausaufgaben machen. Viele Fragen, die beim letzten Bürgerforum in Oppau schriftlich eingereicht wurden, blieben bis gestern – fast drei Monate danach – unbeantwortet. Kritisieren zumindest einige Anwohner. C. Vopat, M. Schmid & S. Gierescher

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