Handball
„Wir brauchen jetzt vor allem Hilfe für den Kopf“
Nach dem Schlusspfiff vor den rund 50 Zuschauern herrschte im TSG-Sportzentrum auf der einen Seite konsternierte Stille, während die Sobernheimer Spielerinnen ihre Freude über den dritten Saisonsieg kaum fassen konnten. Buschsieper rang dementsprechend lange um Worte, ehe er druckreife Worte fand: „Ich kann mich an keine Niederlage erinnern, die mich so sehr mitgenommen hat“, sagte er angesichts der 60 vorangegangenen Minuten, „Das war durch die Bank nichts.“ Er vermisste vor allem die richtige Einstellung in der Abwehr. Die mangelhafte Chancenverwertung begleitet die Friesenheimerinnen schließlich schon die gesamte Saison über. „Ich glaube, wir brauchen jetzt vor allem Hilfe für den Kopf.“
Tatsächlich liefen die Gastgeberinnen von Beginn an einem Rückstand hinterher, schafften es nicht, die Konzentration gegen die entnervend langen Angriffe der Gäste hochzuhalten. „In der Abwehr war das ein Kollektivversagen“, fasste Buschsieper zusammen. Immer wieder gelangen den Sobernheimerinnen Anspiele an den Kreis, die entweder zu direkten Treffern oder zumindest zu Siebenmetern für die Gäste führten, weil die TSG-Damen fast systematisch an diesem Abend immer ein bis zwei Schritte zu spät reagierten. Die Schuld daran wies Buschsieper von sich: „Ich habe wirklich vor, in und nach jedem Training und bei jeder einzelnen Besprechung darauf hingewiesen, dass wir den HSV nicht unterschätzen dürfen.“
Ein Gefühl der Ohnmacht
Seine Worte prallten offensichtlich ungehört an den Spielerinnen ab. Sie lagen im ersten Durchgang mit bis zu fünf Toren (6:11, 20.) im Hintertreffen und verkürzten nur durch eine Energieleistung bis zur Pause auf einen Treffer (13:14).
Viel mehr sollte aber auch nach dem Seitenwechsel nicht mehr gelingen. Lucy Sulta glich aus (16:16, 34.). Eine Minute später war es Angelina Schreyer und zuletzt Lara Schneider zum 27:27 (56.). Wirklich das Gefühl einer Wende verspürte der TSG-Trainer auf der Bank trotzdem nicht. „Es war eher ein Gefühl der Ohnmacht“, kommentierte er süßsauer.
Das Gefühl trog ihn nicht. Zweimal hatten die Friesenheimerinnen die Chance auf die Führung, gar auf das 29:27. Beide Male landete der Ball nicht im Tor. Stattdessen traf Sobernheim zwei Mal. „Wir standen uns schon gegen Köllertal und Bassenheim selbst im Weg, aber das heute war in dieser Hinsicht der Gipfel“, schimpfte Buschsieper deshalb.
So spielten sie
TSG Friesenheim: Little, Funke – Freitag (8/1), Schneider (4), Heidger (3) – Sulta (2), Walburg (2) – Schreyer (5/1) – Tack, Etzel, Scheid (3), Schütz, Michel, Kerth - Spielfilm: 2:5 (10.), 6:11 (20.), 13:14 Hz., 17:17 (35.), 21:25 (48.), 27:27 (56.), 27:31 Ende - Zeitstrafen: 2:0 – Siebenmeter: 4/2 – 12/9 – Beste Spieler: Schneider – Teuscher, Bamberger - Zuschauer: 50 – Schiedsrichter: Egler/Weißbrod (Nordsaar/Köllertal).