Ludwigshafen „Wie konnten wir dieses Spiel verlieren?“

Ludwigshafen. Nur der ASV Fußgönheim II bleibt Spitzenreiter ASV Edigheim auf den Fersen. Die Gäste siegten gestern im Spitzenspiel der Fußball-B-Klasse Rhein-Pfalz-Süd bei der Reserve des Ludwigshafener SC mit 2:0 (1:0).

Verblüffte Blicke bei den Gastgebern nach dem Schlusspfiff des sehr guten Schiedsrichters Peter Nickel: „Wie konnten wir dieses Spiel verlieren?“, schienen sie sich und die Zuschauer zu fragen. Immerhin hatte der Ludwigshafener SC die Partie fast über die kompletten 90 Minuten bestimmt und stand nach der ersten Saisonniederlage dennoch mit leeren Händen da. Die einfachste Antwort gab Spielertrainer Markus Vanselow: „Wir machen unsere Chancen nicht rein und dann entscheiden zwei individuelle Fehler so ein Spiel.“ Tatsächlich stand das Chancenverhältnis bei 9:5 zu Gunsten des LSC, die Tore aber machte Fußgönheim. ASV-Trainer Martin Bertram: „Unsere Taktik ist voll aufgegangen.“ Und das schon nach sechs Minuten. Da fühlte sich in der LSC-Abwehr niemand so richtig für den aufgerückten Linksverteidiger Jonas Keck zuständig, und der durfte die Flanke von Christian Maas unbehindert einköpfen. Auch beim zweiten Gegentor machte die Ludwigshafener Abwehr nicht den besten Eindruck, war von Mittelfeld und Angriff beim Konter aber auch sträflich alleine gelassen worden. So durfte Nico Lüdtke als dritter oder vierter Schütze aus dem Gewühl heraus abziehen. Sein abgefälschter Hammer ließ Gueven Kantemir im Tor der Gastgeber keine Chance (76.). Hinzu kamen weitere gute Kontergelegenheiten, die der ASV allerdings ungenutzt verstreichen ließ. Einziges Manko aus Sicht von Martin Bertram: „Ansonsten haben wir genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten von hinten heraus sicher unser Spiel aufziehen. Das einzige, was jetzt noch ein bisschen fehlt, ist die Kondition. Aber die wird von Woche zu Woche besser.“ Auch Vanselow weiß, wo der Schuh drückt: „Wir müssen unsere Chancenverwertung verbessern.“ Der Einsatz von Manuel Just konnte die Torflaute offensichtlich nicht beheben. Allerdings bereitete der 27-Jährige noch vor der Pause eine der besten Gelegenheiten vor, passte den Ball an Torhüter Kai Anschütz vorbei in die Mitte – es fand sich jedoch niemand, der den Ball aus einem Meter ins leere Tor einschob (40.). Sonst erwies sich Dean Wittmann auf der Außenposition zwar als fleißiger Unruheherd, Killerinstinkt vor dem Tor hatte aber auch er nicht (13./16./77./83./87.). Unzufrieden war LSC-Trainer Vanselow trotzdem nicht: „Wir haben von beiden Mannschaften ein sehr gutes B-Klassen-Spiel gesehen. Unsere Leistung war okay. Wir müssen eben nur die Tore machen.“

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