Ludwigshafen Wie ein Wahlabend in der Lokalredaktion abläuft
Einmal im Monat berichten RHEINPFALZ-Kollegen unter dem Titel „Wir über uns“ über den Redaktionsalltag, neue Entwicklungen oder Themen, die unter Journalisten für Gesprächsstoff sorgen – um Sie, liebe Leser, daran teilhaben zu lassen. Heute geht’s um die Kommunalwahl.
Für eine Lokalredaktion gibt es kaum etwas Arbeitsintensiveres als die alle fünf Jahre stattfindende Kommunalwahl. Schon die Vorberichterstattung ist aufwendig: Parteien und Kandidaten müssen vorgestellt, ihre Positionen vermittelt und ihre Wahlkampftermine angekündigt werden. Wenn am Sonntag um 18 Uhr die Wahllokale in Ludwigshafen, Mannheim und dem Rhein-Pfalz-Kreis schließen, geht’s rund. Der Großteil der Redakteure ist dann ausgeschwärmt, um Reaktionen auf die Ergebnisse direkt vor Ort einzufangen. In Ludwigshafen ist dies einfacher als im Landkreis, denn in der Stadt treffen sich alle Kandidaten und Parteien im Pfalzbau, um dort die Auszählung der Stimmen zu verfolgen. Am Wahlabend werden wir dort mit drei Redakteuren vor Ort sein, um die Stimmung und Stimmen einzufangen. Ein Live-Blog zur Wahl auf unserer Internetseite (www.rheinpfalz.de) wird vor Ort von Steffen Gierescher, Michael Schmid und Christiane Vopat mit Kurzmeldungen bestückt.
An vielen Orten im Einsatz
Im Landkreis gibt es gleich mehrere Orte, wo wir präsent sein müssen: So wird in Schifferstadt ein neuer hauptamtlicher Bürgermeister gewählt. Dort sind zwei Kolleginnen aus der Landkreisredaktion im Einsatz: Ulrike Minor und Constanze Junk. Und auch die neue Verbandsgemeinde Rheinauen, zu der Neuhofen und Altrip gehören, wählt einen neuen Bürgermeister. Da die Verbandsgemeinde ihren Sitz in Waldsee hat, sind dort die Kollegen aus Speyer vor Ort – denn Waldsee gehört zum Verbreitungsgebiet der „Speyerer Rundschau“. Im mittleren Landkreis, über den die „Ludwigshafener Rundschau“ berichtet, liegen insgesamt 15 Gemeinden, in denen acht Ortsbürgermeister gewählt werden. Die Rathäuser und das Kreishaus klappern Britta Enzenauer und Sven Wenzel ab. Und Oliver Seibel schaut, was in Mannheim passiert. Später am Abend kehren alle ausgeschwärmten Redakteure wieder in ihre Büros in der Redaktion zurück. Dort sitzt Axel Nickel, der „Herr der Zahlen“. Er kümmert sich darum, dass die Wahlergebnisse in Tabellen auftauchen. Doch es gibt ja auch noch eine Berichterstattung, die sich nicht um die Wahl dreht. Um die entsprechenden Seiten kümmern sich die Kollegen Rebekka Sambale, Hans-Ulrich Fechler und Marek Nepomucky. Diese Seiten werden von ihnen „abgemeldet“, wie das bei uns heißt.
Wettlauf gegen die Uhr
Davon bekommen die Wahlberichterstatter nichts mit. Sie schreiben die Seiten voll, auf denen ein Trend zur Stadtratswahl und den Ortsvorsteherwahlen in Ludwigshafen stehen – und natürlich auch, welche neuen Bürgermeister es im Kreis gibt. Und wo Stichwahlen nötig sind. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Uhr: Die Wahlergebnisse trudeln zwischen 19.30 und bis zirka 22 Uhr ein. Bis 1 Uhr nachts müssen die Wahlseiten fertig sein. Der Zeitdruck ist groß, und es herrscht eine besondere Atmosphäre in den Büros. Man hört hauptsächlich nur das Klappern der Tastaturen, während die Texte geschrieben werden. Ab und an ein Fluch, eine Frage und eine kurze Antwort über den Schreibtisch hinweg. Ansonsten gilt: höchste Konzentration. In unserem Besprechungsraum steht Essen, jeder kann sich etwas holen, gegessen wird dann am Schreibtisch. Wenn alles fertig ist, geht die Zeitung in Druck und die Anspannung löst sich. Gegen 2 Uhr nachts sind wir dann zu Hause. Es bleiben nur wenige Stunden Schlaf, denn auch am Montag und Dienstag werden wir weiter über die Wahl berichten und die Ergebnisse analysieren. Der Autor Michael Schmid (51) ist stellvertretender Leiter der Lokalredaktion Ludwigshafen.