Ludwigshafen Westend: Ab heute patroulliert ein Sicherheitsdienst

Ab heute Abend patroulliert im Westend ein privater Sicherheitsdienst im Auftrag der Wohnungsbaugesellschaft GAG. Mitarbeiter der Firma Global Security-Service sollen an Wochenenden für Sicherheit in dem Viertel sorgen und GAG-Mieter vor Randalierern schützen. Im Visier sind Gäste des „Club London“ in der Bahnhofstraße. Wie berichtet, beschweren sich Anwohner seit Monaten über Ruhestörungen, Vandalismus und andere Vergehen.

Die GAG reagiert damit auf 60 Protestbriefe von Mietern, „die uns eindringlich bitten, etwas zu unternehmen, weil sie sich erheblich belästigt fühlen“, erklärt GAG-Vorstand Ernst Merkel. Besucher des Clubs für Techno-Musik sollen immer wieder GAG-Grundstücke betreten, Autos zerkratzen und Anwohner anpöbeln. „Das nehmen wir sehr ernst“, sagt Merkel. Von den 600 GAG-Wohnungen sind etwa 150 betroffen, vor allem Mieter aus Westend-, Friedrich-Lux- und Bürgermeister-Kutterer-Straße. Drei Mieter haben Merkel zufolge bereits gekündigt. Bei einer Anwohnerversammlung haben 100 von 120 Teilnehmern das Vorgehen der GAG begrüßt. „Wir haben 30 Millionen Euro in die Modernisierung des Viertels gesteckt und wollen nun verhindern, dass Leerstände entstehen“, sagt Merkel. „Wir haben dieses Stadtquartier zu einem besonders schönen gemacht. Wir wollen nicht zulassen, dass es auswärtige Gäste im Umfeld dieses Clubs kaputtmachen.“ Das auf drei Monate angelegte Pilotprojekt ist mit Ordnungsamt und Polizei abgesprochen. Die GAG gibt 18.000 Euro dafür aus. Immer freitags von 20 Uhr bis sonntags um 16 Uhr werden acht Sicherheitsleute bis Juni vor Ort sein: pro Schicht vier Mann, zwei im Auto, zwei zu Fuß. Während der Einsatzzeit von 44 Stunden ist die Ludwigshafener Sicherheitsfirma über eine Telefonhotline zu erreichen, die den Mietern laut GAG bekannt ist. Im Westend, zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof gelegen, leben rund 5500 Menschen. „Im Juli werden wir dann nachhaken. Dann wird das Projekt analysiert, das Ergebnis stellen wir den Mietern vor. Wird dann weiter ein Wachdienst gewünscht, müssen ihn die Mieter finanzieren“, sagt Merkel. Die Club-Betreiber äußern sich nicht zu den Vorwürfen. (ier)

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