Ludwigshafen Wer macht das Rennen?
«Ludwigshafen.» Böhl-Iggelheim – seit einigen Monaten kennen diesen Ort viele Menschen in der Welt. Denn aus Böhl-Iggelheim kommen die aktuellen Welt- und Europameisterinnen im Kunstradsport. Lena (23) und Lisa (21) Bringsken haben Ende November 2018 erstmals den WM-Titel gewonnen. Wenige Monate zuvor, im Juni, setzten sich die Schwestern die europäische Krone auf. Jedenfalls hat das Bringsken-Duo bisher noch nie Dagewesenes erreicht. Sie sind die ersten Weltmeister im Hallenradsport, die aus der Pfalz kommen. Der WM-Titel ist die Krönung einer bislang einzigartigen Laufbahn. Zehn Jahre üben die Fertigungsplanerin (Lena) und Physiotherapeutin (Lisa) diesen Sport aus. Auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene fuhren sie schnell an die Spitze. Bei der WM wurden die Athletinnen des RCV Böhl-Iggelheim 2015, 2016 und 2017 jeweils Zweiter. Doch Lena und Lisa Bringsken, die von ihrer Mutter Katja Elmer trainiert werden, glaubten immer an sich. Sie hatten ein klares Ziel vor Augen – Gold bei der WM gewinnen. Doch: Sie setzten sich nicht unter Druck. „Wir müssen nicht, wir können gewinnen“, sagten beide. Der Sieg bei der Europameisterschaft gab schließlich enormen Auftrieb für die Weltmeisterschaft in Lüttich. Für Lena und Lisa Bringsken war es die vierte Teilnahme an einer Weltmeisterschaft. Samantha Borutta aus Mutterstadt startete voriges Jahr erstmals bei Welttitelkämpfen. Die Leichtathletin der TSG Mutterstadt zog dann sofort in Tampere (Finnland) ins Finale der U20 ein. Mit dem Finale hatte die Schülerin des Heinrich-Böll-Gymnasiums in Ludwigshafen ihr Ziel erreicht. Mit 58,04 Metern landete die 18 Jahre alte Borutta schließlich auf dem zwölften Platz. Samantha Borutta ist eines der größten Hammerwurf-Talente in Deutschland. 2017 wurde sie deutsche Meisterin der U18, 2018 deutsche Meisterin der U20. Vergangenes Jahr gewann sie außerdem den deutschen Junioren-Cup im Hammerwurf. Sie führt die deutsche Bestenliste an. Borutta hält mehrere Rekorde, pulverisierte einige davon regelrecht. 66,78 Meter schleuderte sie den Hammer weit – Pfalz- und Rheinland-Pfalz-Rekord bei der U18. Zum Vergleich: Der deutsche U18-Rekord liegt bei 68,29 Metern. Samantha Borutta ist eine ehrgeizige Leichtathletin. Manchmal war sie zu ehrgeizig. Deshalb hat sie an ihrer Einstellung gearbeitet: „Immer wenn ich mir eine Weite vornehme im Wettkampf, klappt das eh nicht“, sagt die Schülerin, die von ihrem Vater Peter betreut wird: „Deshalb gehe ich jetzt einfach in den Wettkampf und sage mir: ,Mach es einfach.’“ Dieses Jahr ist eine gute Platzierung bei der U20-Europameisterschaft in Gävle (Schweden) das Ziel. Die hat Erik Heydrich von der TG 04 Limburgerhof schon erreicht. Der 19-Jährige gewann bei der Junioren-EM der Gehörlosen in Sofia Gold im Kugelstoßen (14,26 Meter) und im Diskuswurf (37,02 Meter). Dieser Doppel-Triumph brachte dem seit seiner Geburt hochgradig gehörlosen Heydrich einen weiteren Titel ein. Er wurde im Oktober in Düsseldorf von der Deutschen Sporthilfe als „Junior Sportler des Jahres“ der Gehörlosen geehrt. Erik Heydrich hat das Nikolaus-von-Weis-Gymnasium in Speyer besucht. Mit vier Jahren bekam er seine ersten Implantate wegen seiner Gehörlosigkeit. „Der Sport hat mir geholfen, die Behinderung zu akzeptieren“, sagt er und fügt an: „Er hat geholfen, vieles positiver zu sehen. Und ich bin selbstbewusster geworden.“ Karten —Tickets für die Kreissportschau kosten zwischen drei und fünf Euro. Eintrittskarten gibt es bei der Stadtverwaltung Schifferstadt (Bürgerservice), beim City-Reisebüro Schifferstadt, Genuss pur Schifferstadt, Kreisverwaltung in Ludwigshafen, in allen Kreisbädern des Rhein-Pfalz-Kreises, beim RHEINPFALZ Ticket-Service in allen RHEINPFALZ-Geschäftsstellen und teilnehmenden Servicepunkten oder am 29. März an der Abendkasse.