Ludwigshafen Was soll das?

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Die BASF lädt zum Pressegespräch: „Neuausrichtung gesellschaftliches Engagement“. „Das ist jetzt nicht der große Paukenschlag“, sagt Karin Heyl, Leiterin Gesellschaftliches Engagement vorsorglich. Und auch das ist noch weit übertrieben. Das Engagement in der Region werde sich künftig auf die Themen „Forschen und Entdecken“ sowie „Teilhabe und Integration“ fokussieren. Was das konkret heißen soll, verrät den Journalisten bei der Pressekonferenz leider niemand, da das Unternehmen noch in der „Bedarfsanalyse“ stecke. Überhaupt gibt es für die Zukunft eine neue Strategie: Ab jetzt soll zuerst analysiert, dann ein Problem gefunden, eine Lösung gesucht und ein Wirkungsziel beschlossen werden. Die BASF möchte „noch systematischer wirkungsorientiert vorgehen“, sagt Heyl. Cornelius Schaub vom Beratungsunternehmen „Phineo“ sagt: „Wir nehmen das Thema Wirkung ernst.“ Außerdem wolle man „das Thema Wirkung in Deutschland auch global stärken“. Heißt unterm Strich: Man überlegt, was am Ende herauskommt, bevor man es macht. Das ist beruhigend, wo die BASF doch schon länger jährlich rund 50 Millionen Euro weltweit für gesellschaftliches Engagement ausgibt. Wie viel es in Ludwigshafen und Umgebung investiert, veröffentlicht das Unternehmen nicht. Damit das niemand falsch versteht: Ohne finanzielles Polster der BASF würde so einiges in der Region nicht laufen in den Bereichen Bildung, Sport, Soziales und Kultur. Und: Sich zukünftig stärker im Bereich Integration zu engagieren, ist in der Tat zeitgemäß. Doch: Wie viele neue Projekte soll es da genau geben? Die Anzahl könne sie nicht nennen, sagt Heyl. Welche neuen Projekte sollen das sein? „Wir können noch keine Projektbeispiele nennen.“ Und hat das Auswirkungen auf bestehendes Kulturengagement, etwa auf die Sinfoniekonzerte, die eben nicht in den Bereich „Integration“ passen? Auch dazu nichts Genaues. Nur so viel: „Die Höhe unseres Engagements bleibt gleich“, sagt Heyl. Heißt: Es gibt dafür genauso viel Geld wie vorher. Nur wofür? Was soll also diese Pressekonferenz? Warum lässt die BASF die Öffentlichkeit an einer internen Strategie-Umdenke teilhaben, bevor es Konkretes gibt? Ist das eine neue Transparenz-Offensive, nachdem die BASF – insbesondere nach dem Explosions-Unglück – wegen mangelnder Information in die Kritik gekommen war? Oder ist es der Wunsch, aus dem Unternehmen heraus positive Signale zu senden, nachdem bekannt wurde, dass 170 Stellen im Ludwigshafener BASF-Einkauf wegfallen? Übrigens: Projekte wurden dann beim Pressegespräch doch noch vorgestellt. Doch alle davon gibt es längst. Auch eine konkrete Zahl sickert auf Nachfrage hin noch durch: Eine neue Stelle werde im Bereich Gesellschaftliches Engagement geschaffen. Eine entscheidende Frage des Tages stellt Heyl sich selbst: Wenn das gesellschaftliche Engagement der BASF künftig langfristige Wirkung haben soll – hatte es die bisher nicht? In einzelnen Projekten habe man auch bisher sehr wirkungsorientiert gearbeitet, antwortet sie sich schließlich selbst. Die Pressekonferenz wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Etwa, ob letztlich nicht doch ein Teil des Engagements wegfallen soll, um die Teile mit „Wirkung“ zu fördern? Und um das nicht zu sagen, sagt man besser nichts. |Archivfoto: Kunz

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