Landtagswahl
Wahlkreis 38: Martin Schoenherr will für FW in Mainzer Landtag einziehen
Martin Schoenherr ist ein aktiver Mensch. Und das in vielen Bereichen. Der 41-Jährige ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Das erfordert per se schon mal ein gutes Zeitmanagement. Als Boxtrainer engagiere er sich bei der TSG Mutterstadt, er gehe gerne joggen und schwimmen. Das Schönste für ihn ist es, Sport zusammen mit den eigenen Kindern zu machen. Seit der Kommunalwahl 2024 sitzt er für die Freien Wähler auch im Mutterstadter Gemeinderat und in mehreren Ausschüssen, unter anderem im Gremium für Verkehrsfragen, im Partnerschaftsausschuss sowie im Landwirtschafts- und Umweltausschuss. Begonnen hat seine politische Karriere schon früher. Das alles unter einen Hut zu bringen, sei gar nicht so einfach, sagt er und lacht.
Im Jugendgemeinderat habe er sich bereits engagiert – damals übrigens gemeinsam mit Kathrin Hammer, die im Wahlkreis 38 für die SPD antritt. „Seit ich 18 bin, bin ich bei der FWG“, erinnert er sich. Und seit drei Jahren auch bei den Freien Wählern auf Landesebene.
Seiner Heimatgemeinde und auch den Freien Wählern in Mutterstadt ist der Polizist, der bei der Polizeiinspektion Schifferstadt im Tageswechseldienst arbeitet, immer treu geblieben. Auch während der Zeit der Ausbildung auf dem Hahn, wie er berichtet. 2021 sei dann ein Knackpunkt gewesen: „Ich habe gedacht: Jetzt muss man mal was machen.“ Man dürfe nicht immer nur sagen, dass etwas schlecht sei. Nein, man müsse sich dann auch dafür einsetzen, etwas besser zu machen.
Diesem Credo folgt er auch in seinem beruflichen Umfeld. So ist Martin Schoenherr auch bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) engagiert. „Man kann ja über alles motzen. Aber dann muss man auch aktiv werden“, sagt er mit Nachdruck.
„Ehrenamt wichtiger Teil des Dorflebens“
Auf Landesebene will sich Martin Schoenherr daher vor allem dafür einsetzen, das Ehrenamt zu stärken. „Ich sehe das ja regelmäßig im Sportverein: Es gibt wenige Trainer. Und wenn man fragt, wer bei etwas helfen kann, melden sich oft die gleichen Leute“, hat er beobachtet. Sein Ziel sei es daher, das Ehrenamt stärker in den Fokus zu rücken, die Leistungen dadurch sichtbar zu machen. „Ohne das Ehrenamt würde vieles nicht laufen“, ist er überzeugt. Es gehe darum, zu helfen, Hemmschwellen zu überwinden und um Nachwuchsgewinnung.
Das Ehrenamt sei vor allem auch ein wichtiger Teil des Dorflebens, das es zu erhalten gelte. „Dafür muss man sich Mühe geben.“ Mit seinem Einsatz wolle er erreichen, dass sich mehr Menschen engagieren.
Die Digitalisierung wolle er weiter voranbringen und nennt dafür exemplarisch den Schleswig-Holsteiner Weg. „Das heißt, weg von Microsoft, hin zu Open-Source-Produkten“, verdeutlicht er. So könne man wieder selbst Herr über seine Daten sein. „Mir ist bewusst, dass das erstmal hohe Anschaffungskosten sein würden. Auf der anderen Seite aber spart man langfristig auch teure Lizenzgebühren.“
Innere Sicherheit kostet Geld
Als Gesetzeshüter will sich Martin Schoenherr selbstverständlich auch beim Thema innere Sicherheit einbringen, sollte er es in den Mainzer Landtag schaffen. Die Ausstattung der Polizei im Land sei gut, berichtet er aus eigener Erfahrung. Im bundesweiten Vergleich sei man nicht schlecht aufgestellt. „Aber das kostet eben Geld.“ Und auch die angepeilten 10.000 Polizisten, die neu eingestellt werden sollen, müssten bezahlt und ausgestattet werden. „Es hat seinen Preis, aber man bekommt auch einen Gegenwert.“
Der Mutterstadter will mit Ehrlichkeit punkten. Man müsse den Menschen sagen, dass wenn man etwas wolle, das auch entsprechend koste. Man dürfe keine Luftschlösser bauen. „Das befeuert nur die Politikverdrossenheit“, sagt der 41-Jährige, der auf der Landesliste der FW auf Platz 13 steht.
Dass es mit dem Einzug in den Landtag für die Freien Wähler klappt, davon ist Martin Schoenherr überzeugt. In der jüngsten Prognose liegen die Freien Wähler bei fünf Prozent. Bei der Wahl 2021 kamen sie auf 5,4 Prozent. „Es wird wahrscheinlich wieder knapp. Aber wer nicht kämpft, hat schon verloren“, sagt Schoenherr.