Ludwigshafen Viele Vorschläge für besseren Nahverkehr

Mit der Zukunft des Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) in Ludwigshafen beschäftigt sich der sogenannte Nahverkehrsplan. Der Bauausschuss hat am Montagabend einer überarbeiteten Version zugestimmt und dem Stadtrat empfohlen, den Plan in der Sitzung am 10. Dezember zu beschließen.
Nachdem die Pläne im Sommer erstmals vorgestellt wurden, sind zahlreiche Verbesserungsvorschläge für das ÖPNV-Angebot bei der Stadt eingegangen. Insgesamt 165 Anregungen sind eingearbeitet worden. Gewünscht wurde unter anderem eine direkte Busverbindung zwischen dem Oggersheimer Neubaugebiet Melm und Oppau. Dies ist laut Stadtverwaltung kurzfristig nicht möglich, weil dafür eine Verbindungsstraße gebaut werden müsste. Längerfristig soll die Direktbusverbindung aber als Ziel in den Plan aufgenommen werden. Bis dahin soll die Buslinie über Friesenheim fahren. Im Gespräch ist auch der Ausbau von Straßenbahnstrecken in den Landkreis. Die Gleise sollen von Rheingönheim bis nach Neuhofen fortgeführt werden, und auch der Neubau einer Linie über die Gartenstadt und Maudach nach Mutterstadt steht in den Plänen. Ob und wie sich der Straßenbahnausbau realisieren lässt, soll eine Machbarkeitsstudie prüfen. Viele Anregungen gab es auch zum Einsatz von Nachtbussen. Dem Wunsch, Straßenbahnen über 21 Uhr hinaus einzusetzen, will die Stadt aus wirtschaftlichen Gründen nicht entsprechen. Geprüft werden soll dagegen, ob der 30-Minuten-Takt am Berliner Platz bis Mitternacht verlängert und an die Fahrtzeiten der S-Bahn angepasst werden kann. Untersucht wird auch, ob das Nachtbusliniennetz für die südlichen und westlichen Stadtteile (Mundenheim, Rheingönheim, Gartenstadt, Maudach) so verändert werden kann, dass die Hochschule und das Wohngebiet an der Wollstraße (Oggersheim) abends angebunden werden können. Geprüft wird außerdem, ob Busfahrten im Frühverkehr eher beginnen können, um Schichtbeschäftigten einen Anreiz zu geben, auf den Nahverkehr umzusteigen. Angeregt wurde auch ein besserer Takt für Ruchheim. Die Stadt will prüfen, ob das durch den Einsatz von Straßenbahnen gelingen könnte, die Fahrstände in zwei Richtungen haben und daher nicht wenden müssen. Während des Baus der Stadtstraße als Ersatz für die Hochstraße Nord soll es eine direkte Straßenbahnverbindung zwischen Friesenheim und dem Rathaus-Center geben. Auch ein zusätzlicher Halt der Expresslinie 9 von Dürkheim in die Stadt an der Endstelle Oggersheim ist im Gespräch. Die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) will ferner prüfen, ob sich Direktverbindungen von der BASF zum Hauptbahnhof und zwischen Oggersheim und Dürkheim rechnen könnten. Alle Kommunalpolitiker im Bauausschuss begrüßten, dass es viele Anregungen von Bürgern gab. Hans Mindl (SPD) regte an, dass einige Vorschläge etwa zu bestimmten Buslinien noch einmal überprüft werden sollten. „Da gibt es vernünftige Anregungen, die wir nicht vom Tisch wischen sollten“, sagte er. „Wir nehmen die Punkte mit und versuchen, das mit der RNV zu besprechen“, sicherte Bau- und Verkehrsdezernent Klaus Dillinger (CDU) zu. Christoph Heller (CDU) meinte, dass dennoch eine schnelle Umsetzung des Plans wichtig sei. Heike Heß (Grüne) bemängelte, dass der Nahverkehr in den Abendstunden in Ludwigshafen trotz aller Änderungen mangelhaft bleibe, daher enthalte sich ihre Fraktion bei der Abstimmung. „Mehr geht immer“, meinte Dezernent Dillinger und verwies darauf, dass der Nahverkehr auch einigermaßen wirtschaftlich betrieben werden müsse. Schon jetzt würde das Angebot mit einem zweistelligen Millionenbetrag von der Stadt subventioniert. Die Kosten könnten nicht auf die Ticketpreise umgelegt werden.