Fechten
Veteranen-EM: Bettina Fichtel holt mit dem Team Gold
Mit dem Sieg vor zwei Jahren bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft feierte Bettina Fichtel ihren bis dato größten Erfolg. Nun wollte sie auch auf europäischem Parkett angreifen. Im französischen Cognac trat die deutsche Delegation mit fast gleicher Besetzung wie bei der WM 2024 an, und die Aussichten waren vielversprechend: Carolin Marheineke (Heidelberg) ist amtierende Einzel-Weltmeisterin der Altersklasse 50, Angela Kummich (Berlin) amtierende Europameisterin der AK 70. Auch Frauke Hohlbein (AK 60) vom EFG Essen und Astrid Kircheis (AK 70) vom 1. FC Quadrath-Ichendorf haben bereits mehrere WM- und EM-Titel gewonnen.
Schwieriger Start ins Finale
Die deutschen Frauen dominierten ihre Vorrunde mit klaren Siegen über Finnland (45:23), Frankreich (45:36) und die Schweiz (45:15). Dabei konnten sie alle fünf Fechterinnen im Wechsel einsetzen. Im Viertelfinale traf das Team auf die Niederlande und setzte sich bereits im zweiten Gefecht mit 10:4 ab. Bettina Fichtel vergrößerte den Abstand im vierten Gefecht auf 20:8. Mit der komfortablen Führung brachte die deutsche Mannschaft den Sieg sicher mit 45:25 ins Ziel. Ähnlich deutlich verlief das Halbfinale gegen Frankreich, das man schon in der Vorrunde geschlagen hatte. Marheineke startete mit 3:0, Fichtel legte ein 6:1 nach. Kircheis verlor zwar im dritten Duell zwei Treffer, doch von den folgenden sechs Gefechten gab das deutsche Team keines mehr ab und setzte sich klar mit 45:27 durch.
Das Finale gegen Italien begann mit einem 0:3-Rückstand, den Astrid Kircheis mit einer konzentrierten Vorstellung in eine 4:3-Führung drehte. Fichtel legte zwei Treffer zum 8:5 nach. Erneut Kircheis und anschließend Marheineke bauten den Vorsprung weiter aus, sodass Deutschland nach fünf von neun Gefechten mit 11:5 vorn lag. Im sechsten und siebten Aufeinandertreffen kam Italien jeweils um einen Treffer heran, sodass es beim Stand von 21:17 in die beiden finalen Duelle ging. Frauke Hohlbein zeigte ihre ganze Klasse und brachte Deutschland dank eines 6:2-Erfolgs auf die Siegerstraße. Carolin Marheineke ließ ebenfalls ein deutliches 6:2 folgen zum Endstand von 33:21 – Deutschland war Europameister.
Nach WM-Gold holt Bettina Fichtel zwei Jahre später den EM-Titel. Sie komplettiert ihre eindrucksvolle Titelsammlung, nachdem sie auf internationalem Parkett immer wieder knapp Gold verpasst hatte.