Ludwigshafen
Vernetzung statt Einzelkämpfer: Zertifizierte Vereinsmanager sorgen für Aufbruch
Erfolgreiche Pressearbeit, Datenschutz im Verein, rechtssichere Satzungen und vieles mehr – im vergangenen September hatten 16 Männer und Frauen eine besondere Fortbildung begonnen. 13 von ihnen sind nun zertifizierte Vereinsmanager nach den Richtlinien der „LUnited Agentur für Engagement“ und der Volkshochschule. Initiiert hatte das Projekt „LUnited“ im Herbst 2023 die BASF mit mehreren Partnern zur Unterstützung von Ehrenamtlern. Ziel ist ein gutes Miteinander in der Stadt durch Menschen, die sich zusammen für Ludwigshafen einsetzen.
„Wir haben viel erwartet, und alles hat sich erfüllt“, freute sich Hendrik Matten, Vorstandsmitglied des Fördervereins Grundschule Schillerschule in Oggersheim und einer der Absolventen. „Ein Teilnehmer hat sich zurückgezogen, bei zweien fehlen noch Kurse, die wir nachholen werden“, erklärte Thomas Gössing, Betreuer des Projekts „LUnited“. Das Zertifikat sei zwar einmalig und aus Überlegungen in Ludwigshafen heraus entstanden, geschenkt gebe es die Urkunden deshalb aber nicht. Mindestens 48 der 55 Unterrichtseinheiten mussten die Teilnehmer absolvieren, um zu den ersten zertifizierten Vereinsmanagern zu gehören.
Austausch zwischen Vereinen
Hendrik Matten lobte das Angebot. „Wir sind eine Handvoll Eltern, die den Förderverein Grundschule Schillerschule wiederbeleben wollten.“ Viel Engagement und Enthusiasmus für die Unterstützung der Schularbeit sei zwar vorhanden, Erfahrung in der Vereinsarbeit dagegen kaum. „Hier habe ich gelernt, wie man die Satzung des Vereins aktualisiert. Auch die Mitgliederverwaltung haben wir angepasst.“ Das Wissen aus den Unterrichtseinheiten habe er dann direkt in den Verein getragen, sagte Matten.
Beinahe noch wichtiger als das von den Experten vermittelte Wissen sei die Vernetzung, berichtete Projektleiter Gössing. „Wir haben hier alle möglichen Vereinsvertreter – vom Jäger bis zur Kita ist alles dabei.“ So entstehe auch ein Austausch zwischen den unterschiedlichen Vereinen, der sich ohne die regelmäßigen Treffen nie entwickelt hätte. Eine andere Erkenntnis: An der Ausbildung soll weiter gefeilt werden. Gemeinsam mit der Volkshochschule werde man sich Gedanken über die Auswahl der Dozenten machen. Bewusst habe man dabei auf langjährige Vereinsvorstände verzichtet und stattdessen Fachleute aus den unterschiedlichen Themenfeldern für das Schulungsprogramm eingeladen.
Erworbenes Wissen
So zeigte Wolfgang Pfeiffer, Sportchef der RHEINPFALZ, was eine gute Pressearbeit ausmacht. Florian Brechtel erläuterte, wie man erfolgreich eine Spendenkampagne initiiert. „Gerade dieser Themenmix hat es ausgemacht. Dabei funktionieren manche Dinge für den eigenen Verein, andere dagegen gar nicht“, befand Matten. „Jeder Verein kann abwägen, was er brauchen kann.“ Als Beispiel nannte er den Aufbau einer Online-Präsenz. „Für uns als Förderverein ist das uninteressant, weil wir auf der Homepage der Schule vertreten sind.“
Das ausgehändigte Zertifikat sieht Matten zunächst einmal als Bestätigung für das erworbene Wissen. Zu einem echten Aushängeschild über Ludwigshafen hinaus könne das Papier von „LUnited“ ja noch werden. „Schließlich haben wir uns in der Ausbildung am ,Vereinsmanager C’ des Deutschen Olympischen Sportbundes orientiert“, erklärte Gössing. Eine Art „Vereinsmanager L“ also, wobei das „L“ für Ludwigshafen steht.
Noch Fragen?
Alles Wichtige zu „LUnited“ gibt es im Netz unter www.lunited.de.