Ludwigshafen Unter die Haut gehende Klänge

Gute Akustik: die Blaskapelle bei ihrem Auftritt in der Kirche.
Gute Akustik: die Blaskapelle bei ihrem Auftritt in der Kirche.

«Mutterstadt.» Keine Vorbehalte gegenüber Kirche oder Blasmusik zu haben, das wünschte sich die Blaskapelle Mutterstadt von den Zuhörern ihres Kirchenkonzerts. 150 vorbehaltlose Zuhörer waren der Einladung in die katholische Kirche gefolgt und erlebten ein abwechslungsreiches Programm.

Glockengeläut. Andächtige Stille in den Bänken. Durch die beiden Seitentüren der Kirche schreiten die 40 Musiker des großen Orchesters (bestehend aus Jugend- und Hauptorchester) zu ihren Plätzen vor dem Altar. Das Geläut verhallt. Dirigent Thomas Zelt erhebt den Taktstock und stimmt das erste Stück an: „A Sign for Freedom“. Dieser musikalischen Zeichensetzung für die Freiheit von Thomas Asanger folgt die Begrüßung durch den Vorsitzenden der Kapelle, Peter Reinartz. „Damit Sie auch mal sehen, wie wir aussehen“, gibt er scherzend als Grund für das Konzert an, da der Platz seiner Kapelle ja sonst immer im Hintergrund oben auf der Empore sei. Und um die Vielfältigkeit der Blasmusik kennenzulernen. Er sollte Recht behalten. Mal kommen die Klänge wie bei Johann Sebastian Bachs „Bist du bei mir“ getragen und feierlich daher, bei Ted Huggens’ „Sinfonie of Praise“, als Interpretation international bekannter geistlicher Lieder mit Schlagzeugrhythmen unterstützt, dagegen eher in modernen Sound verpackt. Während bei dem melancholisch anmutenden „St. Thomas Choral“ von Pavel Stanek die Ergriffenheit in den Gesichtern des Publikums steht, bringt der Swing von „Bye Bye Spiritual“, einem Medley weltberühmter Gospelstücke von Luigi di Ghisallo, den ein oder anderen Fuß zum Mitwippen. Ganz in der Tradition der Schwarzen Kirche Amerikas legen die Bläser hierbei auch mal die Instrumente beiseite und bewegen ihre Hände klatschend im Takt. Eine Interaktion zwischen Musikern und Publikum, die sich im Schlusslied „Du lässt den Tag, o Gott, nun enden“ fortsetzt, bei dem mitgesungen werden soll beziehungsweise darf. Abschließender stehender Applaus, der eine Zugabe einbringt: „Lobet den Herrn“. „Ein ergreifender und toller Abend“, lautet das Fazit des Musikalischen Leiters Thomas Zelt. Er ist glücklich über die hervorragende Leistung seiner Musiker, die sich im Lauf des Konzerts stetig steigerte, und darüber, dass der Funke übergesprungen war. Eine gute Akustik und ein Klangvolumen, das unter die Haut ging, machten es möglich. Die große Bandbreite der für Bläser spielbaren Kirchenlieder war erfahr- und erspürbar geworden. Eingegangene Spenden sollen dem Jugendorchester zugute kommen.

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