Handball
U18: HB Mundenheim-Rheingönheim richtet Länderspiel gegen Frankreich aus
Beim Passen über das Feld waren sie wieder vereint. Jette Dürk und Hanna Walther. Aber diesmal trugen sie ein anderes Aufwärmshirt. Nur die Farbe blieb gleich. Rot stand im Vordergrund: Auf dem Rücken die Aufschrift: „Germany“. Dürk und Walther tragen das Trikot der HSG Bensheim-Auerbach, das ist auch rot.
Torhüterin Marlene Wagner gehört auch zum Kontingent des 17er Kaders der weiblichen U18-Nationalmannschaft, die sich in Mundenheim auf drei Länderspiele gegen Frankreich vorbereitet. Dürk aus Diedesfeld, die handballerisch die ersten Schritte beim TV Kirrweiler gemacht hat, ist körperlich die Kleinste im Team. Louisa Werner kommt aus Dirmstein und steht für Nachwuchsbundesligist HSG Blomberg-Lippe zwischen den Pfosten.
Am Dienstag gab es zwei Einheiten zu 90 Minuten. Los ging es um 10.30 Uhr mit diagonalem Passen aus dem Sprung, ehe Trainer Gino Smits und seine Co-Trainerin Maike Daniels die Aufteilung in zwei Gruppen vornahmen, um Manndeckung im engen Raum mit Freilaufen zum Anspiel zu üben. Zuvor nutzte Frankreich die Halle zur zweiten Trainingseinheit.
Die Smits-Dynastie
Dann ertönte nach wenigen Minuten des Deckungsspiel der Pfiff des Bundestrainers. Es folgte eine kurze Trinkpause und schon Sekunden später die nächste Ansprache des gebürtigen Niederländers. Er ist der Vater der erfolgreich spielenden Kinder, Inger Smits (Bukarest), Kay (Gummersbach) und Jorn (Zürich).
Das Abwehrverhalten, aber auch das daraus folgende schnelle Tempospiel standen im Vordergrund. Dabei zeigte sich die Mannschaft äußerst engagiert, willig mit viel Leidenschaft. Da blieb auch Wagner ein Lächeln nicht erspart, als sie nach einer Parade mit einem langen Ball Walther im Gegenstoß bediente und sie im Spiel Sechs gegen Sechs gegen Werner traf.
Dann unterbrach der Bundestrainer, korrigierte, gab Hilfestellungen und appellierte an die taktischen Vorgaben. Es ist eben die heiße Phase der Vorbereitung im Nationaltrikot, während für ein Teil der Mädchen noch das Final Four auf dem Plan steht. So sind die drei Länderspiele vor allem eine weitere Standortbestimmung auf dem Weg zum Sommer, wenn die WM ansteht.
Bundestrainer erklärt
„Für uns ist das genauso wie die Spiele, die wir zuletzt in Portugal gehabt haben: Wir gucken, wie der momentane Leistungsstand der Spielerinnen ist, sodass wir aufgrund der Erfahrungen und dessen, was die Mädels uns gezeigt haben, dann unsere Mannschaft nominieren können“, sagte Smits. Im Fokus steht der einzelne Eindruck und das Zusammenspiel.
Nach Rückkehrerinnen aus Verletzungen und neuen Spielerinnen soll die Maßnahme helfen, weitere Konstellationen zu testen und das Mannschaftsgefüge zu schärfen. „Wir möchten weiterhin an der Entwicklung der Mannschaft arbeiten“, so Smits. „Wir haben einige Mädels, die auch bei den letzten Maßnahmen teilgenommen haben und einige, die in der Vergangenheit dabei waren. Wir möchten gucken, wie sich das mixt.“
Spätestens nach der Partie am kommenden Samstag in Albersweiler will das Trainerteam wichtige Erkenntnisse gewonnen haben, um bei den letzten Lehrgängen im Juni und Juli den finalen Kader für die WM zu bestimmen. „Ich hoffe, dass ich dabei bin, es wäre das Sahnehäubchen nach der EYOF und der EM in den letzten beiden Jahren“, sagte Werner: „Es ist mal schön, den kürzesten Weg zum Lehrgang zu haben, dann kommen zu den Spielen, Familie, Freunde und ehemalige Mitspielerinnen. Dazu spielen wir in Hallen, wo ich früher noch mit der HSG Eckbachtal gespielt habe.“
„Cool“ findet es Dürk: „Es macht wieder viel Spaß, den Großteil der Mädels kennt man von den bisherigen Lehrgängen“, erzählt die mit 16 Jahren jüngste Spielerin aus Neustadt. Auch sie will zur WM nach Rumänien. „Ich werde dafür alles geben“, verspricht die Flügelflitzerin auf der linken Außenbahn. Die erste Partie gegen Frankreich steht am Mittwoch (19) an, wenn die HB Mundenheim-Rheingönheim, Gastgeber ist. Die Spielgemeinschaft sprang für Nieder-Olm ein.
„Es ist ein sehr besonderes Event für einen Verein unserer Größe, ein solches Länderspiel in unserer ganz normalen Schulturnhalle ausrichten zu dürfen“, freut sich das Organisationsteam um Tommy Gössing. „Wir wollen den Mädels beider Nationen eine angemessene Kulisse bieten und zeigen, wie viel Herzblut in Mundenheim und Rheingönheim für den Handball steckt.“
Die HB setzt bei den Eintrittspreisen auf ein familienfreundliches Konzept und möchte insbesondere den eigenen Nachwuchs anziehen und die ehrenamtlichen Helfer belohnen. So haben alle Mitglieder unter 18 Jahren sowie die Ehrenamtler freien Eintritt. Erwachsene Vereinsmitglieder sowie jugendliche Nicht-Mitglieder zahlen drei, erwachsene Nichtmitglieder, sechs Euro. Weiter geht es am Freitag (17.30, Friedrich-Ebert-Halle).