Ludwigshafen Tuck, tuck, tuck!

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So manch alteingesessener Mutterstadter erinnert sich noch an die Zeit, als mitten durch das Dorf die Lokalbahn fuhr. Im Volksmund wurde der Zug „Feuriger Elias “ genannt. Er passierte bis zum Jahr 1955 Mutterstadt auf der Strecke zwischen Ludwigshafen und Meckenheim.

Heute erinnert nichts mehr daran, dass auf der Ludwigshafener Straße einmal Gleise lagen. Ebenso verschwunden sind der Güterverladeplatz am Westausgang von Mutterstadt sowie der Güterschuppen am Lokalbahnhof. Am 14. Oktober 1890 lief um 14 Uhr der erste Zug ein, dieses Ereignis wurde groß gefeiert. Einen Tag später startete der reguläre Betrieb. Die Lokalbahn erleichterte den Bürgen zwischen Neustadt und Ludwigshafen vor allem den Zugang zur Anilinfabrik in Ludwigshafen. „Auf der in drei Abschnitten zwischen Großkarlbach und Frankenthal, Frankenthal und Ludwigshafen sowie von dort nach Meckenheim betriebenen meterspurigen Bahn dominierte der Personenverkehr, während der Güterverkehr nur im herbstlichen Zuckerrübenverkehr eine größere Rolle spielte“, erklärt Jochen Glatt. Er hat 2010 mit dem inzwischen verstorbenen Wilhelm Diestler das Buch „Die Lokalbahnen der Vorderpfalz“ veröffentlicht. Nachdem jedoch die beiden nördlichen Streckenabschnitte geschlossen wurden, blieben ab 1939 nur noch die im Kursbuch unter der Nummer 279b geführten 14,5 Kilometer der Strecke Ludwigshafen – Mundenheim – Meckenheim übrig. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand man den „Feurigen Elias“ jedoch nicht mehr zeitgemäß. „Er fuhr mitten durch den Ort, das war eine schmutzige Sache“, gibt Mutterstadts Bürgermeister Hans-Dieter Schneider zu bedenken. Als gebürtiger Mutterstadter kennt er die Geschichte des „Feurigen Elias“. „Wenn der Zug vorbeifuhr und man hatte zufällig ein Fenster offen, dann waren Tischdecke oder Bettbezüge schwarz.“ Zudem fuhren immer mehr Automobile durch die Straßen. Besonders in den engen Ortsdurchfahrten von Maudach und Mutterstadt kam es oft zu gefährlichen Situationen und manchmal gar zu Unfällen. Auch das Ersetzten der Dampfloks durch Dieselloks 1952 machte die Situation nicht viel besser. Das Ende für den „Feurigen Elias“ wurde eingeläutet. Am 3. Oktober 1955 fuhren Reisende ein letztes Mal nach Mundenheim. Der Rückbau der Schienen begann 1956. Anfang des Jahres wurden die Gemeinden von der Deutschen Bundesbahn über den Schienenrückbau informiert, die Bauarbeiten begannen noch im Januar und waren sehr aufwendig. Die Schienen wurden in Handarbeit abmontiert und in einen vorausfahrenden Abbauzug verladen. Vor allem innerhalb der Ortschaften gestalteten sich die Arbeiten schwierig, denn die Schienen wurden bei laufendem Verkehr zurückgebaut. Der „Feurige Elias“ wurde in Mutterstadt durch den Busverkehr ersetzt, erklärt Schneider. Das Verschwinden der Lokalbahn veränderte das Gesicht des Ortes nachhaltig. Der Lokalbahnhof, der zwischen 1902 und 1973 existierte, ist mittlerweile längst Geschichte. Auf dem Gelände dahinter wurde 1977 das Gebäude „Neue Pforte“ errichtet. Zum Weiterlesen Wilhelm Diestler, Jochen Glatt: „Die Lokalbahnen in der Vorderpfalz“, Ludwigshafen, 2010 |iak

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