Ludwigshafen Tornados wirbeln mächtig am Personalkarussell

Der neue Tornados-Kapitän: Fernando Escarra.
Der neue Tornados-Kapitän: Fernando Escarra.

«Mannheim.» Sportlich beginnt am Wochenende der Sommer. Die Baseballer der Mannheim Tornados starten in die Bundesliga-Saison. Heute und morgen treten die Mannheimer bei den Mainz Athletics an – Auftakt für eine Auswärtsserie für die Tornados, die im April ein neues Spielfeld erhalten. Heimspielauftakt ist Sonntag, der 6. Mai, gegen die Saarlouis Hornets.

Wie fast vor jeder Saison hat sich im Kader der Mannheimer wieder einiges getan. Die wichtigsten Personalien betreffen dabei die Offiziellen. So ist Bundestrainer Martin Helmig nicht mehr General Manager der Tornados und der 65 Jahre alte David Daniels löste Daniel Husband auf der Trainerbank ab. Er hatte den Rekordmeister im Vorjahr erstmals nach sechs Jahren Pause wieder in die Play-off-Runde geführt. Doch schied Mannheim im Viertelfinale am späteren deutschen Meister Heidenheim Heideköpfe aus. Das sei nicht der Grund für die Neuorientierung gewesen, beteuerte Tornados-Präsident Peter Engelhardt. Zum einen habe die Chemie zwischen dem erfahrenen Helmig und Trainer-Novize Husband nicht gepasst und der US-Amerikaner wollte lieber wieder näher bei der Familie in München sein. Helmig war auch finanziell nicht mehr zu stemmen. Das Verhältnis sei aber nach wie vor gut, versicherte Engelhardt beim Saisonauftaktgespräch und verwies dabei auf die Trainer-Neuverpflichtung: „Der Tipp dafür kam von Martin Helmig. David Daniels ist ein alter Freund der Familie.“ Zuletzt war der US-Amerikaner in der Baseball-Academy der New York Yankees beschäftigt, war zuvor im Trainerteam der Chicago White Socks in der Major League tätig. Europaerfahrung sammelte er unter anderem bei Engagements in Italien und den Niederlanden, wo er Trainer der Nationalmannschaft war. Deutschland fehlt ihm noch auf der Liste. „Aber ich habe die Entwicklung des Baseballs in den vergangenen zehn Jahren aufmerksam verfolgt und bin wirklich beeindruckt“, sagt Daniels, der sich selbst eher als Lehrer sieht. „Ich will, dass sich die Spieler entwickeln. Das ist ein Prozess.“ Ein bisschen sei er da, wie Fußballtrainer Jose Mourinho. „Aber ich werde schlechter bezahlt“, lachte er bei der Vorstellung. Im Kader setzen die Tornados aber weitgehend auf Kontinuität. Mit Juan Martin und Thomas De Wolf (beide nach San Marino) müssen sie zwei Abgänge verkraften. Dem stehen der Pole Artur Strzalka (Organisation der New York Yankees), Brendan Hornung, Derek Romberg (beide USA) und Rückkehrer Zach Johnson von den Mainz Athletics als Neuzugänge gegenüber. Panayot Zhaltov wurde aus der Zweiten Mannschaft in den Bundesligakader geholt und die Junioren Merlin Bendlin und Joe Cedano de Leon sollen langsam an die Spielklasse herangeführt werden. „Wir haben uns vor allem im Pitching breiter aufgestellt“, sagt Engelhardt: „Das war in der Vorsaison unser Schwachpunkt.“ Hier sollen vor allem deutsche Talente in tragende Rollen hineinwachsen. „Wir haben uns für einen anderen Weg entschlossen“, sagt Trainer Daniels. Den will auch der Italiener Fernando Escarra mitgehen. Der 26-Jährige ist neuer Teamkapitän. „Normalerweise nehme ich dafür gerne Spieler aus dem Land der Liga, aber er ist eine echte Führungspersönlichkeit“, erklärt der Trainer. Escarra: „Ich habe das Gefühl, dass wir die Bundesliga gewinnen können.“ Ganz so weit wollten Vereinspräsident und Trainer nicht gehen. Immerhin sei schon das Erreichen der Playoffs im neuen Modus schwer genug. Nach der Hauptrunde spielen die vier topplatzierten Mannschaften eine Zwischenrunde aus und nur die beiden Ersten kämpfen dann überkreuz mit den Mannschaften des Nordens um die Meisterschaft. Der Kader Pitcher: Moll, Schuler, Strzalka (Polen), Rizzo (Italien), Hornung (USA), Shaltov; Catcher: Escarra (Venezuela), Höhlein, Wagner, Del Muro (Mexiko); Infield: Schmitt, Schmich, Santa Cruz, El-Ayoubi, Diaz, Romberg (USA), Riestra (Italien), Bendlin; Outfield: Höpfner, Lehnert, Johnson (Kanada), Schoupal, Cedano de Leon

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