Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Toiletten durch Spenden: Das ist die Lage an der Oggersheimer Diesterwegschule

Laufen für neue Klos: Der Spendenlauf am 29. April in der Adolf-Diesterweg-Realschule plus.
Laufen für neue Klos: Der Spendenlauf am 29. April in der Adolf-Diesterweg-Realschule plus.

Unter anderem die Toilettensituation ist ein Problem an der Adolf-Diesterweg-Realschule plus in Oggersheim. Ein Spendenlauf sollte Abhilfe schaffen. Wie geht’s weiter?

Im März war es der Adolf-Diesterweg-Realschule plus in Oggersheim zu viel geworden. Schulleitung, Schülersprecher und Schulelternbeirat sprachen mit der RHEINPFALZ, weil vor allem baulich einiges im Argen lag. Damals waren neben bröckelnder Substanz, kaputten Fenstern und fehlender Schließanlagen vor allem die Toiletten als großes Problem benannt worden. Sie sind alt, entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Privatsphäre, stinken und haben nicht einmal in jeder Kabine eigenes Klopapier.

So sehen die Toiletten aus.
So sehen die Toiletten aus.

Man baute auf die Stadtverwaltung, doch sah sich alleingelassen. Eine Förderung durch das sogenannte Startchancen-Programm war eine Hoffnung – doch auch die sollte nach Aussage der Stadt nicht eintreffen. Als ein letztes Mittel, und um ein Zeichen zu setzen, sagte Konrektor Steffen Grobs damals, dass zumindest die Erlöse des im zweijährigen Rhythmus abgehaltenen Spendenlaufs den Toiletten zugutekommen sollten.

Zur Not selbst Hand anlegen

Ende April fand genau dieser Spendenlauf statt. Die finale Geldsumme ist noch nicht berechnet, teilt Konrektorin Kerstin Scholl am Mittwoch mit, doch selbst wenn sie hoch ausfällt, könnte der weitere Prozess schwierig sein. Denn wie Scholl erklärt, sei nicht ganz klar, wer in der Stadtverwaltung das Geld entgegennehmen könne, um es dann sinnvoll für die Schule auszugeben. Das sei vermutlich der Personalsituation in der Verwaltung selbst geschuldet, so Scholl, die erst kürzlich an einem Gespräch zwischen Ludwigshafener Schulleitern und dem zuständigen Dezernenten Lars Pletscher (CDU) teilgenommen hat.

Sollte sich niemand finden, der das Geld annimmt, wolle die Schule selbst aktiv werden – zunächst mit einer „Soforthilfe“ von 1000 Euro, mit denen sie eigene Klopapier-Spender in den Kabinen der Schülertoiletten anbringen wollen. Mit Kleber, statt zu bohren. Perspektivisch werde auch darüber nachgedacht, einen Klo-Anhänger für die Schüler zu mieten, zumindest zeitweise. „Das wäre eine erste, sichtbare Erleichterung“, sagt Scholl. Außerdem gefreut habe man sich über die Spende von Sanitätstaschen für Ausflüge durch eine Privatperson. Die Übergabe fand ebenfalls beim Spendenlauf statt.

Treppe repariert

Ansonsten habe sich seit Veröffentlichung des Berichts zumindest etwas getan. Die bröckelnde Treppe am Eingang sei repariert worden und die Stadt habe Handwerker geschickt, die sich um die Schließvorrichtung an zwei Türen kümmern sollten, sagt Scholl. „Das hat anscheinend Wellen geschlagen.“

Die Nichtaufnahme in das Startchancen-Förderprogramm sei wohl nicht veränderbar. Weitere Anfragen nach Fördermöglichkeiten, unter anderem ans Bildungsministerium in Mainz, liefen weiter. Auch wie es mit der ebenso sanierungsbedürftigen Turnhalle weitergeht, sei noch unklar. Die Halle ist seit Jahren aufgrund von Schadstoffbelastungen gesperrt, Schüler weichen zurzeit nach Mutterstadt oder Friesenheim aus.

Die Zukunft der Sporthalle ist noch ungeklärt.
Die Zukunft der Sporthalle ist noch ungeklärt.
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