Ludwigshafen
Teuer, aber vielseitig: WBL demonstriert Einsatzbereitschaft des Fuhrparks
Mit reichlich Maschineneinsatz sorgen die Wirtschaftsbetriebe Ludwigshafen (WBL) in jedem Winter für sichere Straßen. Zum Saisonende hat Teamleiter Andreas Hertlein dem Werksausschuss Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit des Fuhrparks sowie sämtlicher Mitarbeiter demonstriert. Der Tag beginnt früh im Winterdienst. „Wir fangen mit unseren Touren um 3 Uhr an, damit wir mit unseren Plänen um 6 Uhr durch sind, wenn der Berufsverkehr beginnt“, erklärte Hertlein.
Er wollte dem Ausschuss einmal hautnah erklären, wofür sie die Hand heben, wenn es mal wieder um die Neuanschaffung eines Streu- oder Räumfahrzeuges geht. Billig ist dieser Fuhrpark nämlich nicht. Dafür aber zumindest multifunktional. „Wir können die Fahrzeuge auch für den Sommerbetrieb umrüsten“, sagt der Teamleiter. Das geschehe zwar nicht im „Boxenstopp-Tempo“ eines Formel Eins Rennens, aber innerhalb weniger Tage wird aus einem „Streuer“ ein normales Transportfahrzeug, werden Schneepflüge durch Kehrrollen ersetzt. Damit fahren die orangenen Multifunktionsfahrzeuge praktisch das ganze Jahr über durch die Straßen der Stadt.
Das Fahrzeug mit der Sole-Mischung
Es sind 14 Fahrer, die auf den neun großen und sechs kleineren Streufahrzeugen sitzen und schnellstmöglich Gefahrenstellen beseitigen, berichtete Hertlein. Nach den Schwerpunktplänen stehen dabei Brücken, Auffahrten und Strecken mit Buslinien ganz oben auf der Prioritätenliste. Manche Stellen könne man auch schon vorbeugend behandeln. Dafür sei man mit dem sogenannten „Full Wet“ ausgestattet, also einem Fahrzeug, das mit einer aufgelösten Sole-Mischung unterwegs ist, die feucht (= „wet“) auf die Straßenoberfläche aufgetragen wird und sich in den Asphaltporen festsetzt, bis beispielsweise überfrierende Nässe oder Raureif die Salzmischung aktiviert.
„Auf Radwegen arbeiten wir besser mit Rollbesen als mit Schneeschiebern“, erklärte Hertlein. Allerdings sei der Maschineneinsatz hier nicht immer möglich. „Wir brauchen dafür eine Mindestbreite.“ Diese sei nicht auf allen Radstrecken im Stadtgebiet gegeben. Auch deshalb ist er froh, dass sein Team von der Straßenreinigung im Winter nicht allein dasteht. „Die Zusammenarbeit funktioniert bereichsübergreifend sehr gut.“ So seien auch immer wieder Mitarbeiter der Stadtentwässerung mit im Team und die Grünbetriebe mit bis zu 60 Mitarbeitern mit Besen und Schippe unterwegs. Sie betreuen Gehwege, Zebrastreifen und Flächen im Bereich der Grünanlagen. „Nur besteht unser Streugut ausschließlich aus Split“, erklärte Bereichsleiterin Gabriele Bindert.
Auch auf den Härtefall vorbereitet
Auf 19 Touren sind die WBL-Mitarbeiter auf ihren großen und kleineren Fahrzeugen unterwegs, immer im Team mit zwei bis drei Personen. Je nach Witterung werden dabei rund 400 Tonnen Streusalz im Jahr verwendet. Zwar habe es in der meistens etwas wärmeren Kurpfalz auch schon Jahre gegeben, in denen kaum Salz auf der Straße landete, „aber wir hatten auch schon ein Jahr, in dem wir in unserem Salzlager die Reste zusammengekehrt haben, damit wir überhaupt noch etwas zum Streuen hatten.“ Auch darauf sei man vorbereitet, erklärte Andreas Hertlein den Ausschussmitgliedern. „Wir wollten einfach mal vorstellen, was wir hier tun und womit wir dafür arbeiten.“ Und das nahezu rund um die Uhr. Für eine Bilanz dieser Wintersaison sei es allerdings noch zu früh.