Ludwigshafen „Tennis war damals etwas Besonderes“

«Böhl-Iggelheim.» 77 Tennisinteressierte haben vor 40 Jahren den Tennisclub Böhl-Iggelheim gegründet. Werner Gräber, Karl Naumer und Heinz Möller bildeten damals den ersten Vorstand. Am Samstag feiert der heute 173 Mitglieder zählende Club ein Sommerfest zum Jubiläum. Über die Historie und die Entwicklung des TC berichtet der aktuelle Vorsitzende Harald Schlegel (50).

Herr Schlegel, seit dreieinhalb Jahren sind Sie jetzt Vorstand des TC. Wann sind Sie zum Tennis gekommen und wie haben Sie den Club zu den Anfängen erlebt?

Ich bin 1984 in den Verein eingetreten, damals zusammen mit einer ganzen Reihe von Freunden. Der Tennissport erlebte mit dem Wimbledon-Erfolg von Boris Becker ein Jahr später einen Boom. Tennis war damals etwas Besonderes und hatte auch einen gewissen elitären Charakter. Die Tenniskleidung war weiß. Farbige T-Shirts, wie sie heute alltäglich sind, waren verpönt. Wir Jugendliche mussten uns hinten anstellen. Das lag aber auch daran, dass es damals viel mehr Mitglieder gab, heute ist das alles entspannter. Wie ist die Situation heute? Aktuell sind wir bei 173 Mitgliedern, davon rund 100 Aktive. Mit Mitgliederaktionen für Anfänger und Neueinsteiger peilen wir mittelfristig wieder die 200er Marke an. Wie hat sich der Verein sportlich in den 40 Jahren geschlagen ? In den 90er-Jahren war der TC mit bis zu zwölf Mannschaften in der Medenrunde vertreten. Heutzutage mit weitaus weniger Mitgliedern sind es nur noch halb so viele. Sportlicher Höhepunkt war 1995 der Aufstieg der Herren 35 in die höchste Spielklasse, die Regionalliga. 2001 stieg die erste Damenmannschaft in die Pfalzliga auf. Momentan verfügen wir neben den aktiven Mannschaften auch über eine sehr gute Mixed Mannschaft bei der Altersklasse 40+, die sich seit einigen Jahren in der Pfalzliga sehr gut schlägt und dort auch schon die Meisterschaft errungen hat. Was ist das Besondere am TC Böhl-Iggelheim? Wir sind zwar nicht der größte und sportlich erfolgreichste Verein im Kreis, aber wir sehen uns als Club mit einer besonders herzlichen Atmosphäre. Dazu gehört auch ein harter Kern von rund 50 Männern und Frauen, der die Geselligkeit liebt und anpackt, wenn Hilfe benötigt wird. Sehr schön ist natürlich auch unsere Anlage mit acht gepflegten Plätzen und das große Clubhaus, die „Tennisklause“ mit Terrasse. Was läuft weniger gut, woran will der Verein in Zukunft arbeiten? Wir könnten im Jugend- und junge Aktive-Bereich sicherlich noch mehr Mitglieder vertragen. Wir hatten zwar knapp 20 Jugendliche im Wintertraining. Für den Sommer ist es aber eine Herausforderung, genügend Jugendliche zu finden, die auch in der Mannschaft spielen wollen. Ähnlich sieht es bei den aktiven Herren aus, wo uns ebenfalls die kritische Masse für eine Mannschaft fehlt. Glauben Sie an den Kerber-Effekt nach dem Grand-Slam-Erfolg der Deutschen vor wenigen Wochen in Wimbledon? Es ist schwer zu sagen, ob Tennisvereine direkt davon profitieren. Die Konkurrenz von Fußball und Handball ist gerade bei uns in Böhl-Iggelheim immer da, zum anderen leiden alle klassischen Sportarten sicher darunter, dass viele Jugendliche eher am PC spielen als in der realen Welt. Am kommenden Wochenende steht das Jubiläumsfest an. Wie wird bei Ihnen am Samstag auf der Anlage in der Wehlachstraße 29 gefeiert? Es soll ein Fest der Begegnung werden mit aktiven, passiven und ehemaligen Vereinsmitgliedern. Hierfür sind ab zirka 16 Uhr verschiedene Programmpunkte geplant. So wird es beispielsweise einen hochklassigen Showkampf mit einer mehrfachen Europa- und Weltmeisterin der Damen 35 geben, außerdem einen Sektempfang, zudem Spießbraten und am Abend schließlich Live-Musik. Rund 90 Gäste haben ihr Kommen schon zugesagt.

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