Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel „Tatort“-Dreharbeiten in LU: Ermittlungen in Echtzeit

Dreharbeiten in LU: Rechts im Bild, hinter den Mülltonnen, ist Ulrike Folkerts zu sehen.
Dreharbeiten in LU: Rechts im Bild, hinter den Mülltonnen, ist Ulrike Folkerts zu sehen.

Eine „Explosive Mischung“ eröffnet den gleichnamigen „Tatort“, der derzeit in Ludwigshafen gedreht wird. Stets bei Nacht.

„Guten Morgen!“ grüßen die Mitarbeiter am Abend, denn Drehbeginn ist immer gegen 17 Uhr. Wenn andere Feierabend machen, startet für das rund 30-köpfige Team erst der Tag, denn erst, wenn es dunkel wird, geht es los.

Der 84. „Tatort“ für die Ludwigshafener Kommissarin Lena Odenthal spielt in der Nacht und in Echtzeit. Das heißt, wenn er, wie geplant, an einem Sonntag im Herbst 2026 ab 20.15 Uhr im Fernsehen zu sehen sein wird, ist es auch im „Tatort“ 20.15 Uhr. Und Lena Odenthal hat nur bis 21.45 Uhr Zeit und Gelegenheit, um den Fall – hoffentlich – zu lösen.

„Pulsierende Story“

Die „Explosive Mischung“ (Buch und Regie: Martin Eigler) wird mit der Sprengung eines Geldautomaten eröffnen, bei der nicht das Geld, aber der polizeibekannte Anführer einer Stadtteilgang tot am Tatort zurückbleibt. Die Kommissarinnen Odenthal und Johanna Stern vermuten, dass er selbst zu den Räubern gehörte und fragen sich zugleich, ob möglicherweise Fremdeinwirkung im Spiel war. „Eine pulsierende Story, die mehr und mehr Zug aufnimmt und wirklich in Echtzeit durch die Nacht rollt“, verspricht SWR-Redakteur Nils Reinhardt.

Am Set vom neuesten Lena-Odenthal-Tatort: die Hauptdarstellerinnen Ulrike Folkerts und Lisa Bitter, Kameramann Andreas Schäfauer
Am Set vom neuesten Lena-Odenthal-Tatort: die Hauptdarstellerinnen Ulrike Folkerts und Lisa Bitter, Kameramann Andreas Schäfauer, Redakteur Nils Reinhardt sowie Autor und Regisseur Martin Eigler.

Zwischen Ludwigsplatz und Bismarckstraße

Einmal auf die Kamera zu und einmal von ihr verfolgt, geht Ulrike Folkerts in der Hauptrolle telefonierend durch die kurze, schmucklose Passage zwischen dem Ludwigsplatz und der Bismarckstraße. Überhaupt dürfte es ein „Tatort“ werden, in dem ganz zeitgemäß viel telefoniert wird. Kameramann Andreas Schäfauer nimmt denn auch eigens noch einmal das Handy in Odenthals Hand in den Fokus. Am anderen Ende spricht ihre Kollegin Stern, die im Kommissariat die Fäden zusammenhält, während Odenthal vor Ort unterwegs ist. Lisa Bitter, Sterns Darstellerin, ist denn diesmal auch gar nicht in Ludwigshafen dabei, weil ihre Szenen in Baden-Baden gefilmt werden.

Abschluss am 12. Dezember

Fünf Nächte, vom vergangenen Montag bis diesen Freitag, wird in Ludwigshafen gedreht, der Rest in Karlsruhe und Baden-Baden, dem Sitz des SWR, an dem in einem großen Gebäude sämtliche Kulissen der „Tatort“-Kommissariate von Ludwigshafen, Freiburg und Stuttgart stehen. Der Abschluss der Dreharbeiten, die am 11. November begonnen haben, ist für den 12. Dezember geplant, und damit das auch hinkommt, wurden sie gezielt im Herbst angesetzt, wenn es früher dunkel wird. Am Abend kann es da schon nach Nacht aussehen und zum Drehschluss eine oder mehrere Stunden nach Mitternacht sowieso.

Spielcasino im Leerstand

In einem Leerstand in der Passage befindet sich im „Tatort“ ein Spielcasino. Als Odenthal es betritt, immer noch mit dem Handy am Ohr, dringt rotes Licht auf die nächtlich einsame Straße. Innen sitzt undercover die junge Kommissarsanwärterin Mara Hermann, wie Ulrike Folkerts verrät, aber das sind dann schon Innenaufnahmen, die nicht mehr in Ludwigshafen, sondern in Karlsruhe entstehen.

Das Casino ist der Treffpunkt der Gang, ist noch zu erfahren, und deshalb ein wichtiger Schauplatz des Krimis, der in Ludwigshafen unter anderem noch in die Schulstraße, das Mosch-Hochhaus und zum Müllheizkraftwerk führen wird. „Ich schneie einmal ins Präsidium und kriege Infos, die mich wieder raustreiben“, berichtet Folkerts, die zwischen diesen Orten beständig unterwegs ist – und am Handy.

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