Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt vergrößert Grünstreifen: Mulde fängt Regenwasser auf

Neben dem Grünstreifen in der Mitte der Damaschkestraße ist von der Kallstadter- bis zur Niederfeldstraße eine 300 Meter lange M
Neben dem Grünstreifen in der Mitte der Damaschkestraße ist von der Kallstadter- bis zur Niederfeldstraße eine 300 Meter lange Mulde fertiggestellt worden.

In der Gartenstadt entsteht ein Retentionsraum im Mittelstreifen der Damaschkestraße. Damit soll Wasser bei Starkregen zurückgehalten werden.

Vor recht genau einem Jahr hat die Stadt Ludwigshafen ihr Konzept zur Vorsorge gegen Starkregen-Ereignisse vorgestellt. Hintergrund ist die zunehmende Wahrscheinlichkeit solcher Ereignisse infolge des Klimawandels. Entlang der Damaschkestraße in der Gartenstadt ist nun ein erstes Projekt zum Bau eines „Retentionsraums“ abgeschlossen und bei einem Ortstermin der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Die quasi zweigeteilte Damaschkestraße besitzt einen breiten Grünstreifen in der Mitte. Im Abschnitt zwischen der Kallstadter Straße und der Niederfeldstraße ist dieser Grünstreifen nun durch den Rückbau einer Fahrbahnseite um 1,5 Meter vergrößert worden, sodass auf einer Länge von 300 Metern neben der Fahrbahn eine „Mulde“ entstehen konnte. Sie dient als Rückhalteraum, in dem sich überschüssiges Wasser sammeln kann, das bei Starkregen nicht mehr von der vorhandenen Kanalisation aufgenommen werden kann.

Das Gras braucht noch etwas

Die langgezogene Mulde hat an ihrer Sohle eine Breite von 60 Zentimetern und erreicht mit den ansteigenden Rändern eine Gesamtbreite von über zwei Metern. „Die Arbeiten haben Anfang Februar begonnen, nun sind wir fast fertig“, informiert Umweltdezernent Alexander Thewalt (parteilos).

Vor Ort präsentiert sich die Mulde aktuell noch mit brauner Erde bedeckt. Im Endzustand soll sie ebenso mit grünem Gras bewachsen sein wie der übrige Mittelstreifen daneben. Der Grassamen sei bereits eingesät, brauche aber noch etwas Zeit zum Wachsen, so Thewalt, der sich beim Land für die vollständige Förderung des Projekts im Rahmen des „Kommunalen Investitionsprogramms Klimaschutz und Innovation“ (Kipki) bedankte.

„Es war für uns keine alltägliche Maßnahme“, verwies Sascha Lautenschläger vom städtischen Umweltbereich auf die kurze Umsetzungsfrist. Bis Ende 2026 müssen die Kipki-Projekte realisiert und abgerechnet sein. Wie er sagte, sei der zur Verfügung stehende Etat von 500.000 Euro für das Projekt eingehalten worden.

Besonders anfällig

Mit dem Geld wurde nicht nur die Fahrbahn verengt und die 300 Meter lange Mulde angelegt. Auch die Querungen für Fußgänger über Mulde und Grünstreifen wurden barrierefrei umgebaut und stehen inzwischen an gleicher Stelle wieder zur Verfügung.

„Unser Ziel war, das Starkregen-Risiko einzudämmen. Denn im Extremfall könnten die Keller der Anwohner volllaufen“, nannte Lautenschläger den Hintergrund der Maßnahme. Nach Erkenntnissen der Stadt ist der Straßenabschnitt aufgrund der tiefer liegenden Grundstücke besonders anfällig für Überschwemmungen.

Wie der Diplom-Ingenieur erläuterte, gebe es daneben einen weiteren positiven Effekt: Auch normaler Regen werde künftig nicht mehr in den Abwasserkanal geleitet, sondern könne sich in der Mulde sammeln und so zur Bewässerung der Bäume auf dem Grünstreifen beitragen.

Wie Planer und Projektleiter Bernd Lipowsky vom städtischen Grünconsulting erklärte, hat die 300 Meter lange Mulde ein Fassungsvermögen von über 100 Kubikmetern Regenwasser. Sollte auch das nicht ausreichen, gibt es einen „Notüberlauf“ mit einem Rohr am Ende der Mulde, das unter der Kallstadter Straße hindurch zum Maudacher Bruch führt. Der Ausgang des Rohrs liegt dort unter einem massiven Steinhaufen verborgen.

Kostenlose Beratung

Ob die Stadt die Maßnahme über die Niederfeldstraße hinaus fortsetzen wolle, um weitere Häuser zu schützen, wollte eine Anwohnerin beim Ortstermin wissen. „Das machen wir gern, wenn wir das Geld bekommen“, antwortete Thewalt. Allerdings steigt das Gelände in diese Richtung an, was das Starkregenrisiko verringert.

Privaten Hausbesitzern, die sich über ihr Starkregenrisiko informieren wollen, bietet die Stadt kostenlose Beratung an. Zudem kann jeder Bürger selbst seine Situation prüfen: Unter der Internetadresse https://wasserportal.rlp-umwelt.de/auskunftssysteme/sturzflutgefahrenkarten

stellt das Land Rheinland-Pfalz topografische Karten bereit, aus denen sich die Höhenlage und mögliche Überflutungsgefahren ablesen lassen.

x