Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt, Rad, Baustelle: Wie uns der Mai auf den Ludwigshafener Bau-Sommer einstimmt

Was schon eine vergleichsweise kleine Sperrung anrichten kann, erleben wir seit Montag.
Was schon eine vergleichsweise kleine Sperrung anrichten kann, erleben wir seit Montag.

Mit der zweiwöchigen Sperrung der Konrad-Adenauer-Brücke stimmt die Stadt ein auf alles, was in der warmen Jahreszeit noch kommt.

Wenn diese Woche eines schon mal war, dann ein Vorgeschmack auf den Sommer. Ja, weil das Wetter gut war, aber auch, weil mit der Sperrung der Auffahrt von der Yorckstraße auf die Konrad-Adenauer-Brücke eine wichtige Verkehrsader über den Rhein gesperrt wurde. Klar, das ist nicht gleich der Nordbrückenkopf, aber wie gesagt, ein Vorgeschmack, auf das, was mit dessen Abriss auf uns zukommt. Und zumindest am Montag schien es so, als wäre das gar kein gutes Omen. Denn der Rückstau, den die Umleitung von Autofahrern auf die Kurt-Schumacher-Brücke verursachte, reichte von der noch offenen Abfahrt der Adenauer-Brücke bis nach Mannheim hinein. Zumindest morgens standen die Autos dort und in der Ludwigshafener City mehr oder weniger still.

Schlechtes Zeichen? Gutes Zeichen?

Aber schon am Abend sah es dort schon deutlich besser aus. Es gab „nur“ den üblichen zähfließenden Berufsverkehr. Vielleicht hatten sich die Pendler schon an die neue Verkehrsführung gewöhnt, oder der Rückfluss nach Mannheim war einfach nicht so immens und geballt wie am Morgen. Am Dienstag war schon morgens nichts mehr zu sehen vom Chaos des Vortags. Mittwochs hieß es zwar im Radio, dass ein großer Stau bis in Mannheims Parkring hineinreicht – doch auch an diesem Tag schien morgens um halb zehn schon wieder alles vorbei zu sein. Wenn schon nicht flüssig, dann war der Verkehr zumindest funktionstüchtig.

In Ludwigshafen sowieso.
In Ludwigshafen sowieso.

Das wäre natürlich wiederum ein gutes Zeichen für die Zeit, wenn die „Spange“ den Verkehr um die Baustelle am Nordbrückenkopf umleiten soll, und der ganze Verkehr nach Mannheim nur noch über die Adenauer-Brücke geht. Ob sich die Lage in dieser Woche so eins zu eins übertragen lässt, ist freilich spekulativ. Denn das Vorhaben ab August ist deutlich größer, es wäre ein eigener Artikel, minutiös aufzuzählen, was wo wann gebaut, gesperrt und umgeleitet wird. Die Stadt veröffentlichte zwar Infografiken, aber um sie zu verstehen, bräuchte man beinahe eine eigene Ausbildung. Ein wichtiger Indikator für das Gelingen wäre schon mal, ob man die Zeitpläne einhalten kann. Hier also könnte man darauf achten, ob der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) die neue Haltestelle und Auffahrt zur Adenauer-Brücke rechtzeitig fertig bekommt, also bevor die Schumacher-Brücke für den Straßenbahnverkehr gesperrt wird. Die zwei Wochen, die dafür angesetzt sind, wirken nicht gerade üppig – das sind die anderen Zeitpläne aber auch nicht.

Jeder muss ein wenig leiden

Die Adenauer-Brücke ist nicht einmal der einzige Verkehrsweg, der im Mai gesperrt wird. Nein, da ist ja auch noch der Hemshoftunnel, der vier Wochen lang zugemacht wird, wegen der Behebung eines Wasserschadens. Wann es damit losgeht, ist bis dato noch nicht so richtig bekannt. Aber was gibt es Schöneres als eine Überraschung? Und da sind die Auffahrtssperrungen auf die Hochstraße Nord in Richtung A650 sowie die Schließung der Hochstraßen-Auffahrt Heinigstraße Richtung Mannheim noch gar nicht dabei. Die sollen „Mitte Mai“ kommen – vorübergehend zwar, aber wann genau und für wie lange, nun, wer weiß? Immerhin soll die Abfahrt Heinigstraße von der dann neuen Hochstraße Süd zum selben, vagen Zeitpunkt fertig sein.

Auto Moritz Vogt
Auto Moritz Vogt

Da könnte man sich jetzt sagen: Mensch, so viel Stau, so viel Sonne, ich fahre jetzt einfach Rad. Grundsätzlich eine tolle Idee, das mache ich persönlich auch gerne. Es gilt Sebastian Krummbiegel von den „Prinzen“ im Gedächtnis zu behalten: „Nur Genießer fahren Fahrrad und sind immer schneller da.“

Aber: Auch wir Radler werden leiden. Denn es heißt zwar, dass die Adenauer-Brücke weiterhin voll mit dem Velo befahren werden kann, aber wer das vom Berliner Platz aus tatsächlich tun will, hat die Wahl zwischen Regen und Traufe. Entweder fährt man einen Riesenschlenker über die Yorckstraße, oder man schleicht sich über Straße und Gleise auf einen geschotterten Holperweg, der nur halb danach aussieht, als sollte dort ein Rad fahren. Wir sind gespannt, ob die Südtrasse zwischen Ludwigshafen und Mannheim ab Juli/August wirklich wieder voll funktionsfähig ist – für alle Verkehrsteilnehmer.

Aber was wäre Ludwigshafen auch ohne die konstante Erinnerung daran, dass wir hier wirklich alle zusammen mit drinstecken?

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