Ludwigshafen Spurensuche nach Badeunglück

Auch drei Tage nach dem Unglück an der Großen Blies ist gestern nicht klar geworden, warum eine 20-Jährige am Samstag ertrunken ist. Die Rettungsschwimmer der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verließen kurz vor dem Vorfall den See, den sie an Wochenend- und Feiertagen ehrenamtlich überwachen.

„Ich habe unseren Rettungsschwimmern den Schock angesehen“, sagt Helmuth Völlmar, Vorsitzender der DLRG Ortsgruppe Ludwigshafen. Vier seiner Kollegen waren am Samstag an der Großen Blies im Einsatz, wenige Minuten vor dem Unglück gegen 18.30 Uhr rollten sie die DLRG-Flagge ein und fuhren ab. Zu dem Zeitpunkt hatten sie schon über acht Stunden freiwilligen Dienst geleistet. Bezahlt werden sie dafür nicht. „Für uns ist das eine Herzensangelegenheit“, sagt Völlmar. „Wir wollen vermeiden, dass genau solche Unfälle passieren.“ Wie berichtet schwamm eine 20-Jährige, die in Bayern studierte und deren Eltern aus Ludwigshafen stammen, mit ihrer Mutter in die Mitte des Sees, bevor sie unterging und nicht wieder auftauchte. „Am Sonntag haben unsere Rettungstaucher der Berufsfeuerwehr bei der Suche geholfen“, sagt Völlmar. Einer von sieben DLRG-Rettungstauchern fand die Frau in zehn Meter Tiefe. Das Obduktionsergebnis wird heute erwartet, Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft bisher nicht. Wahrscheinlicher ist ein Krampf oder ein Kreislauf-Problem. Hätte die Frau gerettet werden können, wenn noch DLRG-Schwimmer vor Ort gewesen wären? „Da kann man nur spekulieren“, sagt Völlmar. „Wenn jemand rechtzeitig auf sich aufmerksam macht, ist es möglich.“ Im vergangenen Jahr habe man so eine Frau retten können. Grundsätzlich schwimmen Gäste an der Blies auf eigene Gefahr, seit der See 2013 von einem Naturbad zu einer Badestätte umgewidmet wurde. Dass die Rettungsschwimmer an Wochenend- und Feiertagen trotzdem von 10 bis 18 Uhr im Einsatz sind, haben sie mit dem Förderverein Strandbad Blies ausgemacht. „Wir hätten natürlich nichts dagegen, wenn sie länger bleiben würden“, sagt Emil Spitzfaden, Vereinsvorsitzender. „Vom Personal her ist das leider nicht möglich“, sagt Völlmar. „Wir haben jetzt schon Probleme, die Dienstpläne vollzubekommen.“ Immer weniger Menschen seien bereit, das Wochenende lang mit dem Fernglas auf den See zu starren. (seed)

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