Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel SPD und Grüne fordern flächendeckend Tempo 30 für Stadtteil in Ludwigshafen

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Warum die gemeinsame Fraktion von SPD und Grünen im Ortsbeirat Gartenstadt für klare Verhältnisse im Stadtteil wirbt – und welche Vorteile sie darin sieht.

Die Fraktion von SPD und Grünen im Ortsbeirat Gartenstadt fordert die Einführung einer flächendeckenden Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern im gesamten Ludwigshafener Stadtteil. Die uneinheitliche Regelung mit wechselnden Tempo-30- und Tempo-50-Abschnitten, insbesondere auf den stark frequentierten Durchgangsstraßen Maudacher und Leininger Straße, ist der Fraktion ein Dorn im Auge. Auf diesen Straßen gebe es zudem zahlreiche Asphaltschäden, für deren kurzfristige Sanierung derzeit keine konkreten Pläne vorlägen. Dies führe zu einem unruhigen Verkehrsfluss mit häufigen Beschleunigungs- und Verzögerungsvorgängen, die die Lärm- und Schadstoffbelastung für die Anwohner erhöhten, begründen SPD und Grüne ihren Vorstoß.

Markus Lemberger (SPD)
Markus Lemberger (SPD)

„Ein flächendeckendes Tempo 30 bringt uns im Alltag kaum Zeitverlust, wie Studien klar zeigen, aber spürbar mehr Ruhe, Sicherheit und Lebensqualität in der Gartenstadt“, betont SPD-Sprecher Markus Lemberger (SPD). „Wenn wir heute bereits vielerorts mit Tempo 30 gute Erfahrungen gemacht haben, dann müssen wir den Schritt zu einer einheitlichen Regelung gehen – für unsere Nachbarn und ein deutlich lebenswerteres Viertel“, ergänzt Susanne Großpietsch (Grüne). Eine aktuelle Auswertung der Metastudie der Björn-Steiger-Stiftung zeige, dass eine flächendeckende Einführung von Tempo 30 in Innenstädten in der Regel kaum zu verlängerten Fahrzeiten führe – bei einer rund acht Kilometer langen Strecke steige die Fahrtzeit in einer Untersuchung im Vereinigten Königreich um weniger als eine Minute trotz niedrigerer Geschwindigkeit. Dies entspreche einer tatsächlichen Zunahme der Reisezeit von etwa drei bis fünf Prozent, also im Alltag für Verkehrs- und Alltagswege kaum spürbar.

Susanne Großpietsch (Grüne)
Susanne Großpietsch (Grüne)

Auch internationale wissenschaftliche Analysen kämen zu dem Ergebnis, dass eine Reduktion der durchschnittlichen Geschwindigkeit um etwa fünf Stundenkilometer die durchschnittliche Reisezeit pro Fahrt um weniger als zehn Sekunden erhöhen könne, während gleichzeitig das Unfallrisiko deutlich sinke. Darüber hinaus zeigten Untersuchungen aus europäischen Städten, dass die tatsächliche Erhöhung der Reisezeit oft geringer ausfalle als häufig angenommen, da in innerstädtischen Bereichen durch Ampeln, Kreuzungen und Verkehrsaufkommen ohnehin bereits niedrige Durchschnittsgeschwindigkeiten herrschten.

Positive Effekte überwiegen

Studien belegten ferner, dass niedrigere Geschwindigkeiten zu deutlich reduzierten Lärmpegeln und weniger nächtlichen Störungen führten, was insbesondere für Anwohner in dicht bebauten Wohngebieten wie der Gartenstadt relevant sei. Die Wahrscheinlichkeit schwerer Unfälle sinke signifikant bei niedrigerem Tempo. Gleichmäßigere Geschwindigkeiten führten auch zu weniger Stop-and-go-Verkehr und damit zu einem insgesamt ruhigeren Verkehrsgeschehen. Die derzeitige Situation mit häufig wechselnden Tempolimits sei nicht nur für Verkehrsteilnehmer verwirrend, sondern begünstige auch unangemessenes Beschleunigen zwischen Tempobereichen, was Lärm, Stress und Unfallrisiken erhöhe.

Eine einheitliche Tempo-30-Regelung schaffe Klarheit, verbessere die Orientierung und reduziere außerdem die Anzahl der notwendigen Verkehrsschilder, bilanzieren Lemberger und Großpietsch.

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