Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Sinfonisches Blasorchester mit „Sterne des Südens“ im Pfalzbau

Bombastisch-entschlossene und lautstarke Passagen wechselten sich beim Konzert des Sinfonischen Blasorchesters Ludwigshafen mit
Bombastisch-entschlossene und lautstarke Passagen wechselten sich beim Konzert des Sinfonischen Blasorchesters Ludwigshafen mit fröhlich-leichten und ruhig-entspannten Teilen ab.

„Sterne des Südens“ – mit diesem Titel und dem roten Faden der Freiheit hat das Konzert des Sinfonischen Blasorchesters Ludwigshafen mit den Besuchern im Pfalzbau eine abwechslungsreiche musikalische Reise sowohl durch die Zeiten als auch durch Italien und Spanien veranstaltet.

Das Geburtsland der Oper, das Land mit der höchsten Dichte an Museen und mit einigen der bedeutendsten Bauwerke der westlichen Welt: Italien ist für Kunstinteressierte ein Paradies. Und mit einem der größten Komponisten der Romantik beginnt das Konzert: „Ouvertüre zu Nabucco“ von Giuseppe Verdi. 1842 uraufgeführt und erster großer Opernerfolg Verdis wird sie häufig in Sinfoniekonzerten außerhalb des ursprünglichen Opernkontextes präsentiert. Das Streben nach Freiheit der Hebräer, die von Nebukadnezar II. / Nabucco nach Babylon entführt wurden, steht im Vordergrund und hatte eine große politische Bedeutung für weite Teile Norditaliens zur Zeit der Uraufführung, da diese unter der Herrschaft Österreichs standen. Entsprechend emotionsgeladen kommt das Werk daher.

Bombastisch-entschlossene und lautstarke Passagen wechseln sich mit fröhlich-leichten und ruhig-entspannten Teilen ab, inklusive nachdrücklichem Abschluss. Die Freiheit, die Demokratie sind ein wichtiges Gut, dementsprechend ist das nicht das einzige Stück, das auf diese wertvollen Grundlagen einer Gesellschaft verweist. „Wir sind in einer schwierigen Zeit mit Klimawandel, Kriegen“ und der Zunahme von extremistischen Strömungen, so das Orchester zum Bezug zur heutigen Zeit.

Naturgewalten in ihrer ganzen Bandbreite

Ein „großer Berg im düsteren Morgennebel“, auf dem langsam der Tag anbricht und sich der erste Sonnenstrahl Bahn bricht: Ein „Alpenidyll“, das allerdings durch tosende Gewitter unterbrochen wird, bevor wieder das schöne Bergpanorama in den Vordergrund rückt. „Poema Alpestre“ von Franco Cesarini entstand 1999 zum 50. Todestag von Richard Strauss mit deutlichen Anlehnungen zu dessen „Alpensinfonie“. Stürme gehen vorüber, das Licht erscheint wieder. Vertont wird das sehr wechselvoll dargestellt: Sehr laut, grollend, stürmend, mit Gefühlen von Hast und Unruhe bis hin zu drohenden Sequenzen wechselt es immer wieder ab mit mystischen Abfolgen, dargebracht durch die Harfe, sowie lichten Momenten mit Kuhglockengeläut, Vogelgezwitscher und phasenweiser Idylle. Nach dem Gewitter kommt die beeindruckende und erleichternde Ruhe – die Naturgewalten in ihrer ganzen Bandbreite, inklusive fulminantem, selbstbewusstem Abschluss.

„El Camino Real – eine südländische Fantasie“ von Alfred Reed entführt die Zuhörenden nach Spanien zur iberischen Halbinsel. Der dreiteilige Aufbau – die feurige Jota, eine spanische Tanzform mit Kastagnetten, der Mittelteil auf Basis des ruhigen Tanzes Fandango mit romantischen, träumerischen Melodien, die ein wenig an Fantasy-Filmmusik erinnern, und der energiegeladene Abschluss mit Pferdegetrappel und Aufgreifen des ersten Teils – garantiert Abwechslung und „vermittelt das spanische Lebensgefühl“. In Andalusien spielen auch Auszüge aus der Oper „Carmen“ von Georges Bizet. Der Soldat Don José verliebt sich in die freiheitsliebende Carmen. Doch seine Eifersucht führt zum sozialen Absturz. Die Musik ist beeinflusst vom Flamenco und der spanischen Folklore, wobei der Komponist Spanien nie besucht hat. Assoziationen an Stierkampf entstehen, aber auch an die Ruhe von Waldlichtungen.

Unabhängigkeitskampf der spanischen Kolonisten

Und wieder einmal geht es um Freiheit mit Oscar Navarros „Libertadores“: Der Unabhängigkeitskampf der spanischen Kolonisten steht in diesem Werk im Vordergrund. „Der zweite Teil erinnert an den hoffnungsvollen Gesang der Sklaven vom ersten Werk dieses Abends“. Er ist den Freiheitskämpfern Simon Bolivar und José de San Martin gewidmet. Der erste Teil beschreibt die Landschaft Südamerikas, die durch dichten Urwald geprägt ist. Navarro ist dabei beeinflusst von der Kultur der indigenen Völker. Bodypercussion – das Orchester klatscht Rhythmen auf dem Körper – sowie Gesangseinlagen werden eingewoben. Der zweite Teil wird unmissverständlich untermauert durch die Trommler des Orchesters, die sich vor dem Publikum aufstellen und den Freiheitsmarsch nachdrücklich betonen.

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