Ludwigshafen Seit 25 Jahren in der Pfalz zu Hause

LUDWIGSHAFEN. 25 Jahre ist es her, da hatte Hans-Winand Bosch „die Entscheidung zwischen Wein und Kölsch“ zu treffen. Niemals, versichert der gebürtige Aachener, habe er die Festlegung auf den Rebensaft bereut – und vor allem: auf eine Karriere bei der BASF. Seit zehn Jahren ist er dort als Leiter des Logistikzentrums für den reibungslosen Warenumschlag verantwortlich.

Y 130 – hinter dieser schnöden Kombination aus einem Buchstaben und drei Ziffern verbirgt sich das 2003 erbaute riesige Logistikzentrum, dessen Leitung Hans-Winand Bosch 2004 übernommen hat. Es ist nach seiner Erkenntnis „das weltgrößte Lager für chemische Produkte“ und bietet Platz für 120.000 Paletten. 100 bis 120 Lkw verlassen an einem normalen Werktag das Gelände ganz im Norden des BASF-Standorts und der Stadt Ludwigshafen. Dazu werden 70 bis 80 Container auf die Bahn oder auf Binnenschiffe in Richtung Rotterdam oder Antwerpen verladen. Die rund 120 Mitarbeiter, die in der Verwaltung des Logistikzentrums und als Lagerarbeiter beschäftigt sind, arbeiten 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Das Logistikzentrum ist für die BASF ein interner Dienstleister und der 58-Jährige dessen Manager. Mit dem, was er ursprünglich studiert hat, hat seine Aufgabe nicht wirklich etwas zu tun. Vor seiner Promotion in Verfahrenstechnik hatte Bosch einst in Aachen Mathematik studiert. Was davon geblieben ist, ist das analytische Denken, das im Gespräch und beim Rundgang durch das Lager stets spürbar ist – selbst dann, wenn Bosch über sein Privatleben spricht. In seiner Freizeit gilt sein großes Interesse der Fotografie. Er betreibt sie mit einer Gruppe von Gleichgesinnten sehr ernsthaft mit eigenem Studio und einem hohen technischen Anspruch. „Wir versuchen ein Projekt im Monat umzusetzen“, sagt er. Im Stadtteil Edigheim hat Bosch schon vor langer Zeit mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen ein Zuhause gefunden. „Früher bin ich viele Jahre mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren“, erzählt er. Bei der BASF ist er seit 1989 beschäftigt. Er war in der Technischen Entwicklung tätig und später in der Logistikberatung. In dieser Funktion hatte er auch die Gelegenheit, für einzelne Projekte nach Asien zu kommen. „Das war eine ganz neue Erfahrung mit einer ganz neuen Kultur, die ich kennengelernt habe“, erzählt er und meint zum Beispiel die Verhandlungen mit Behörden, die zum Beispiel in Südchina ganz anders liefen als in Ludwigshafen. 1999 wurde Bosch am hiesigen Standort Leiter der Häfen, die die BASF mit Rohstoffen versorgen. Fünf Jahre später bekam er schließlich „die Gelegenheit, die andere Seite der Logistik kennenzulernen“. Verantwortlich ist er nun für viele Läger, auch für die angemieteten um Ludwigshafen herum. Die er am liebsten ganz leer präsentiert. Weil das bedeutet, dass die Logistik perfekt organisiert ist und alle Waren auf dem Weg zu den Kunden sind. (heß)

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