Ludwigshafen Sehnen, schmachten, singen

Lebenselixier und Tröster ist die Musik für den Bariton Matthias Eschli und die Sopranistin Nelly Palmer.
Lebenselixier und Tröster ist die Musik für den Bariton Matthias Eschli und die Sopranistin Nelly Palmer.

«Limburgerhof.»Der Frühling, die Liebe und Musik – alles verpackt in Opern- und Operettenmelodien unter dem Titel „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“. Das haben die Sopranistin Nelly Palmer und der Bariton Matthias Eschli vergangen Sonntagabend in der Kulturkapelle in Limburgerhof präsentiert – es wurde getanzt und geflirtet.

Eingeladen hat der noch recht junge Ensemble Park Limburgerhof (EmPaLi) – und der durfte sich über ein ausverkauftes Haus freuen. „Den Ansturm hatten wir nicht erwartet“, gibt der Vorsitzende Armin Moser zu, es ist die zweite Veranstaltung des Vereins in diesem Jahr. Dass die Liebe mit Leid und Lust, mit Sehnen und Schmachten, ein unerschöpfliches Thema ist, bewiesen Nelly Palmer und Matthias Eschli mit einer Mischung aus bekannten und beliebten Arien und Liedern – mal solo, mal im Duett. Begleitet wurden sie von Werner Heinrich Schmitt am Piano, dem es jedoch gelang, ein komplettes Orchester zu ersetzen, wie Armin Moser ihn ankündigte. Gesungen wurden romantische, aber auch melancholische Lieder über Heimat und Vaterland. Und der Abstecher in die Filmmusik fehlte natürlich nicht, der Titel des Abends „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ verriet es ja schon. Matthias Eschli interpretierte das Lied aus dem gleichnamigen Film eindrucksvoll, samt romantischer Tanzeinlage mit einer Besucherin – das Publikum war begeistert. Und Nelly Palmer ist auch eine Schauspielerin: Bei dem Lied „Du sollst der Kaiser meiner Seele sein“ aus dem Film „Der Favorit“ bezirzte sie auf der Suche nach dem Favoriten ihres Herzens gleich mehrere Männer im Publikum – eine humorvolle Einlage, die bei den Zuhörer sehr gut ankam. Und so war das Konzert des Dreiergespanns Palmer, Eschli und Schmitt gespickt mit beliebten Ohrwürmern. Ganz passend verabschiedeten sie sich mit einer Liebesarie aus der „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Matthias Eschli und Nelly Palmer schlüpften in die Rollen von Papageno und Papagena. Das Publikum war begeistert. Und nicht nur das: „Tolle Akustik, ein wunderbarer Konzertort – das ist selten“, lobte der Pianist Werner Heinrich Schmitt. Der Mannheimer war bereits öfters zu Gast in der Kulturkapelle und sei der „Chorbändiger“ der No Limits, einem Chor aus Limburgerhof“, erzählt Eschli und schmunzelt. „Musik ist für mich ein Begleiter, ein Freund, ein Tröster“, verriet der 41-Jährige, der als Musiktherapeut auch um die heilende Wirkung von Musik weiß. Ähnlich sieht es Nelly Palmer: „Musik ist für mich ein Lebenselixier – das ist wie die Luft zum Atmen – ohne Singen geht es nicht“, meint die 39-Jährige, die in Landau aufgewachsen ist und inzwischen in Ludwigshafen lebt.