Landtagswahl Sechs Bewerber kämpfen im Wahlkreis 36 ums Direktmandat

Jetzt sind die Wähler am Zug: Sechs Kandidaten treten im Wahlkreis 36 an.
Jetzt sind die Wähler am Zug: Sechs Kandidaten treten im Wahlkreis 36 an.
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Die Titelverteidigerin trifft auf fünf neue Herausforderer: Das ist die Konstellation im Wahlkreis 36 bei der Landtagswahl am Sonntag, 14. März. Anke Simon (SPD) hat das Direktmandat 2016 klar gewonnen. Schafft sie das erneut? Das ist die spannende Frage. Außerdem gibt es im Wahlkreis auch noch zwei spannende Personalien.

Anke Simon (SPD) ist gewissermaßen die Konstante im Wahlkreis 36, zu dem die Stadtteile Friesenheim, Nord/Hemshof, West, Mitte, Süd, Mundenheim sowie Rheingönheim gehören. Sie hat das Direktmandat 2011 und 2016 gewonnen und möchte den dritten Sieg in Folge feiern. Die bisherigen Ergebnisse waren eindeutig, weshalb die Mundenheimer Ortsvorsteherin erneut als große Favoritin gilt. Dennoch verspricht der Wahlkampf Spannung, denn Simon bekommt es nun mit ganz neuen Herausforderern zu tun.

Ihre Mitbewerber in diesem Jahr sind Tobias Mahr (CDU), Konstantin Fröhlich (Grüne), Andreas Werling (FDP), Johannes Thiedig (AfD) und Jovana Dzalto (Linke). Das Feld wird damit kräftig durchgemischt. 2011 und 2016 hieß der CDU-Kandidat noch Christian Beilmann, der ehemalige Stadtrat kam auf 29,3 und 25,7 Prozent und hatte somit gegen Simon (41,4 und 40 Prozent) keine echte Chance. Beilmann lebt inzwischen in Berlin. Daher setzt die Union nun mit Mahr auf ein neues Gesicht.

Bernhard Braun und die Landesliste

Das tun auch die Grünen. Sie verzichten auf ihren Promi Bernhard Braun. Der Fraktionsvorsitzende im Landtag wohnt in Rheingönheim und war 2006, 2011 und 2016 der Direktkandidat. Doch dieses Mal vertraut er ganz der Landesliste, auf der er auf Rang zwei geführt wird. Neuer Direktkandidat ist mit Konstantin Fröhlich der Sprecher des Kreisverbands.

Auch die FDP hat einen Wechsel vorgenommen. Auf Thomas Schell, Kandidat in den Jahren 2011 und 2016, folgt nun Andreas Werling. Immerhin: Der Mediziner aus Süd war auch schon 2016 Landtagskandidat – damals aber im anderen Ludwigshafener Wahlkreis. Ganz neu im Rennen sind die Kandidaten der AfD und der Linke: Johannes Thiedig und Jovana Dzalto. Thiedig ist als AfD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat bekannt.

Kein Platz für Timo Böhme

Bisher sind fünf Ludwigshafener im Landtag vertreten, davon drei aus dem Wahlkreis 36. Künftig dürfte es ein Abgeordneter weniger sein, denn der Friesenheimer Timo Böhme kam 2016 als 13. der AfD-Landesliste noch ins Mainzer Parlament. Allerdings ist er nach internen Querelen von der Partei nicht erneut nominiert worden. Andere Ludwigshafener sind nicht auf den vorderen Plätzen der AfD-Landesliste zu finden.

Der Wahlkreis war bisher eine SPD-Hochburg. Die SPD hatte bei den Wahlkreisstimmen (auch Landesstimmen genannt) klar die Nase vorne: 39,6 Prozent im Jahr 2011 und 36,3 im Jahr 2016. Auf Platz zwei folgte die CDU mit 27,1 beziehungsweise 21,2 Prozent. Der dritte Platz ging 2016 an die AfD: 18,8 Prozent. Die anderen Parteien lagen unter sieben Prozent.

Viele Briefwähler

Anekdote am Rande: 2006 gewann eine prominente Ludwigshafenerin den Wahlkreis – die heutige Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). 45,4 Prozent der Stimmen holte sie. Ihr politischer Weg führte dann aber ab Sommer 2009 ins Europaparlament, ehe sie in ihre Heimatstadt zurückkehrte und im Herbst 2017 die Oberbürgermeisterwahl gewann.

Etwa die Hälfte der rund 101.000 Wahlberechtigten in Ludwigshafen wohnen im Wahlkreis 36. Aufgrund der Corona-Pandemie wird mit einem Anstieg der Briefwähler gerechnet. Weitere Informationen dazu im Netz unter www.ludwigshafen.de.

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