Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Rote Karten und Abgänge: Wie der Ludwigshafener SC in der Bezirksliga bestehen will

Der US-Amerikaner Jackson Endres (rechts, im Spiel gegen den BSC Oppau) steht dem LSC nicht mehr zur Verfügung.
Der US-Amerikaner Jackson Endres (rechts, im Spiel gegen den BSC Oppau) steht dem LSC nicht mehr zur Verfügung.

Der Ludwigshafener SC steckt mitten im Abstiegskampf der Bezirksliga Vorderpfalz. Viele Platzverweise erschweren die Situation. Was der Verein jetzt verbessern will.

Bezirksligist Ludwigshafener SC, der in den letzten beiden Partien vor der Winterpause vier Punkte geholt hat und auf dem Weg aus dem Tabellenkeller war, hat zum Auftakt der Rückserie mit der 0:2-Niederlage beim TuS Altrip einen Dämpfer hinnehmen müssen. Der Blick muss wieder verstärkt nach unten gehen. „Klar, wir sind im Abstiegskampf. Da müssen wir nicht drumherum reden“, räumt Trainer John Antuna ein. Dies gelte aber wegen der Dichte im gefährdeten Bereich mindestens für neun andere Mannschaften auch. Sieben Teams sind nur durch drei Zähler voneinander getrennt. „Wenn du dreimal in Folge gewinnst, kannst du durchatmen, bei drei Niederlagen hintereinander steht dir das Wasser bis zum Hals“, sagt der Coach.

Für die Partie in Altrip habe man sich viel vorgenommen, letztlich habe es dem LSC in einer insgesamt wenig erbaulichen Begegnung an Stabilität gefehlt. „Die Altriper Tore sind gefühlt aus dem Nichts gefallen. Auf dem kleinen Platz haben wir uns schwergetan, sind dennoch zu Chancen gekommen“, blickt der 39-jährige Antuna zurück. Während der TuS sehr effektiv gewesen sei, habe sein Team in Altrips Torwart Benjamin Keller seinen Meister gefunden. Jener Keller, mit dem der LSC 2008 zum bisher letzten Mal in die Verbandsliga aufgestiegen ist. Er war damals über viele Jahre unumstrittener Leistungsträger und Führungsspieler.

Platzverweise als Problem

Der heutigen Mannschaft hat viele Baustellen. „Uns fehlt die Konstanz, unsere Auftritte sind zu schwankend. Es muss auch mehr nach vorne gehen, wir brauchen bessere Abschlüsse und müssen reifer werden“, listet der Übungsleiter Mängel auf. Seine Truppe versuche zwar fußballerisch Lösungen zu finden, was prinzipiell erfreulich sei, aber in der jetzigen Situation eher nicht angebracht ist. „Deshalb werde ich meinen Anspruch reduzieren. Wir werden uns weitgehend auf einfache Sachen beschränken, auch wenn kurzfristig der Erfolg darunter leiden könnte“, verdeutlicht Antuna. Andere Mannschaften seien stabiler und hätten über Jahre gewachsene Strukturen.

Ein weiteres heikles Thema sind die vielen Platzverweise. In Altrip erwischte es Mike-Wilson Nkoy. Die Bilanz der Multi-Kulti-Truppe des LSC lautet acht Rote und vier Gelb-Rote Karten, dazu sieben Zeitstrafen. Schlicht verheerend. Die Zahlen bedeuten mit Abstand den letzten Platz in der Fair-Play-Tabelle. „Wir sind nicht clever und nicht diszipliniert. So wie wir von außen mittlerweile eingeschätzt werden, so präsentieren wir uns auch. Die Spieler müssen lernen, sich zu benehmen und sich nicht provozieren zu lassen. Dazu sind Selbstkontrolle und Ruhe dringend notwendig“, fordert der Trainer.

US-Amerikaner kommen nicht zurück

Personell hat sich im Winter einiges verändert. Die US-Amerikaner Stephane Destin und Jackson Endres werden nicht mehr kommen, bei Gavin White ist eine Rückkehr fraglich. Antuna kündigte schon an, dass in der nächsten Saison nur noch wenige Amerikaner zum Kader zählen werden. Außerdem sitzen die Brüder Elias und Aimen Ben Tahar sowie Marvin Awoluyi, die von 08 Haßloch gekommen sind, aktuell noch bis zum 1. April eine Wechselsperre ab. Große Alternativen hat der Coach nicht. Dafür gaben die beiden neu verpflichteten Offensivkräfte Mohamed Toure und Mohammad Said ihr Debüt. Die, die aktuell zur Verfügung stehen, müssen die Sache regeln.

„Wir sind fußballerisch selten unterlegen, haben eine gute Spielanlage und können in den nächsten Wochen einen großen Schritt nach vorne machen“, betont der 39-Jährige. Nach dem Spiel gegen Aufsteiger Phönix Bellheim am Sonntag (15 Uhr) geht es zum FC 08 Haßloch und zum SV Erlenbach, bevor der FC Lustadt kommt. Allesamt Gegner auf Augenhöhe. Dazwischen liegt das Derby gegen den SV Südwest, bei dem man im Hinspiel nach einer der besten Saisonleistungen ein 2:2 erreichte – natürlich in Unterzahl. Die Heimstärke soll ausschlaggebend werden, auf eigenem Platz ist der LSC noch unbesiegt. Und sieben der verbleibenden elf Partien finden zu Hause statt.

In der kommenden Runde will Antuna, der mit Frau Anja und dem sechs Monate alten Söhnchen Elijah in Böhl-Iggelheim lebt und als Bereichsleiter beim Lohnsteuerhilfeverein in Neustadt tätig ist, eine neue Strategie verfolgen:„Wir brauchen junge Spieler aus der Jugend, die bereits ein paar Jahre für den LSC spielen und sich mit dem Klub identifizieren. Ich möchte etwas Nachhaltiges auf die Beine stellen“, betont er. Als Assistenten unterstützt ihn Sven Brussmann, als weitere Verstärkung gilt Andreas Scupin. Der frühere Torhüter und Trainer, in Ludwigshafen und Umgebung gut vernetzt, ist Spielleiter.

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