Ludwigshafen
Rohrlachstraße in Ludwigshafen bleibt Baustelle: Die nächste Sperrung kommt
Wer von der Bürgermeister-Grünzweig-Straße in die Rohrlachstraße einbiegt und in Richtung Hemshof fährt, erkennt sofort: Hier ist viel passiert. Allerdings nicht, weil die Straße in neuem Glanz erstrahlt – sondern weil die Bauarbeiten deutliche Spuren hinterlassen haben.
Der Asphalt wirkt stellenweise wie ein Flickenteppich. Dort, wo im vergangenen Jahr die Kanalisation erneuert wurde, ziehen sich dunkle, frische Streifen durch die Fahrbahn. Es sind die typischen provisorischen Verschlüsse nach Tiefbauarbeiten, noch weich, noch nicht endgültig. Eine fertige Straße sieht anders aus.
Kaputter Radweg und wenig Grün
Besonders deutlich wird das am Radweg. Der ist in keinem guten Zustand: Schlaglöcher, unebene Stellen und immer wieder Engstellen, an denen der Weg schmaler wird. Für Radfahrer wird die Strecke zur Herausforderung, vor allem im Begegnungsverkehr.
Auch das Umfeld wirkt unfertig. Bäume fehlen, an vielen Stellen gibt es kaum Grün. Vor der Apostelkirche steht ein Gerüst, wenige Meter weiter entsteht die neue Kindertagesstätte in der Schanzstraße – ein Projekt, das die Stadt mittlerweile weit über zehn Millionen Euro kostet.
Wichtige Verbindung im Stadtteil
Die Straße verbindet den Hemshof mit dem Stadtteil West und gehört zu den zentralen Achsen in der nördlichen Innenstadt. Entsprechend stark wurde die Sperrung während der Bauarbeiten im vergangenen Jahr wahrgenommen.
Dass sich die Arbeiten überhaupt so lange ziehen, hat eine längere Vorgeschichte. „2018 wurde die Sanierung der Straße in den Gremien besprochen, eigentlich hätte alles vor der Pandemie abgeschlossen sein sollen“, sagt Ortsvorsteher Osman Gürsoy (SPD). Verzögert habe sich das Projekt durch fehlende Fördergelder des Landes und die Corona-Pandemie.
Provisorium oder Dauerzustand?
Obwohl die Arbeiten unter der Erde inzwischen weitgehend abgeschlossen sind, ist ein Ende der Baustelle noch nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die eigentliche Straßensanierung steht erst noch an.
„Es wird ein neuer Asphaltbelag kommen, außerdem sollen neue Parkplätze und Bäume angeordnet werden“, erklärt Gürsoy. Für die Anwohner bedeutet das: Die nächste Bauphase steht bereits bevor. Sie soll nach seinen Angaben etwa ein halbes bis dreiviertel Jahr dauern.
Eine komplette Vollsperrung wie im vergangenen Jahr soll es diesmal allerdings nicht geben. Die Straße soll zumindest teilweise befahrbar bleiben.
Zwischen Erleichterung und neuem Frust
Das bekommt auch M. Wengert zu hören, der eine Weinhalle in der Straße betreibt. „Ich habe gehört, dass die Straße nochmal gesperrt wird und komplett neu saniert wird“, sagt er. Dass es diesmal wohl ohne Vollsperrung gehen soll, bewertet er positiv.
Von den bisherigen Bauarbeiten fühlte er sich ohnehin weniger betroffen. Lieferungen hätten funktioniert, auch für die Kundschaft sei die Situation „kein großes Thema“ gewesen, sagt Wengert.
Anders sieht es bei vielen Anwohnern aus. Gürsoy berichtet von gemischten Reaktionen: „Die Leute sind natürlich genervt. Sie atmen jetzt durch und dann kommt die nächste Baustelle.“ Dafür habe er Verständnis.
Barrierefreiheit eingeschränkt
Eine ältere Frau schiebt an diesem Nachmittag langsam ihren Rollator über den Gehweg. Immer wieder muss sie abbremsen, den kleinen Rädern ausweichen, die in Rillen und Unebenheiten hängen bleiben. „Das ist schon beschwerlich“, sagt sie und deutet auf den Boden. „Man muss ständig aufpassen, wo man hintritt.“
Die Bauarbeiten hätten sie lange eingeschränkt, erzählt sie, vor allem während der Sperrung. „Jetzt ist es zwar wieder offen, aber richtig gut ist es noch nicht.“ Besonders für ältere Menschen sei der Zustand schwierig. „Mit dem Rollator merkt man jede Kante. Das müsste dringend ordentlich gemacht werden.“
Schon beim Start der Maßnahmen hatte es Kritik an der Baustellenplanung gegeben. Mehrere große Projekte im Umfeld, darunter auch die Arbeiten in der Frankenthaler Straße, sorgten gleichzeitig für Einschränkungen. Die Sorge vor Verkehrsproblemen war groß.