Das spontane Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Rita Stilgenbauer und ihre Lust auf einen Einkaufsbummel

Rita Stilgenbauer im Gespräch mit Volker Endres.
Rita Stilgenbauer im Gespräch mit Volker Endres.

Irgendwo in Lu sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Gestern haben wir in der Kaiser-Wilhelm-Straße Rita Stilgenbauer getroffen. Die 60-Jährige stammt aus Ludwigshafen, lebt aber schon seit über 30 Jahren in Maxdorf.

Was treibt Sie heute nach Ludwigshafen?
Ich gehe hier auf die Bank.

Gibt es keine Banken mehr in Maxdorf?
Zugegeben: immer weniger.

Ich hatte neulich ein Pressegespräch mit der VR Bank. Dort hat man gerade in Zeiten der Pandemie das persönliche Gespräch mit den Mitarbeitern vor Ort vermisst. Ist das bei Ihnen auch so?
Nein. Wir sind eigentlich schon ziemlich internetaffin und bräuchten die persönliche Beratung dafür nicht. In der Regel sind wir vorinformiert, und wenn wir dann noch einen Rat brauchen, gehen wir zu unserem Bankberater, und der ist eben hier in Ludwigshafen.

Zieht Sie sonst noch etwas in die Innenstadt?
Eigentlich ist da nur noch der Schuh-Keller als Fachgeschäft. Den besuche ich dafür regelmäßig.

Auch in diesen Zeiten?
Ja. Ich habe mir dort erst neulich wieder ein Paar Schuhe geholt.

Waren das Wanderschuhe für den Zeitvertreib an der frischen Luft?
Nein. Ich habe mit ein paar schöne Schuhe gekauft. Wenn man wieder ausgehen darf, bin ich damit gerüstet!

Vermissen Sie den Einkaufsbummel?
Oh ja! Ich war in diesem Jahr zum Beispiel noch nicht ein einziges Mal in Mannheim. Ich würde dort gerne mal wieder einen richtigen Einkaufsbummel machen. Aber dazu gehört ja dann nicht nur, dass die Geschäfte offen haben, sondern dass man sich dann im Anschluss auch noch in ein Café setzen kann. Zu so einem gelungenen Bummel gehört schließlich das Gesamterlebnis, und es geht nicht nur darum, dass man sich etwas Schönes kauft.

Warum sind Sie eigentlich damals von Ludwigshafen nach Maxdorf gezogen?
Wir haben dort gebaut.

Um diese Zeit war doch auch die Pfingstweide ein großes Ludwigshafener Baugebiet. Hätte Sie das nicht gereizt?
Nein. Uns hat die Bauweise dort nicht gefallen. In Maxdorf waren wir in dieser Hinsicht freier.

Musste man sich als Stadtmensch erst ans Landleben gewöhnen?
Am Anfang war das schon eine gewisse Umstellung. Aber mittlerweile wohnen ja auch genügend gebürtige Ludwigshafener in den umliegenden Gemeinden.

Sind Sie noch berufstätig?
Ja. Ich bin Medizinische Fachangestellte, also das, was man normalerweise „Arzthelferin“ nennt. Aber ich arbeite mittlerweile nur noch in Teilzeit. Das war eine gute Entscheidung.

Was für eine Praxis?
Allgemeinmedizin und internistisch.

Trauen sich die Menschen denn in Zeiten der Pandemie zum Arzt?
Ja! Da gilt das Umgekehrte wie bei den Bankberatern. Viele, gerade ältere Patienten, suchen hier auch das persönliche Gespräch.

Und wie ist die hausärztliche Versorgung in Maxdorf?
Unsere Praxis ist in Limburgerhof. Aber speziell unsere Praxis hat in dieser Hinsicht keine Probleme. Da ist die Nachfolge schon geregelt.

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