Ludwigshafen Ringer in Ruhmeshalle

Schifferstadt

. Olympiasieger Pasquale Passarelli, der Vizepräsident des Landessportbundes und ehemalige Teamkollege Werner Schröter, der Präsident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), Manfred Werner, und der legendäre ZDF-Sportreporter Klaus Angermann – das waren nur einige prominente Ehrengäste bei der Feierstunde im Obergeschoss des Alten Rathauses zu Ehren Wilfried-Dietrichs. Der „Kran von Schifferstadt“ ist nach dem Olympiasieger von 1992 Maik Bullmann der zweite deutsche Ringer, der in die Ruhmeshalle des Weltringerverbandes UWW in Stillwater im US-Bundesstaat Oklahoma aufgenommen wurde. Die Auszeichnung hatten Manfred Werner und DRB-Generalsekretär Karl-Martin Dittmann bereits im September vergangenen Jahres bei den Weltmeisterschaften in Taschkent/Usbekistan entgegengenommen. Die gerahmte Dokumentation von Wilfried Dietrichs Aufnahme in die Hall of Fame wurde gestern dem Deutschen Ringermuseum in Schifferstadt übergeben. „Ich bin ganz glücklich, dass heute so viele Gäste bei uns sind“, war der Leiter des Ringermuseums, Jürgen Fouquet, begeistert von der Resonanz. Seinen größten sportlichen Erfolg hatte Dietrich mit der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom errungen, sein legendärster Erfolg ist allerdings der spektakuläre Schultersieg gegen den US-Amerikaner Chris Taylor bei Olympia 1972 in München, der als Filmausschnitt bei der Feierstunde zu sehen war. „Unser Sport braucht solche Bilder“, betonte Manfred Werner, der Wilfried Dietrich als „Ringer mit Herzblut und Sportler mit Leidenschaft“ charakterisierte. Werner Schröter hat Dietrichs legendären Überwurf aus nächster Nähe erlebt, denn er kämpfte zur gleichen Zeit auf der benachbarten Ringermatte gegen den Ungarn Csaba Hegedüs. „Wir haben dann auch aufgehört zu ringen, die Halle hat getobt, die Leute haben sich umarmt und Wilfried Dietrich ist wie ein Känguru über die Matte gehüpft“, blendete Schröter zurück. „Er war und ist für mich der Größte“, befand der einstige Weltklasseringer. Als „größten Imageträger der Stadt“ würdigte Schifferstadts Bürgermeisterin Ilona Volk den Ehrenbürger. Überhaupt erst möglich gemacht hatte die Veranstaltung der frühere Fernsehjournalist Klaus Angermann, der dem damals neuen Präsidenten des Weltringerverbandes Nenad Lalovic (Serbien) die Aufnahme Dietrichs in die Hall of Fame empfohlen hatte. Auch der gebürtige Dresdner wurde gestern geehrt und von Manfred Werner für seine Verdienste um den Ringersport als Ehrenmitglied des DRB ausgezeichnet. „Ringen hat es nicht leicht in der heutigen Medienlandschaft. Klaus Angermann ist einer der wenigen, die sich dem entgegenstemmen“, sagte Werner. Angermann würdigte das Ringermuseum als „Schatzkiste des deutschen Ringersports“ und hatte als langjähriger journalistischer Wegbegleiter Dietrichs auch einige Anekdoten parat. So erinnerte er sich daran, wie der „Dicke“ ihn durchs das Fenster in den damals als Wettkampfstätte dienenden Tanzsaal im „Ochsen“ gezerrt habe, weil der proppenvolle Saal durch die Tür schon nicht mehr zugänglich war.

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