Ringen RHEINPFALZ Plus Artikel Rheinland-Pfalz-Meisterschaft: Gold und Silber für VfK Schifferstadt

Eigentlich noch A-Junior: Lorik Hax Hijaj vom KSC Friesenheim (rot) unterliegt Marin Roko von der SG Arheilgen.
Eigentlich noch A-Junior: Lorik Hax Hijaj vom KSC Friesenheim (rot) unterliegt Marin Roko von der SG Arheilgen.

Ein Landesmeistertitel und ein Vize-Landesmeister-Titel im Ringen hat der VfK 07 Schifferstadt gewonnen.

Dass die Taktik bei Ringen auch mal daneben gehen kann, diese Erfahrung hat ein Schifferstadter bei den offenen Landesmeisterschaften im südwestpfälzischen Thaleischweiler-Fröschen gemacht. 137 Athleten aus der gesamten Republik reisen am Samstag an. Die rund 200 Zuschauer sehen ab 11.15 Uhr spannende Kämpfe, viele davon gehen über die komplette Kampfzeit von zwei Runden von je drei Minuten. Für Reiner Kaufmann, den Vorsitzenden des ausrichtenden Vereins, dem AC Thaleischweiler, beginnt der Wettkampftag mit einer Hiobsbotschaft. Während des frühmorgendlichen Spaziergangs klingelt um 6.18 Uhr sein Handy. Der für die Wettkampfleitung verantwortliche Bernd Schröder ist unerwartet in der Nacht zum Samstag erkrankt und fällt aus. Schnell ist Ersatz gefunden: Die Wettkampfleitung hat Oliver Eich übernommen.

Von den teilnehmenden Vereinen unserer Region, dem KSC Friesenheim, dem MS Ringen Schifferstadt und dem VfK 07 Schifferstadt, ist Ramazan Akgün vom VfK 07 Schifferstadt am erfolgreichsten. Der „Riese von Schifferstadt“, wie er auch genannt wird, gewinnt seine beiden Kämpfe in der Schwergewichtsklasse 130 kg greco jeweils technisch-überlegen und wird souverän Landesmeister. Cuma Akgün verliert nur seinen Auftaktkampf gegen den Mainzer Ali Soleinani, dem späteren Landesmeister in der 87 kg greco Stilart. Seine übrigen drei Kämpfe gewinnt er ebenso souverän. Das bedeutet den Vize Landesmeister-Titel.

Bayram zuversichtlich

„Er hat heute gute Chancen“. Diese optimistische Aussage über den Ausgang der Meisterschaften für Christian Hermann in der 86 kg Freistilart trifft Trainer Erol Bayram. Der Coach des VfK Schifferstadt tritt mit vier Ringern an. Der 23-Jährige ringt in der zweiten Liga im hessischen Rimbach und gehört zu den etablierten Teilnehmer mit etlichen Jahren Kampferfahrung. „Ich habe schon früh mit Kampfsport, zuerst mit Karate begonnen“, merkt der Elektrotechnik-Student aus Schifferstadt vor seinen Kämpfen an. Den Auftaktkampf gegen Igor Makuch (KSV Köllerbach) verliert er unglücklich und das, obwohl es am Ende 2:2 nach Punkten steht. „Die letzte Wertung hat mein Gegner gemacht“, betreibt er Ursachenforschung. „Mehr riskieren“, spricht sich der 1,84 Meter große Modellathlet vor dem zweiten Kampf Mut zu. Am Ende wird er Neunter der zehn Teilnehmer und sein Trainer Erol Bayram leistet mentale Aufbauarbeit.

Vom KSC Friesenheim tritt als einziger Lorik Hax Hijaj in der 82 kg griechisch-römischen Stilart an. „Er ist noch A-Jugendlicher, für Lorik ist es ein Testturnier vor den Deutschen Meisterschaften der A-Jugend“, schraubt Trainer Andre Zoschke die Erwartungen herunter. Während sich der Athlet auf seinen ersten Kampf vorbereitet, isst der Trainer ein Käsebrötchen. Die Aufregung von Hax Hijaj ist recht groß, schließlich sind es für den Südpfälzer die ersten Landesmeisterschaften, seit er mit dem Ringen vor zwei Jahren begonnen hat. Seinen ersten Kampf bei den Erwachsenen gegen Martin Roko von der SG Arheilgen verliert er nach Punkten. Die Kampfdauer beträgt in jeder Halbzeit drei Minuten, und damit jeweils eine Minute länger als bei der Ringerjugend. Am Ende wird er unter den zehn Konkurrenten Sechster.

Scherer setzt Fokus

Vom „MS Ringen“ sind sechs Athleten, allesamt im griechisch-römischen Stil, am Start. Markus Scherer, der Trainer und gleichzeitig auch Landestrainer im griechisch-römischen Stil, legt heute den Fokus auf die Pfälzer griechisch-römisch Athleten. „Ich schaue mir alle an“, sagt er. Er sieht das Turnier als Standortbestimmung vor den Landesmeisterschaften der unter 20-Jährigen Ende März in Thüringen.

Dass das Niveau bei diesen offenen Meisterschaften recht hoch ist, das bestätigt auch Manuell Senn. Der Vizepräsident des Deutschen Ringerbundes ist einer von neun Kampfrichtern am heutigen Samstag und macht, ebenso wie seine Kolleginnen und Kollegen, einen hervorragenden Job. „Es ist schon ein ansprechendes Niveau für eine Landesmeisterschaft“, stellt er fest. Die Ringer aus anderen Landesverbänden, wie Hessen und Bayern, trügen entscheidet dazu bei, das ringerischer Niveau anzuheben, merkt er an. Es wird aber auch streng auf die Einhaltung des Regelwerks geachtet. „Radlerhose unter dem Trikot ist nicht erlaubt, bitte ausziehen“, fordert er von einem Teilnehmer. Unter seinem blauen Trikot am Bein ist das nicht erlaubt Kleidungsstück zu sehen. Beim nächsten Kampf ist das Utensil entfernt.

x