Ludwigshafen Rezepte für Patient Innenstadt

Jutta Steinruck
Jutta Steinruck

Peter Uebel (CDU, 53)

Beim Blick auf die Situation in der Innenstadt wirbt Peter Uebel dafür, „die Erdgeschosse auszublenden“. Betrachte man sich bei einem Rundgang nur die Etagen darüber, „ergibt sich ein ganz anderes Stadtbild. Dann ist alles belebt, man sieht tolle Fassaden, überall ist etwas los“. Mit dieser Erkenntnis im Rücken plädiert der CDU-Politiker für „neue Denkstrukturen“, um die Innenstadt voranzubringen. Was die Stadt hier brauche, sei „Wohnen und Dienstleistungen“. Für Uebel ist die Fußgängerzone mit zwei Kilometern „zu lang“. Daher unterstütze er die Idee, die Bismarckstraße im mittleren Teil „als Pilotprojekt zu öffnen“. Man müsse zudem an die Radfahrer denken. „Kaum einer schiebt sein Rad durch die Fußgängerzone“. Man brauche auch neue Radwege in der Innenstadt. Für Uebel ist die „Kommunikation mit allen“ das A und O, um die Innenstadt nach vorne zu bringen. Er wolle dabei auch „den Rhein nicht vergessen, wir müssen die City noch näher an den Fluss bringen“. Eine saubere Innenstadt sei ganz zentral für die künftige Entwicklung. Der CDU-OB-Kandidat spricht sich dabei klar für Sanktionen aus, um das Bewusstsein zu ändern, dass nicht mehr jeder einfach Müll entsorge. Wichtig seien zudem eine höhere Polizeipräsenz in der Innenstadt und Videoüberwachung an zentralen Stellen.

Jutta Steinruck (SPD, 54)

„Ich finde die Vision sehr positiv. Sie findet sich so auch in meinem Arbeitsprogramm.“ Das sagt Jutta Steinruck über den Vorschlag der Tischrunde, in der Innenstadt eine Mischung aus Wohnen, Leben und Arbeiten zu etablieren, um Leerstände zu beseitigen. Der SPD-Kandidatin schwebt für die Innenstadt auch „studentisches Wohnen und Leben“ vor. Hier plädiert Steinruck für ein „Gesamtkonzept der Verkehrswege“. Klar sei aber: „Wir müssen die Fußgängerzone neu denken.“ Eine Öffnung der Bismarckstraße könne sie sich also durchaus vorstellen, sagt die SPD-Bewerberin auf Nachfrage. Aber zunächst müsse es ein Gesamtkonzept geben, um sich über die langfristige Perspektive im Klaren zu sein. Steinruck möchte diese fördern und mit Blick aufs Vorankommen bei den Ideen „die Zuständigkeiten und die Zusammenarbeit klären“. Denn man müsse in Ludwigshafen „raus aus den Planungsrunden und handeln“, sagt Steinruck. Für sie sei klar: „Die Innenstadt braucht Wohlfühlorte. Dafür brauchen wir mehr Grün und weniger Beton.“ Mit mehr Grünflächen vor allem rund um Geschäfte sorge man für ein besseres Sicherheitsgefühl und trage zur Sauberkeit bei, ist Steinruck überzeugt. Außerdem könne konkret auch helfen, „wenn der Ordnungsdienst mit der Polizei Streife läuft“.

Dirk Schmitz (unabhängig, 55)

Für das AfD-Mitglied, das bei der Wahl als unabhängiger Kandidat antritt, geht es vor allem „um die Erdgeschosslagen“. Er wolle hier nicht defensiv spielen, sondern „potenzielle Gewerbetreibende in die Erdgeschosse bekommen“. Die Stadt solle die Interessenten etwa bei Bürgschaften unterstützen und ihnen auch sonst unter die Arme greifen. Einzelhandel hält Schmitz in den Erdgeschossen durchaus für denkbar, „bei Wohnen bin ich eher skeptisch“. Dirk Schmitz sieht Ludwigshafen in Konkurrenz zu Mannheim. Die Stadt müsse daher „gegen den Trend verkehrsfreundlicher werden“. Die Öffnung der Fußgängerzone sei dabei eine Möglichkeit, die „Innenstadt verkehrsfreundlich und damit attraktiv zu machen“. Da er bei der „Verwaltung derzeit keinen Plan für die Innenstadt erkennen“ könne, will Dirk Schmitz andere Partner mit ins Boot holen. Für ihn ist dabei klar: „Wir brauchen einzelne konkrete Maßnahmen.“ Bei diesem Thema sieht der 55-Jährige Handlungsbedarf und fordert daher: „Wir brauchen am Berliner Platz eine Polizeiwache.“ Außerdem möchte Schmitz im Falle eines Wahlsiegs prüfen, ob der Kommunale Vollzugsdienst (KVD) durch Umschichtungen personell verstärkt werden könne und dadurch mit Streifengängen mehr Präsenz zeigen könne.

Thorsten Portisch (parteilos, 48)

Thorsten Portisch zeigt sich mit Blick auf die Überlegungen der Tischrunde kritisch: „Mir fehlt die Vision der Vision, das Papier ist sehr rudimentär“. Der 48-Jährige plädiert zudem dafür, den Innenstadt-Bereich nicht zu sehr zu begrenzen. „Für mich spielt sich die Innenstadt entlang des Rheins ab“, sagt Portisch. Von dieser Idee hält Thorsten Portisch wenig. „Es gibt doch gar keinen funktionierenden Einzelhandel mehr hier. Daher kann es nicht die Lösung sein, einfach eine Straße für den Verkehr aufzumachen.“ Portisch warnt hier vor zu großen Erwartungen: „Man kann nur versuchen, einen Markt zu schaffen, man kann den Markt aber nicht lenken.“ Daher werde es künftig die wichtigste Aufgabe sein, „unsere Stadt zu stärken“. Laut Portisch gelingt dies am besten, „indem wir Bilder verkaufen. Wir müssen werben, werben“. Ein Vorbild für seine Idee hat er schon: das Rheinufer Süd. Hier funktioniere das Konzept: Es gebe tolle Bilder und viele Interessenten für die Bebauung. Für Portisch ist soziale Kontrolle hier der Schlüssel zum Erfolg. „Deshalb brauchen wir Wohnen in der Innenstadt.“ Außerdem möchte er eine „autofreie City“. Doch auch für Portisch steht fest: „Wir brauchen die Polizei vor Ort in der Innenstadt.“ Daher plädiert er für die Walzmühle als Standort fürs neue Präsidium.

Thorsten Portisch
Thorsten Portisch
Dirk Schmitz
Dirk Schmitz
Peter Uebel
Peter Uebel
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