Ludwigshafen Rekordmeister winkt Finale in eigener Halle

„Einmal in einem Mannschaftsfinale stehen. Das wäre etwas ganz Besonderes“, sagt Nina Schroth vom AC Mutterstadt. Die Chance ist
»Einmal in einem Mannschaftsfinale stehen. Das wäre etwas ganz Besonderes«, sagt Nina Schroth vom AC Mutterstadt. Die Chance ist groß.

«MUTTERSTADT.» Die Gewichtheber des 1892 Mutterstadt träumen vom großen Coup. Nach 30 Jahren steht der Traditionsclub wieder vor dem Einzug in ein Finale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Noch einen Punkt benötigt die bisher in der Bundesliga noch ungeschlagene Staffel im heutigen Auswärtskampf beim SV Germania Obrigheim (19.30 Uhr, Neckarhalle).

Vor 18 Jahren kam Nina Schroth das erste Mal mit Hanteln in Berührung. Unter ihrem ersten Trainer und väterlichen Freund Hans Kühn erlernte die aus Lachen-Speyerdorferin stammende Schroth die Techniken des Gewichthebens. Unzählige Titel als Schülerin und Juniorin sammelte die heute 27-Jährige im Dress der TSG Haßloch. Vor sieben Jahren folgte der Wechsel der früheren U23-Europameisterin nach Mutterstadt. Ein Ziel hat Nina Schroth dabei nie aus den Augen verloren. „Einmal in einem Mannschaftsfinale stehen. Das wäre etwas ganz Besonderes. In diesem Jahr mit dieser klasse Mannschaft könnte es klappen“, ist die Nationalheberin zuversichtlich. Die Grundlage hat die AC-Staffel mit dem Sieg über den amtierenden Deutschen Meister AV 03 Speyer geschaffen. Damals sammelte Antonino Pizzolato die meisten Relativpunkte (185,4) für das AC-Sextett. Der italienische Junioren-Weltmeister wird diesmal aufgrund einer Turnierteilnahme in China fehlen. Das wussten die Mutterstadter Verantwortlichen rechtzeitig und haben personell nachgerüstet. Kein geringerer als der aktuelle ägyptische Weltrekordhalter im Reißen, Mohamed Ehap (173 kg – Klasse bis 81 kg ), geht für den ACM in Obrigheim an das Eisen. „Das ist schon ein Kracher für unser Team. Wir werden uns in Obrigheim bestimmt nicht verstecken und greifen voll an. Auch das zu erwartende große Publikum wird uns nicht einschüchtern können“, sagt die selbstbewusste AC-Mannschaftsführerin Schroth. Den einen Punkt wollen die Athleten schon im Reißen klar machen. In dieser Disziplin sind die Nationalheberinnen Lisa Marie Schweizer, Tabea Tabel und Nina Schroth besonders gut in Form. Im Stoßen setzen die Mutterstadter neben Ehap auf den Österreicher Philipp Forster sowie die deutschen Nationalheber Max Lang und Michael Varlamov. Obrigheim, das gegen Speyer im Oktober hauchdünn mit 843,2:844 (0:3) verlor, muss gegen den zwölffachen Deutschen Mannschaftsmeister alles auf eine Karte setzen. Um ihre Chance auf das Finale vor ausverkauftem Hause mit zu erwartenden 1200 Zuschauern zu wahren, muss das Team um die Nationalheber Mathäus Hoffmann und Nico Müller einen 3:0-Sieg einfahren. Der Österreicher Sargis Martirosjan und der Spanier Acoran Hernandez nehmen die Ausländerposition ein. „Den Druck hat Obrigheim. Wir wollen cool bleiben und auf jeden Fall einen Punkt mitnehmen. Wir kennen unsere Stärken. Beide Staffeln sind für weit über 900 Kilopunkte gut“, sagte AC-Trainer Dennis Eichner. Sein Topmann Max Lang freut sich auf den Wettkampf: „Das Duell wird fast spannender als das Finale. Ich denke schon, dass wir den einen Punkt holen. Aber wir müssen hochkonzentriert vor der großen Kulisse an das Eisen gehen. Jeder Fehlversuch kann am Ende den Ausschlag geben.“ Sollte seine Mannschaft einen 2:1- Sieg nach Hause fahren, würde das Finale höchstwahrscheinlich sogar in Mutterstadt stattfinden. Die Rundporthalle, die in den 1970er und 1980er Austragungsstätte vieler Finalkämpfe war, würde dann (endlich) mal wieder im Rampenlicht stehen. Ein Fanbus wird die Mutterstadter Athleten nach Obrigheim begleiten.

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