Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Quellgarten im Ebertpark: Wasser soll bis Herbst wieder fließen

Umweltdezernent Alexander Thewalt (links), Bauüberwacher Pascal Kirschvink und Bereichsleiterin Gabriele Bindert bei der Begehun
Umweltdezernent Alexander Thewalt (links), Bauüberwacher Pascal Kirschvink und Bereichsleiterin Gabriele Bindert bei der Begehung der Baustelle im Quellgarten.

Beton sanieren, Technik neu denken: Der Quellgarten steht vor dem Wiederanlauf. Die Anlage hat eine wichtige Funktion für das Mikroklima in Ludwigshafen.

„Ende Sommer, Anfang Herbst soll hier Wasser fließen“ – Bauleiter Pascal Kirschvink, der Beigeordnete Alexander Thewalt (parteilos) und Grün-Bereichsleiterin Gabriele Bindert formulierten bei der Baustellenbegehung gemeinsam das ehrgeizige Ziel. Dann sollen sich die Ludwigshafener wieder am Quellgarten im Ebertpark erfreuen.

Die Beete mit Blumen und Stauden sind durch Holzstangen gesichert. In den neun Wasserbecken und dem Bachlauf liegt das nackte, abgeschlagene Betonfundament in der Frühjahrssonne. Aktuell ist der Quellgarten ein einziger Rohbau. Und wären nicht die blühenden Tulpen, die schon wieder verblühten Narzissen und die Staudenbepflanzung in den Beeten, dann würden sich die Betonarbeiten kaum von Sanierungsarbeiten an den maroden Straßen der Stadt unterscheiden. So aber liegt die Baustelle im Schatten von Eiben, Taschentuchbaum oder Felsenbirne. Architekt Kirschvink vom Landschaftsarchitekturbüro Hofmann-Röttgen überzeugt sich täglich vom Fortschritt der Arbeiten. „Die Betonsanierung ist der größte Brocken. Aktuell läuft gerade die Ausschreibung für die Wassertechnik“, erklärte er. Nach rund 20 Jahren Wartezeit gehe es jetzt Schlag auf Schlag.

Kosten geteilt

Die Arbeiten im Quellgarten haben einen jahrelangen Vorlauf. Vor allem die Finanzierung war lange ein Problem gewesen. Den letzten Auslöser für die Genehmigung gab schließlich der positive Effekt des Quellgartens auf das Mikroklima. Immerhin sollen künftig bis zu sechs Kubikmeter Wasser auf der rund 850 Quadratmeter großen Wasserfläche verdunsten und so ihren Teil zur Abkühlung beitragen. „Da ist die Verdunstung von den Fontänen noch gar nicht mit dabei, erläuterte Kirschvink. Der Beitrag zur Gestaltung des Mikroklimas habe letztlich auch die untere Denkmalschutzbehörde und die Finanzaufsicht ADD überzeugt, freute sich Bindert. Rund 850.000 Euro kostet die Wiederherstellung des Quellgartens im Ebertpark, die mit Bundesmitteln (200.000 Euro), Landesförderung (275.000 Euro) und dem Landesdenkmalschutz (20.000 Euro) getragen wird. Der Förderkreis Ebertpark steuert 75.000 Euro bei und der städtische Eigenanteil liege bei rund 300.000 Euro, so Thewalt.

Wo ab dem Spätsommer wieder Wasser fließen soll, haben jetzt noch die Baumaschinen das Sagen.
Wo ab dem Spätsommer wieder Wasser fließen soll, haben jetzt noch die Baumaschinen das Sagen.
Neben dem Beton wird auch die Technik erneuert.
Neben dem Beton wird auch die Technik erneuert.
Das Schlussbecken ist mittlerweile bereit für Betonsanierung und die Verlegung der Wassertechnik.
Das Schlussbecken ist mittlerweile bereit für Betonsanierung und die Verlegung der Wassertechnik.
Die Verantwortlichen begutachten die Pläne.
Die Verantwortlichen begutachten die Pläne.
Vor Ort wird der Baufortschritt überwacht.
Vor Ort wird der Baufortschritt überwacht.
Auch schweres Gerät kommt zum Einsatz.
Auch schweres Gerät kommt zum Einsatz.

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Die Arbeit an den neun Becken, vier große und fünf kleinere, sei eine Standardarbeit, so Kirschvink, dessen Unternehmen in Ludwigshafen unter anderem schon an der Pfalzsäule und Knödelbrunnen saniert hat. Die Schwierigkeit sei, dass es sich nicht um eine Erneuerung, sondern um eine denkmalgerechte Sanierung handele. „Planerisch war der Quellgarten zu seiner Zeit revolutionär – baulich allerdings höchstens so lala“, umriss er die Herausforderung. Deutlich wird das unter anderem an der freigelegten Bewehrung in den Betonblöcken. „Die müssten eigentlich gerade liegen und nicht schief“, so Thewalt, dem außerdem die freiliegenden Dehnungsfugen aufgefallen sind.

Neue Wassertechnik

Aufwendig wird die neuinstallierte Wassertechnik. „Wir behalten das Fontänenbild bei, aber die Leitungskanäle nehmen wir anders auf“, so der Bauleiter. Die zugehörige Technik verschwinde außerdem unter dem Rasen. „Bei der Wasseraufbereitung beginnen wir außerdem bei Null.“ Vorhanden sei lediglich eine Umwälzpumpe gewesen, eine Aufbereitung habe gefehlt. „Entsprechend schlecht war die Wasserqualität.“ Das werde sich mit dem Wiederbetrieb ändern. Dann soll klares Wasser gemächlich dem Bachlauf entlang bis ins große Fontänenbecken fließen, wo es in bis zu vier Meter Höhe nach oben geschleudert wird. Bis dahin steht noch reichlich Arbeit an.

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