Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Q2-Data-Ride-Hackathon in Mannheim: Vernetzte Daten sollen Radverkehr sicherer machen

Macht alles mit dem Fahrrad: Arne Warnke.
Macht alles mit dem Fahrrad: Arne Warnke.

Der ADFC Mannheim und der Quadradentscheid, eine Mannheimer Untergruppe des Vereins Changing Cities, veranstalten den ersten Q2-Data-Ride-Hackathon. Aber was ist das?

Herr Warnke, dieser Hackathon – ich kürze die Bezeichnung einfach mal so ab – findet ja zum ersten Mal statt. Warum heißt er Q2, steht das für zweites Quartal 2026?
Nee (lacht), das steht für Quadratestadt, ursprünglich hatten wir die Zwei hochgestellt. Wir fangen jetzt in Mannheim an und können uns eine Ausweitung über die Stadt hinaus zum Beispiel in die Metropolregion vorstellen. Der Q2-Data-Ride ist nicht als Einmalveranstaltung gedacht. Wir wollen damit ein Netzwerk aus der Wissenschaft, der Stadtverwaltung und der Zivilgesellschaft etablieren und können auf viele Daten zugreifen – zum Teil auch auf exklusives Datenmaterial des Landesministeriums. Wir möchten einen echten Nutzen aus diesem Hackathon ziehen, um den Radverkehr sicherer und komfortabler zu machen.

Wie und wann sind Sie auf die Idee gekommen?
Vor einem guten halben Jahr, eigentlich schon früher. Meine Familie macht alles mit dem Fahrrad, ich habe zwei Kinder im Alter von fünf und acht Jahren. Wir wohnen auf dem Lindenhof in Mannheim. Eigentlich kann man selbst hier den Größeren nicht allein mit dem Fahrrad fahren lassen: zu gefährlich wegen der vielen Autos und des dichten Verkehrs. Beim ADFC Mannheim führen wir laufend Statistiken über die Fahrradunfall-Schwerpunkte, das ist ein Vorläufer dieses Data-Ride-Hackathons. Aktuell wissen wir bereits, wo viele Rad-Unfälle passieren. Aber warum? Liegt es daran, dass dort einfach sehr viele Fahrradfahrer unterwegs sind?

Stimmt, es gibt ja in Mannheim auch diese Zählstellen, beispielsweise auf der Friedrich-Ebert-Brücke. Und ich habe mal gehört, dass die Fahrradstraße zwischen Hauptbahnhof und dem Unteren Luisenpark eine der meistgenutzten Fahrradstrecken ist.
Genau, uns liegen ganz viele Daten vor und die möchten wir besser nutzen, sie zusammenführen und im besten Fall beim Data-Ride-Hackathon noch viel Spaß haben. Normalerweise bringt ein Hackathon junge Computer-Nerds für ein ganzes Wochenende zusammen. Bei uns ist die Gruppe auch altersmäßig bunt gemischt. Wir starten am Freitagnachmittag, gehen danach gemeinsam Essen und sind trotzdem zuversichtlich, unsere Challenges mit etwas Vor- und Nacharbeit zu einem guten Abschluss zu bringen. Die Ergebnisse wollen wir dann auch der Stadtverwaltung und dem Verkehrsministerium zur Verfügung stellen.

Worin bestehen die?
Dazu gehört, zu zeigen, wo die Radvorrangrouten noch Verbesserungsbedarf haben und wo die Radfahrenden tatsächlich unterwegs sind – das würde auch zeigen, wo im Winter prioritär geräumt und gestreut werden sollte. Und, wo Infrastruktur fehlt. Wir denken auch schon weiter in die Richtung, dass wir Freiwillige mit Dashcams ausrüsten, fahren lassen und diese Ergebnisse durch Promovierende auswerten. Es gibt noch viele weitgehend ungenutzte Daten von Nextbike oder aus Mobidata BW und vom Stadtradeln.

Kann man sich noch teilnehmen am Hackathon?
Aktuell sind wir ausgebucht, was uns sehr freut, aber wir führen eine Warteliste. Der Hackathon beginnt mit Grußworten und Impulsvorträgen, unter anderem von Bürgermeister Ralf Eisenhauer und Stefanie Rink, Verkehrsunfall-Expertin vom Statistischen Bundesamt. Staatssekretärin Elke Zimmer vom Landesverkehrsministerium hält ebenfalls einen Vortrag und das Ministerium unterstützt uns. Wir haben auch ein Sponsoring durch die Stiftung CO2 und Cerebricks erhalten und danken der Uni Mannheim, dem ZEW und Smart City Mannheim sowie der ehrenamtlichen Fahrradbeauftragten der Stadt Mannheim, Gabriele Fröhlich, für die Begleitung.

Noch Fragen:

Q2-Data-Ride 2026 Hackathon am Freitag, 24. April, ab 15.30 Uhr im Mannheimer Stadthaus. Weitere Informationen stehen auf der Webseite www.Mannheim. ADFC.de – die Veranstaltung ist aktuell ausgebucht, aber Interessierte können sich weiterhin melden unter arne.warnke@adfc-bw.de und sich auf die Warteliste setzen. Sie sollten am besten ihr Profil für einen nächsten Hackathon hinterlassen.

Zur Person:

Arne Jonas Warnke ist 41 Jahre alt und stammt aus Kiel. Der promovierte Mathematiker lebt seit 2011 in Mannheim und arbeitet als KI- und Data-Science-Spezialist in der Finanzbranche.

Arne Warnke
Arne Warnke
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