Mannheim
Prozess um Schüsse in Kiosk: Ermittler gehen von Auftragsmord aus
Nach den Schüssen in einem Mannheimer Kiosk im Oktober des vergangenen Jahres soll am 8. April der Prozess beginnen: Angeklagt ist ein 26-Jähriger. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen. Was ist an diesem Samstagabend im Herbst passiert? Viele Hintergründe des Verbrechens im Quadrat G7 liegen noch im Dunkeln. Der Angeklagte soll das Kiosk betreten und unvermittelt zwei Schüsse auf den Inhaber abgefeuert haben. Das Opfer ist laut Mitteilung des Mannheimer Landgerichts in der Brust getroffen worden und sofort zusammengesackt. Der 39-Jährige habe lebensgefährliche Verletzungen davongetragen, sei aber durch eine Notoperation gerettet worden, hieß es damals aus dem Polizeipräsidium. Zur medizinischen Versorgung war ein Rettungshubschrauber im Einsatz.
Die Polizei hatte unmittelbar nach der Tat eine Großfahndung eingeleitet. In deren Folge kam es im Stadtgebiet zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen – auch an der Konrad-Adenauer- und Kurt-Schumacher-Brücke nach Ludwigshafen, wo sich der Verkehr staute. In dem neu eröffneten Kiosk wurden Blutspuren gesichert. Vom Täter fehlte zunächst jede Spur. Zwei Wochen später aber dann eine Erfolgsmeldung der Polizei: Im Zuge der Ermittlungen wurde ein 26-Jähriger festgenommen und Haftbefehl erlassen. Seitdem sitzt der Mann in Untersuchungshaft und wartet auf seinen Prozess.
Große Unruhe im Viertel
Die gerichtliche Aufarbeitung des Verbrechens beginnt am Mittwoch. Laut Gericht handelt es sich bei der Tat um einen Auftragsmord. Wer dahinter steckt, ist bislang offenbar unklar. Dem Vernehmen nach hat das Opfer den mutmaßlichen Schützen nicht gekannt. Der Angeklagte, so das Gericht weiter, „habe angenommen, alles für eine Tötung des Nebenklägers Erforderliche getan zu haben, und sei geflüchtet“.
In den Tagen nach der Bluttat herrschte große Unruhe in den G-Quadraten. Viele Gerüchte machten die Runde. Die Polizei war rund um den Tatort unterwegs, um Zeugen zu befragen. Die rot-weißen Luftballons vom Fest zur Eröffnung des Kiosks hingen auch noch Tage später. Bei den Anwohnern hatte sich das Verbrechen schnell herumgesprochen. Eine ältere Frau erzählte damals gegenüber der RHEINPFALZ, dass sie die beiden Schüsse gehört und gesehen habe, wie der Täter geflüchtet sei. Dunkel gekleidet sei er gewesen und eine Kapuze habe er über den Kopf gezogen.
Um Licht ins Dunkel zu bringen, hat das Mannheimer Gericht neun Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für Mitte Mai erwartet.