Ludwigshafen
Pläne für neuen Aldi in Rheingönheim
Es geht um ein Gelände, das aktuell vom Turnverein Rheingönheim (TVR) gepachtet ist oder diesem zum Teil selbst gehört. Der Vorstand hat Pläne entwickelt, wie der Verein von dem Deal profitieren und eine neue Multi-Sportanlage bekommen könnte. In der Einladung zur Mitgliederversammlung am 24. Oktober informiert der Vorstand über die Pläne, die noch von den Mitgliedern abgesegnet werden müssen. Durch die Vermittlung von Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) habe es bereits Anfang des Jahres Gespräche mit Vertretern der Firma Aldi gegeben. Diese hätten ein nach Ansicht des Vorstands interessantes Angebot gemacht, heißt es.
Aldi plane den Bau einer neuen Filiale auf dem Gelände der beiden Tennisplätze, das der Verein schon seit Jahrzehnten von der Stadt gepachtet habe. Dazu werde auch das Areal des Beachplatzes und ein Grundstücksstreifen benötigt, der dem Verein selbst gehört. Im Gegenzug wolle das Unternehmen den TVR entschädigen, indem es den Neubau des Beachplatzes und der Tennisplätze auf dem verbleibenden Grundstück übernehme.
Vorstand betont Chancen
Aus Sicht des Vorstands sei das Angebot deshalb interessant, weil „die Tennisplätze nach Jahrzehnten ihren Zenit weit überschritten haben und klar war, dass hier etwas passieren muss“. Der Pachtvertrag mit der Stadt laufe nur noch im Einjahresrhythmus und könne jederzeit gekündigt werden. Das Ganze sei daher als Chance betrachtet worden, sich weitere Gedanken zu machen. Der mit Sand ausgestattete Beachplatz sei bisher zu wenig genutzt worden. Statt diesen Sandplatz zu verlegen, sei die Idee eines „Outdoor-Multisport-Courts“ entstanden, auf dem neben Tennis auch Handball, Volleyball und Fußball gespielt werden könne. Auf dem restlichen Grundstück des Vereins solle es dazu Spielmöglichkeiten für Shuffleboard (eine Art Eisstockschießen) und Boule geben. Gewünscht sei auch eine Grillhütte zum geselligen Treffen. „Wir müssen in die Zukunft schauen. Weil das ganze Gelände bisher nicht ausreichend genutzt werden konnte, ist es ein Glücksfall, dass sich Aldi hier ansiedeln will“, findet der Vereinsvorsitzende Heinz Zengerle. Es gebe hier die Chance für den Verein, ein völlig neu gestaltetes Gelände zu bekommen und die immer wieder geforderte sportliche Neuausrichtung mit neuen Sportmöglichkeiten zu verwirklichen, meint der Vorstand im Schreiben an die Mitglieder.
Verkauft werden soll an den Discounter auch ein Geländestreifen neben dem Beachplatz, der für die Pläne des Vereins nicht benötigt wird. Mit dem Erlös daraus und der Entschädigung für Beachplatz und Tennisplätze sei die Neugestaltung finanzierbar, die für den Verein einen großen Schritt in die Zukunft bedeuten würde, so der Vorstand. Mit Unterstützung von der Stadtverwaltung seien die Pläne und Verhandlungen inzwischen weit vorangekommen. Realisiert werden könne das Projekt aber nur, wenn die Mitglieder in der anstehenden Versammlung ihre Zustimmung dazu gäben, schreibt der Vorstand, der zu diesem Termin noch mehr Informationen verspricht.
Vorstand hofft auf Zustimmung
„Ich glaube, dass die Mitglieder verstehen, dass wir in die Zukunft schauen müssen“, sagt Zengerle. Das große Gelände sei unansehnlich und zu wenig genutzt gewesen. „Mit dem Multi-Court hoffen wir auch auf eine Volleyball- und eine Basketball-Abteilung“, sieht der Vorsitzende hier die Chance, neue und junge Mitglieder anzuziehen. Bei der Versammlung hoffe er daher auf breite Zustimmung.
„Für mich ist wichtig, dass eine fußläufige Einkaufsmöglichkeit im Ortszentrum neben dem Netto erhalten bleibt und wir kein Loch in der Nahversorgung bekommen. Ich finde den Aldi auf dem TVR-Gelände eine gute Lösung“, sagt Ortsvorsteher Wißmann, der schon länger in die Suche nach einem alternativen Aldi-Standort eingebunden ist. Das neue Filialkonzept mit 1200 Quadratmeter Fläche sei in der bestehenden Filiale Mörschgewanne mangels Platz nicht umsetzbar.