Ludwigshafen Pizzolato fantastico

Antonio Pizzolato trumpfte groß auf am Samstag für den AC Mutterstadt.
Antonio Pizzolato trumpfte groß auf am Samstag für den AC Mutterstadt.

«Mutterstadt.»Eine Zweikampfleistung von 350 Kilogramm hatte Antonino Pizzolato Trainer Dennis Eichner für das Derby gegen den AV 03 Speyer versprochen. Der italienische Nationalheber hielt Wort. Bei seinem ersten Einsatz in dieser Saison für den AC Mutterstadt hatte er maßgeblichen Anteil am Sieg gegen die vier Jahre lang unbesiegte Staffel vom AV 03 Speyer. Dank einer neuen Mannschaftsbestleistung behielten Pizzolato und seine Kollegen mit 890,8:879,6 (2:1) die Oberhand gegen den deutschen Meister. „Ich bin froh, hier wieder auf der Bühne stehen zu dürfen. Das hat mir letztes Jahr schon sehr gut gefallen. Die Kulisse in Mutterstadt ist immer wunderbar. Und wenn ich der Mannschaft helfen kann, dann umso besser“, sagte Pizzolato. Dabei ließ der Polizist aus Rom sogar noch zwei Versuche und acht Kilogramm liegen. Mit 185,4 Kilopunkten war der erst 22-Jährige vor dem Spanier David Sanchez Lopez der mit Abstand beste Heber der Veranstaltung – Pizzolato fantastico. Von Max Lang, der international in der gleichen Gewichtsklasse (bis 81 Kilogramm) startet, gab es hierfür ein Sonderlob: „Diese Leistung in der Bundesliga zu bringen ist schon ein Brett. Wir können froh sein, dass Nino für uns an die Hantel geht. Mit solchen Hebern im Team kann man was reißen.“ Nach einer mehrmonatigen Pause, die ihn die Teilnahme bei den Weltmeisterschaften in Turkmenistan kostete, will der ehemalige Juniorenweltmeister international von sich reden machen. Wie bei seinen AC-Kollegen sind die Olympischen Spielen 2020 in Tokio das große Ziel. Hierfür werden Qualifikationspunkte durch vordere Platzierungen bei der EM oder WM im nächsten Jahr benötigt. Die Norm in seiner Gewichtsklasse beträgt 160 sowie 200 Kilogramm. Seine Bestleistungen sind jeweils zwei Kilogramm mehr. Da will der Modelathlet mit seiner Athletik und perfekten Technik in den nächsten Monaten wieder hin. „Ich kann nachts kaum schlafen. Ich träume jetzt schon von Olympia. Das ist ein gutes Zeichen“, hat Pizzolato Großes vor. Coach Angelo Mannironi begleitete seinen Schützling zusammen mit Freundin Alesssia in die Pfalz. Ausflüge nach Frankfurt und nach Speyer standen auf dem Programm. Mit Pizzolato haben die Mutterstadter Verantwortlichen einen richtig dicken Fisch an Land gezogen. Dabei steht er erst am Anfang einer großen Karriere. Seine Leistungen gehen jetzt schon in die Richtung eines Joto Jotov, der in den 1980er Jahren am laufenden Band 200 Kilopunkte für den ACM in der Bundesliga einbrachte. Pizzolato will nun mithelfen, dass der Traditionsverein wieder an alte Glanzzeiten anknüpft. „Ich will mit Mutterstadt immer gewinnen. Ich bin genauso ehrgeizig wie Max Lang. Den kenne ich von internationalen Wettkämpfen. Das wird hier eine spannende Angelegenheit“, ließ der mit Heberkollege Victor Gainza Spanisch sprechende Italiener übersetzen.

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