Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Pesch-Siedlung: Ortsbeirat Oggersheim stimmt über Grenzverlauf ab

Entwurf für die Pesch-Siedlung: Über die Stadtteilgrenze ist jetzt Klarheit geschaffen worden.
Entwurf für die Pesch-Siedlung: Über die Stadtteilgrenze ist jetzt Klarheit geschaffen worden.

Wird die Heinrich-Pesch-Siedlung Teil des Stadtteils West – oder bleibt sie in Oggersheim? Darüber hat jetzt auch der Ortsbeirat Oggersheim entschieden.

Bis zu 2000 Menschen könnten einmal in der neuen Pesch-Siedlung leben, die genau auf der Grenze zwischen den Stadtteilen West und Oggersheim liegen wird. West hat die wenigsten Einwohner (rund 5700) unter den Stadtteilen, Oggersheim die meisten (rund 25.000). Eine so große Ansiedlung hätte einen neuen Wahlbezirk zur Folge – und bleibt die Grenze wie gehabt, würde der teilweise durch Häuser hindurch verlaufen.

Das ist einer der Gründe, warum die Stadt vorgeschlagen hat, die Stadtteilgrenzen neu zu ziehen und die Pesch-Siedlung dem Stadtteil West zuzuschlagen. Aber auch der Fakt, dass das namensgleiche Heinrich-Pesch-Haus in West liegt und der Zipfel Oggersheims deutlich näher am Zentrum des Stadtteils West liegt als an Oggersheims, sind Argumente der Verwaltung. Der Ortsbeirat Nord, der auch für den Stadtteil West zuständig ist, hatte diesem Vorschlag bereits Ende April zugestimmt. Seitdem lag der Ball im Feld der Oggersheimer.

Kita-Verlust ist wichtiges Thema

Die hörten sich am Donnerstag in ihrer jüngsten Ortsbeiratssitzung noch mal alle Argumente der Stadtverwaltung an. Denn es war nicht im Vorhinein klar, dass die Oggersheimer mitziehen würden – schließlich hatten sie dasselbe Vorhaben vor zwei Jahren bereits abgewiesen. Und auch am Donnerstag schieden sich abermals die Geister. Birgit Stauder (CDU) bedauerte die Pläne, denn schließlich habe Oggersheim die Planungen zur neuen Siedlung von Anfang an begleitet. „Außerdem wäre es schön, wenn wir diesen autofreien Teil in unserem Stadtteil hätten. Auch der Verlust von Kita-Plätzen und einer Grundschule würde Oggersheim wehtun“, sagte Stauder. Denn in der Neubausiedlung soll es eine Kita geben, die Oggersheim – das zu wenige Plätze hat – entlastet hätte. Sollte die Pesch-Siedlung tatsächlich West zugeschlagen werden, müsse man darauf achten, dass diese Verluste kompensiert würden – und dass nicht noch mehr Gebiete abgetreten werden. Johannes Moeller (Grüne) sah das ähnlich. Die Argumentation der Stadt sei zwar in sich schlüssig, doch man habe den Antrag bereits vor zwei Jahren abgelehnt – und wirklich verändert habe sich an den Verhältnissen seither nichts.

Post hat eigene Teilung

Erik Rittmann von der FDP schlug in dieselbe Kerbe. „Wir haben das doch schon einmal diskutiert. Und wenn selbst die Post die Siedlung schon Oggersheim zurechnet, ist der Fall doch klar“, so Rittmann. Dass die Post die Postleitzahl bereits an Oggersheim orientiert hat, wurde von einem Vertreter der Stadt selbst im Rat bekanntgegeben. „Eher sollte man noch das Heinrich-Pesch-Haus zu Oggersheim hinzufügen“, schloss Rittmann.

Ursula König (SPD) erklärte die damalige Ablehnung des Vorstoßes damit, dass sich der Rat überrannt gefühlt habe. „Aber mittlerweile hat sich die Aufregung etwas gelegt. Es gibt ja auch gute Gründe dafür, auch wenn es Oggersheim wehtun würde“, so König. Dass Oggersheim etwas abgebe, ohne etwas zu bekommen, sei bitter, doch man müsse auch bedenken, dass der Arbeitsaufwand für Oggersheim zu bewältigen bliebe. Dieser würde mit mehr Einwohnern nämlich noch weiter steigen.

8:3 Stimmen für neue Grenze

Auch Ortsvorsteherin Sylvia Weiler (SPD) äußerte sich zum Thema. „Die Bedingung ist, dass die Kinder tatsächlich ihre Kita-Plätze haben – und nicht ans andere Ende der Stadt geschickt werden.“ Hintergrund ist, dass die Kita Maria Himmelfahrt in Zukunft geschlossen wird. Die Abstimmung schließlich fiel, im Verhältnis zu den Wortäußerungen, überraschend aus: CDU und SPD (acht Stimmen) votierten für die neue Grenze, Grüne und FDP (drei Stimmen) dagegen.

Damit ist der Weg frei für ein etwas größeres Ludwigshafen-West – und ein etwas kleineres Oggersheim.

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