Ludwigshafen Parkinsel: Ansturm auf Rheinstrand

Der Kiesstrand am Rhein war am Wochenende voll.
Der Kiesstrand am Rhein war am Wochenende voll.
Müllberge bleiben zurück.
Müllberge bleiben zurück.

Die Sommerhitze hat am Wochenende viele Menschen an den Rheinstrand auf der Parkinsel gelockt. Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU) hat die Lage vor Ort beobachtet und fordert das Einschreiten des Ordnungsamts, denn es habe zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Abstandsregeln gegeben. Außerdem klagen Anwohner über Müll, den die Badegäste im Stadtpark hinterlassen haben.

„Der Rheinstrand war proppenvoll“, berichtet Ortsvorsteher Heller, den am Sonntag Anwohner alarmiert hatten. Die vorgeschriebenen Abstände seien kaum eingehalten worden. Heller filmte das Geschehen und wollte per Telefon eine Streife des Ordnungsamts auf die Parkinsel holen. Er habe aber beim Kommunalen Vollzugsdienst niemanden erreichen können.

„So geht das nicht!“, ärgert sich der Ortsvorsteher, der nun den überfüllten Kiesstrand bei der Ortsbeiratssitzung am Mittwochabend im Rathaus thematisieren will. Ordnungsdezernent Andreas Schwarz (SPD) sei ebenfalls zu der Sitzung eingeladen. Es könne doch nicht sein, dass die Stadt alle Feste absage und den Zugang zum Willersinn-Freibad wegen Corona begrenze, gleichzeitig aber vor der Situation auf der Parkinsel die Augen verschließe, meint Heller.

Anwohner: Unhaltbare Zustände

Unterdessen haben sich auch Anwohner bei der RHEINPFALZ gemeldet, die von „unhaltbaren Zuständen“ sprechen. „Hunderte belagern wochenends das Rheinufer und benutzen es als Freibad. Nur gibt es keine Toiletten, sodass die Büsche zum Menschenklo werden. Zudem werden Unmengen an Müll in der Natur hinterlassen oder einfach an die kleinen Papierkörbe gestellt, wo er dann tagelang vergammelt“, berichtet eine Anwohnerin. Teils würden die Badegäste mit Autos in den Park fahren, um dort ihre Gerätschaften wie Pavillons auszuladen. „Die Stadt muss Müllcontainer und Toiletten aufstellen, oder diese Gelage und das Baden verbieten, und stärker kontrollieren, dass nichts in die Natur geworfen wird. Diese kleine Stadtoase kann nicht zur Müllhalde werden“, fordert die Frau. Ähnlich äußerte sich eine weitere Insulanerin.

In der Tat reichen die kleinen Metallmülleimer auf der Promenade nicht aus, um die Abfallmengen zu fassen. Ein Problem dabei: Zwar gibt es entlang der zwei Kilometer langen Promenade viele Behälter, doch die Park- und Strandbesucher frequentieren meist einen Bereich besonders stark und lassen dann den Müll dort liegen, anstatt ihn mitzunehmen oder sich einen weiter entfernten Papierkorb zu suchen.