Ludwigshafen „Ostereiersuche“ auf dem Acker hat ein Ende

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Es ist soweit: Endlich gibt es wieder feldfrischen Pfälzer Spargel. Im vergangenen Jahr gab es das königliche Stangengemüse aufgrund des warmen Frühjahrs extrem früh. 2018 fällt der Start der Spargelsaison aufgrund der kalten Witterung verzögert aus.

Auf dem Dorfmarkt Nieser in Waldsee gibt es seit vergangenem Freitag Spargel. Dieser wird vor dem schönen, sonnigen Wochenende auch gerne gekauft. „Gerade war ein Kunde da, der zehn Kilo gekauft hat, die er mit in die neue Heimat ins Allgäu nimmt. Dort bekomme er nicht so frischen Spargel wie hier in der Pfalz, hat er gesagt“, erzählt Elke Nieser. Ein Großteil der Kunden auf dem Dorfmarkt in Waldsee kauft jedoch kleinere Mengen, denn natürlich werden die Spargel in den kommenden, hoffentlich warmen Wochen, noch günstiger. Nieser selbst isst die weißen Stangen am liebsten klassisch mit Butter oder kombiniert mit Pfannkuchen und Schinken. Während der Saison hat nicht nur der Dorfmarkt in Waldsees an vier Tagen in der Woche geöffnet, sondern auch der Hofverkauf an den restlichen drei Tagen. Hartmut Magin verkauft im Hofladen in der Oggersheimer Straße in Mutterstadt ebenfalls seit dem Wochenende Spargel. Vergangenes Jahr hatte er am 22. März schon mit dem Stechen begonnen. Er verkauft weiße, und bald auch grüne und violette Spargel. „Die violetten sind sogar noch etwas aromatischer als grüner Spargel, die Stangen schmecken leicht süßlich, und sehen auch toll aus, gerade im Salat“, erzählt Magin. Allgemein stellt der Spargelbauer fest, dass mit dem Gemüse immer mehr experimentiert wird. Zwar wird es noch klassisch gekocht, jedoch werde Spargel inzwischen oft gedünstet, auch die Nachfrage nach grünem Spargel steigt. Den Trend zu Spargelvariationen kann Birgit Wolf bestätigen. Seit 1989 verkauft sie bei Maudach an der Umgehungsstraße Obst und Gemüse. Spargel hat sie seit Mitte März im Programm; anfangs allerdings nur solchen, der auf beheizten Feldern gewachsen ist, und den sie zukauft. „Der schmeckt sehr zart, da er keinen Wachstumsstau hat, sondern konstant wachsen kann“, versichert Wolf. Inzwischen verkauft sie aber nur noch eigenen Spargel: Schon für diese Woche rechnet sie bei dem schönen Frühlingswetter mit größeren Erträgen, so dass sie bereits spezielle Angebote verkaufen will. Bis der Spargel aber ohne Folien auskommt, wird es noch eine Weile dauern. Gerade die Nächte seien jetzt oft noch richtig frisch, und auch der Wind würde die zarten Spargelspitzen angreifen. „Die Folie dient als Schutz, wie bei uns die Mütze“, erklärt Wolf schmunzelnd. Sie hofft auf ein schönes Frühjahr und eine gute Spargelernte. „Nicht zu kalt und nicht zu heiß, das ist für die Spargel gut, dann haben die Kunden auch Lust auf das Gemüse“, weiß Wolf aus Erfahrung. Zu den Soßen, die sie zum Spargel anbietet, gibt es auch Rezeptideen: Darin gibt es Hinweise für die Zubereitung von Spargelsuppen, gegrillten und panierten Spargeln. „Das darf man nicht so steif sehen; Spargel lässt sich auf vielerlei Arten genießen“, sagt Wolf. Frank Fischer aus Neuhofen hat mit dem Verkauf eigener Spargel am vergangen Freitag begonnen. Damit ist er 14 Tage später dran als 2017, normalerweise verkauft er zumindest in der ersten Aprilwoche Spargel. Dieses Jahr hat auch ihm das kalte, trübe Frühjahr bislang einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wie es mit den Erträgen weitergeht entscheide alleine das Wetter: Fischer hofft auf stabile Temperaturen und auch nachts auf Plusgrade. Inzwischen verkauft er zum Großteil geschälte Spargel. „Das muss man heute anbieten“, erzählt er. Momentan befindet sich der Spargelhof Fischer außerdem in der Umstellung auf Bio-Anbau. Schon seit zwei Jahren wirtschaftet der Betrieb ohne künstliche Dünge- und synthetische Pflanzenschutzmittel, in zwei Jahren wird er für sein Engagement die Zertifizierung für Bio-Spargel bekommen. „Für uns ist das die Zukunft. Ich wollte noch geschmacksintensiveren, besseren Spargel anbieten, da habe ich mich für die Umstellung entschieden“, erzählt der Direktvermarkter. Armin Kreiselmaier aus Ruchheim erzählt analog zu seinen Kollegen aus dem Landkreis von der sprichwörtlichen Ostereiersuche auf dem Spargelfeld. „Ja, wir haben ab Karfreitag ein paar Spargel gestochen, der Ertrag war aber nicht der Rede wert.“ Mit der Dreifachabdeckung sei es normalerweise üblich, Spargel ab Ende März anzubieten, dieses Jahr half auch das nicht. Dafür steigen jetzt die Erträge kontinuierlich an. Grundsätzlich verzeichnet der Ruchheimer eine steigende Nachfrage nach Spargel, auch im Bereich Grünspargel. Gerade die jüngere Generation frage diese Sorte nach, sie wird gern gegrillt, das machten die Jüngeren leidenschaftlich gern. Und sollte das Frühlingswetter jetzt weiter Fahrt aufnehmen, sind auch die grünen, köstlichen Stangen in Ruchheim ab Mitte nächster Woche reif.

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