Ludwigshafen Oppauer Ortsvorsteher: „Pfalztram muss spürbare Verbesserungen bringen“
Mit Blick nach Berlin erinnerte er an die Bundestagswahl im Februar 2025 und den AfD-Zuwachs. Schwerpunkte seien nun Innere Sicherheit, Migration, Rechtsstaatlichkeit, soziale Gerechtigkeit und digitale Medien. Die wirtschaftliche Unsicherheit werde voraussichtlich weiter anhalten.
Ein zentrales regionales Thema sei das Geothermie- und Lithiumprojekt der Firma Vulkan: Lithium aus Thermalwasser, Wärme für BASF-Dampf, Restwärme fürs Fernwärmenetz der Technischen Werke (TWL). Infoveranstaltungen seien gut besucht gewesen, so Meier. Die Vorbehalte seien groß, die Bodenrüttler hätten letztlich aber keine Schäden verursacht. Zur Grundsteuer verwies Meier auf gestiegene Bescheide, lobte aber das Landtagsgesetz mit unterschiedlichen Hebesätzen für Gewerbe und private Nutzung, das viele entlaste.
Mit Blick auf die Stadtteile sagte er, dass der Bebauungsplan für einen größeren, modernen Lidl am bisherigen Standort beschlossen sei. Fürs Bürgerhaus Oppau seien die Erneuerung der großen Scheibe und des Eingangsbereichs für Mitte 2026 vorgesehen. Meier dankte dem Förderverein und warb um Mitglieder.
Die Pfingstweidezeitung werde von fünf Engagierten und „Pfingstweide Miteinander“ fortgeführt, die Satzung angepasst. „Wie wichtig persönliches Engagement ist, zeigt sich hier besonders deutlich“, betonte Meier. Der dritte Oppauer Musiktag sei erfolgreich verlaufen. Für 28. Februar werde erneut eingeladen, unter anderem zu den Jubiläen des Spielmannszugs (75 Jahre) und des Modernen Blasorchesters (MBO, 15 Jahre).
„Dixiklo ist keine Lösung“
Beim Gelände am Schwanenweiher in Edigheim stehe der Verkauf mit Auflage der Weiterveräußerung an die Stadt bevor, so Meier. Grenzfragen verzögerten den Abschluss. Der Ortsbeirat sei für eine schnelle Übernahme. „Ich habe schon mehrmals gefordert, diesen Prozess endlich abzuschließen und bereits jetzt mit der Überplanung des Areals zu beginnen und keinesfalls abzuwarten, bis auch das letzte Detail geklärt ist“, sagte Meier. Auf dem Friedhof in Edigheim habe es Beschwerden über die defekten Toiletten gegeben, als Übergang diene ein Container. Das Ziel bleibe die Reparatur der Abwassergrube. „Ein Dixiklo ist keine Lösung über Monate“, so Meier. Alternative Bestattungsformen wurden erweitert.
Ärztehaus ein Gewinn
Der Kulturverein „Fontäne“ sei in die nördlichen Stadtteile umgezogen und fördere Begegnung sowie Kultur- und Religionsdialog. Das Mitte 2025 eröffnete Ärztehaus Oppau sei ein Gewinn. „Ich bin froh, nach all den Jahren der Planung und der Standortfrage, dass wir nun endlich den Bürgern der nördlichen Stadtteile einen vielfältigen und barrierefreien Zugang zur medizinischen Versorgung bieten können.“
Für die Kita Regenbogen in der Pfingstweide seien Abriss und Neubau geplant, Container stünden bereit, die Platzzahl solle von 50 auf 100 steigen. Die Stadtteilkerwen seien ohne größere Probleme verlaufen.
Zum „Pfalztram“-Projekt der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) meinte Meier, dass eine Linie Oppau, Edigheim und Pfingstweide verbinden könne. Er forderte Infoveranstaltungen in allen Stadtteilen und will seine Zustimmung davon abhängig machen, ob die „Pfalztram“ spürbare ÖPNV-Verbesserungen bringe.
„Perfekter Start ins neue Jahr“
Das Einkaufszentrum Pfingstweide leide unter der Ende November wegen Brandschutzmängeln geschlossenen Tiefgarage, die Verantwortung liege bei den Privateigentümern. In Edigheim sei der Bereich Oppauer Straße und Bürgermeister-Fries-Straße gegenüber der Grundschule durch illegalen Müll zum Schandfleck geworden. Wegen komplexer Zuständigkeiten sei eine Lösung schwierig.
Das Gemeinschaftshaus Pfingstweide solle 2026 abgerissen werden, ab 2027 plane die Wohnungsbaugesellschaft GAG dort rund 90 Wohnungen, idealerweise mit einem Multifunktionsraum für Vereine. Die alte Kita in der August-Bebel-Straße soll als Ausweichquartier für die Oberlin-Kita erhalten bleiben, wenn diese abgerissen wird. Zum Abschluss bekräftigte Meier, sich weiterhin mit ganzer Kraft für die Belange der Menschen in Oppau, Edigheim und Pfingstweide einzusetzen.
Einer der Höhepunkt des Abends unter den Augen des neuen Oberbürgermeisters Klaus Blettner (CDU) war die besondere Version des Pfalzlieds der „Anonyme Giddarischde“ (Original: „Annerschdwu is annerschd“) von Marcus Dörr. Vom MBO begleitet, hörte sich sein Refrain so an: „Hier im Bürgerhaus in Oppau, alla Prost ihr Leit, des war’s“. Zur Belohnung gab’s für den Sänger viel Beifall und eine herzliche Umarmung von Meier.
Kommentar eines Gastes nach dem Empfang: „Ein rundum gelungener und sehr angenehmer Nachmittag. Viele gute Gespräche, herzliche Begegnungen und eine tolle Atmosphäre. Solche Veranstaltungen zeigen, wie lebendig und engagiert unsere Stadtteile sind. Ein perfekter Start ins neue Jahr.“