Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Wie sich die Arminia beim 1. FC Kaiserslautern verkaufen will

Kevin Selzer (rechts) im Spiel gegen den FC Rot-Weiss Koblenz.
Kevin Selzer (rechts) im Spiel gegen den FC Rot-Weiss Koblenz.

Der FC Arminia Ludwigshafen steht aktuell mit einem Bein in der Verbandsliga. Gerade jetzt muss er zum Oberligaprimus 1. FCK II. Arminias Co-Trainer ist zurück auf dem Feld.

Von neun Partien im Jahr 2026 hat Oberligist FC Arminia Ludwigshafen lediglich zwei gewonnen. Das führte den FCA schnurstracks in den Tabellenkeller. Derzeit belegen die Schwarz-Weißen Rang 16, der definitiv den Abstieg bedeutet. Die Konkurrenz ist zwar noch in Schlagdistanz, aber am Samstag (16 Uhr) dürfte sich die Situation zuspitzen: Die Arminia gastiert bei Spitzenreiter und Regionalliga-Aspirant 1. FC Kaiserslautern II. „Bei der besten Mannschaft der Liga wartet eine Herkulesaufgabe auf uns“, sagt der spielende Co-Trainer Kevin Selzer.

Der 32-jährige Routinier stand am vorigen Samstag beim 1:1 gegen Rot-Weiß Koblenz zum ersten Mal nach der Winterpause auf dem Feld. Sein letzter Einsatz zuvor datiert vom 6. Dezember, als die Arminia gegen Hertha Wiesbach zu Hause 1:1 spielte. „Ich hatte mit einer langwierigen Reizung der Patellasehne zu kämpfen, zum Glück wurde der Meniskus nicht in Mitleidenschaft gezogen“, berichtet Selzer. Als ihm ein Sport-Orthopäde aus Heidelberg vergangenen Woche grünes Licht für einen Einsatz gab, lief der erfahrene Abwehr- und Mittelfeldspieler als zentraler Akteur einer Fünferkette auf und stabilisierte die Deckung. „Nach dem Spiel war ich ziemlich platt“, räumt der Rechtsfuß nach anstrengenden 90 Minuten ein.

Gimmy im Urlaub

In dieser Woche steigt Selzer zum Boss auf Zeit auf, Cheftrainer Ralf Gimmy weilt in Urlaub. „Der war lange geplant und mit der Arminia besprochen, als ich zugesagt habe“, erklärte der Coach vor seiner Abreise. Zum Spiel in Kaiserslautern wird er aber wieder zurück sein. „In dieser Woche leiten Frank Wieschalla und ich das Training. Man merkt, dass Frank schon mehrere Jahre als Coach gearbeitet hat. Er bringt große Expertise und viel Erfahrung mit, zudem kann er der Mannschaft neue Impulse geben“, ist Selzer froh über die Unterstützung.

Ein Patentrezept. um in Kaiserslautern zu bestehen, gebe es nicht. „In erster Linie kommt es auf eine gute Defensivarbeit an. Wir müssen kompakt verteidigen und dürfen die Ordnung nicht verlieren“, nennt Selzer Punkte, auf die es ankommt. Keine andere Mannschaft in der Liga erkenne und nutze freie Räume besser als der FCK. Die dürfe man den Roten Teufeln nicht gewähren. Diese Einschätzung spricht erneut für eine Fünferkette. „Vielleicht können wir Kaiserslautern ärgern, indem wir nach Ballgewinnen schnell und zügig nach vorne spielen“, überlegt der spielende Co-Trainer.

Viele Verletzte

Wie die meisten anderen Menschen im Dunstkreis des FC Arminia hat auch Selzer nicht erwartet, dass das Team so tief in den Abstiegskampf verstrickt sein werde. Es habe zu viele Faktoren gegeben, die Einfluss auf den Saisonverlauf genommen hätten. Das Fehlen klarer Strukturen und die großen Leistungsschwankungen, von denen die Gegner profitiert hätten, seien zwei Beispiele von vielen. „Wir müssen Ziele setzen, die Motivation stärken und Zuversicht vermitteln“, sagt der 32-Jährige und hat die Flinte längst noch nicht ins Korn geworfen. Es glaube immer noch fest dran, dass die Arminia den Klassenverbleib schafft.

Ein weiterer Grund für die schlechte Performance ist die Verletztenmisere. Philip Krischa, Leon Zinnicke und Sebastian Beikert fehlen auch in Kaiserslautern. Hinzu kommen Jannik Dörr und wohl auch Martin Amoako, die in der Rückserie noch nicht oder kaum gespielt haben. „Zu allem Unglück hat sich Malte Moos die Hand gebrochen“, klagt Selzer. Der Leistungsträger, der bei seinem Comeback gegen RW Koblenz als Torvorbereiter in Erscheinung trat, kann vielleicht mit Schiene auflaufen. Wieder dabei gegen seinen Ex-Verein ist Yakup Polat, der seine Gelb-Rot-Sperre verbüßt hat. Ob der an der Leiste lädierte Wal Fall mitwirken kann, entscheide sich kurzfristig.

Gute Zeit mit Hildmann

Kevin Selzer, der mit Ehefrau Patricia und dem vierjährigen Sohn Ben in Neuhofen wohnt, schätzt den kurzen Weg zum Arminia-Gelände. „Da kann man auch mal mit dem Fahrrad kommen“, sagt der Finanzbuchhalter. Begonnen mit dem Fußball hat er beim VfR Friesenheim, dann wechselte er zum SV Waldhof. Ab der U17 ging es zum FSV Mainz 05, wo er in der A-Jugend auch als Linksverteidiger auflief, was seine Variabilität unterstreicht. Nach der Jugendzeit spielte er bei Phönix Schifferstadt, weil er der Berufsausbildung Vorrang einräumt.

„Eine überragende Zeit habe ich beim SC Hauenstein verbracht“, blickt der Allrounder zurück, der dort erstmals in der Oberliga auflief und unter Trainer Sascha Hildmann Stammspieler war. „In der Saison 2014/15 klopfte Hauenstein ans Tor der Regionalliga. Sehr schön und erfolgreich sei es auch beim TuS Mechtersheim gewesen, wo unter Coach Manfred Schmitt der Aufstieg in die Oberliga gelang. In den vergangenen fünf Jahren fungierte Selzer als Spielertrainer der FG 08 Mutterstadt. Dort entwickelte er im Verbund mit seinem Trainerkollegen Marco Malizia die Mannschaft sukzessive weiter und führte sie in die Landesliga.

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