Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Warum Torhüter Peter Klug für den FC Arminia so wichtig ist

Torhüter Peter Klug spielt bereits seit 2011 mit Unterbrechungen in der Oberliga.
Torhüter Peter Klug spielt bereits seit 2011 mit Unterbrechungen in der Oberliga.

Torhüter Peter Klug hat 168 Oberligaspiele für den FC Arminia Ludwigshafen absolviert. Warum der 35-Jährige so wichtig für die Mannschaft von Trainer Marco Laping ist.

An das Hinspiel gegen den FC Emmelshausen-Karbach hat der FC Arminia Ludwigshafen keine guten Erinnerungen. Mit 2:5 ging die Partie verloren, dazu sah Kapitän Ricardo Antonaci eine höchst umstrittene Rote Karte. Nach dieser Niederlage war der FCA Tabellenletzter, was sich inzwischen jedoch geändert hat. Unter dem neuen Trainer Marco Laping gab es aus den ersten beiden Spielen nach der Winterpause vier Punkte, mit denen sich die Schwarz-Weißen auf den 13. Tabellenplatz verbesserten, punktegleich mit dem Elften. Am Samstag, 15.30 Uhr, gastiert die Arminia zum Rückspiel in Karbach. Es ist das dritte Auswärtsspiel in Folge.

Und auch wenn der Gastgeber Tabellenvierter ist und bei fünf Zählern Rückstand auf den FK Pirmasens noch Chancen auf Rang zwei und die Aufstiegsspiele hat, sind die Arminen nicht chancenlos. „Wir haben an Selbstvertrauen gewonnen und können auf das Team zurückgreifen, das in Gonsenheim überzeugt hat“, betont Laping. Fabian Marx und Hasan Yalcinkaya sind wieder ins Training eingestiegen, dazu hat Philip Krischa seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen. „Ich habe noch keine Idee, wie ich ihn einbauen könnte“, überlegt der Coach. Er mache sich auch Gedanken darüber, wie er Lukas Hartlieb integrieren kann, der seine Aufgabe als Einwechselspieler zweimal gut gelöst habe.

Wichtig für die Kabine

Ein Grund für die aktuell gute Performance der Arminia ist Torwart Peter Klug. Der 34-jährige Keeper ist eine Institution in Rheingönheim und hat für die Arminia 168 Oberligaspiele bestritten. Mehr hat kein Torhüter des FCA auf seinem Einsatzkonto. Hinzu kommen noch mal rund 100 für den Nachbarn TuS Mechtersheim. Klug hat also alles erlebt, ihn kann nichts mehr überraschen. „In Gonsenheim hat er eine sehr gute Leistung abgeliefert, auch in Dudenhofen. Peter besticht mit seiner Ruhe, hat eine gute Ausstrahlung und ist fußballerisch stark, was uns beim Spielaufbau hilft“, beschreibt Laping die Qualitäten des Routiniers.

Dabei sei Klug ein Akteur, der Training brauche und in der Vorbereitung auf die Rückserie etwas Zeit benötigte, um in Topform zukommen. „Peter ist auch sehr wichtig für die Kabine“, verdeutlicht der Übungsleiter, der neben dem Langzeitverletzten Sebastian Beikert weiter Jannik Dörr (Fingerbruch) und Kevin Selzer (Kreuzbanddehnung) ersetzen muss. Klug, der früher schon unter Laping trainiert hat, nennt den Coach einen wichtigen Faktor für den Erfolg. „Seine Arbeit trägt erste Früchte. Mit seinem Assistenten Matteo Monetta bildet er ein super Gespann“, attestiert der Torwart den Trainern gute Arbeit.

Seit 15 Jahren in der Oberliga

Am 15. Oktober 2011 stand Peter Klug in Hauenstein erstmals in der Oberliga zwischen den Pfosten. „Es war meine erste Saison, in der ich anfangs verletzt war. Dann habe ich Michael Hauk abgelöst“, erinnert sich der 34-Jährige. Der damalige Torwartkollege ist längst zum engen Freund geworden, zumal Hauk seit etlichen Jahren der Torwarttrainer der Arminia ist. Klug bildet mit dem 29-jährigen Kevin Urban ein kongeniales Duo. Sie sind keine Kontrahenten, sondern dicke Freunde, bilden mit Hauk ein Trio, zwischen das kein Blatt Papier passt. „Eine einmalige Konstellation, die es so wohl kein zweites Mal geben wird“, vermutet der erfahrene Torwart.

Seinen zweijährigen Abstecher zur TSG Deidesheim, mit der er in die Bezirksliga aufstieg, sei kein Fehler gewesen. Der Anlagenmechaniker hatte sich die Entscheidung reiflich überlegt und steht dahinter. „Ich habe die Arminia damals ausschließlich aus zeitlichen und privaten Gründen verlassen“, sagt der Schlussmann. Der in Ruppertsberg aufgewachsene Klug wollte seine Laufbahn 2023 keineswegs ausklingen lassen und spricht von „von zwei sehr schönen Jahren in Deidesheim“. In der Oberliga zu spielen hatte er aber schon ein bisschen vermisst, was sein Wiedereinstieg bei seinem Herzensclub Arminia im vorigen Sommer belegt. Außerdem sind die Kumpels Urban und Hauk noch da.

Im positiven Sinn verrückt

Der Mann mit der Rückennummer 1 gilt als positiv verrückt, ist ein umgänglicher Mensch, ein cooler Typ und eine gestandene Persönlichkeit. Inzwischen lebt er mit seiner Verlobten Viviane im nordbadischen Ketsch. Er hat eine sechsjährige Tochter und seine Partnerin einen vier Jahre alten Sohn. „Ende Juni bekommt Viviane unser erstes gemeinsames Kind, ein Mädchen. Wir sind sehr glücklich“, berichtet Klug, wobei Stolz und große Vorfreude aus seinen Worten herauszuhören sind. Vermutlich ist dies eine Erklärung für seine derzeit gute Form, die sich an 180 Minuten ohne Gegentore aus dem Spiel heraus ablesen lässt.

Das Niveau der Oberliga sei zwar in den vergangenen 15 Jahren gesunken, geblieben sei aber, dass viele Teams physisch stark sind und die Leistungsdichte hoch ist. „Auch das Torwartspiel hat sich verändert. Bei Eckbällen gibt es eine Vollversammlung im Fünfmeterraum, Torhüter genießen keinen besonderen Schutz mehr“, hat Klug festgestellt. Auf das Aufbauspiel, in das die Keeper immer mehr eingebunden sind, werde großen Wert gelegt. Flach aus der Defensive zu spielen sei heute eine weit verbreitete Vorgehensweise. „Da muss man das Risiko binnen Sekunden abwägen“, sagt die Nummer 1. Mit seiner Routine sollte ihm das gelingen.

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