Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar: Arminia Ludwigshafen beim FK Pirmasens

Luft nach oben: Julian Malburg von Arminia Ludwigshafen, hier gegen TSV Gau-Odernheim.
Luft nach oben: Julian Malburg von Arminia Ludwigshafen, hier gegen TSV Gau-Odernheim.

Schon mit dem Rücken zur Wand, und jetzt wartet auf Arminia Ludwigshafen auch noch eine der schwersten Aufgaben überhaupt. Ein Talent führt eine Rangliste an.

Der akut abstiegsbedrohte Fußball-Oberligist FC Arminia Ludwigshafen steht vor einer Herkulesaufgabe. Am Samstag (14 Uhr) gastieren die Rheingönheimer beim Tabellenzweiten FK Pirmasens, der am Mittwoch das vorgezogen und schwere Auswärtsspiel beim FV Engers 3:2 gewann. Gut möglich, dass der FCA nach der Saison den Westpfälzern die Daumen drückt. Das wäre der Fall, wenn der FKP als Vizemeister um den Aufstieg in die Regionalliga spielte, und würde bei positivem Ausgang dem Oberliga-15. den Ligaverbleib bescheren. Doch das ist noch Zukunftsmusik, zumal die Arminen erst einmal Rang 15 erreichen müssen.

„Unsere Torausbeute ist zu gering, aber es ist ja nicht so, dass wir uns keine Möglichkeiten erspielen würden. Ich sehe uns nicht chancenlos, auch wenn die Aufgabe extrem schwierig ist“, sagt Arminia-Trainer Ralf Gimmy. Der 65-jährige Coach hat viele gute Bekannte in Pirmasens und hegt Sympathie für den samstäglichen Gegner. „Zu Saisonbeginn war ich dort und habe im DFB-Pokalspiel gegen den HSV mitgefiebert“, berichtet Gimmy. Pirmasens habe eine erfahrene Mannschaft mit zahlreichen individuell starken Einzelspielern. Deshalb müsse man geschlossen dagegenhalten. „Wir müssen nach der Niederlage gegen Cosmos Koblenz wieder Selbstvertrauen aufbauen und dürfen nicht den Glauben an uns verlieren“, fordert der Übungsleiter.

Mauern, sich einigeln, dies käme nicht in Betracht. „Wir haben die Basics verbessert und es ist ein Teamgeist zu erkennen“, hat Gimmy festgestellt. Allerdings muss er die gesperrten Ricardo Antonaci und Kevin Selzer ersetzen. Außerdem musste Philip Krischa beim Aufwärmen vor dem Spiel gegen Koblenz passen. Ob es für am Samstag reicht, ist fraglich. Jedenfalls ist Leon Zinnicke wieder an Bord, ebenso Jannik Dörr. „Jannik hat seine Sache nach der Einwechslung gut gemacht“, attestiert der Trainer. Links defensiv hat er die Wahl zwischen Julian Malburg und A-Junior Luis Moog, der gegen Koblenz den Vorzug erhielt und nur deswegen ausgewechselt wurde, weil er mit einer Gelben Karte vorbelastet war.

Beim 1. FC Kaiserslautern

Malburg hat den Durchbruch bei der Arminia noch nicht geschafft. Er hat zwar 19 von 31 möglichen Oberligapartien bestritten, stand aber nur siebenmal in der Startformation, und über 90 Minuten wurde er lediglich dreimal eingesetzt. Ganz überraschend ist das nicht, denn der Linksverteidiger spielt in seiner ersten Saison bei den Erwachsenen und ist erst 20 Jahre alt. Damit ist er nach Leon Zinnicke und Yassin Memokoh der jüngste Akteur im Kader. Eine Vorlage in der Oberliga und ein Tor im Verbandspokalspiel in Hüffelsheim stehen für ihn zu Buche. Eine ausbaufähige Bilanz.

Dabei hat der talentierte Verteidiger, der in Mannheim wohnt, in der Jugend bei vielen großen Vereinen der Region gespielt. „Angefangen habe ich beim TSV Wieblingen, einem Stadtteilverein von Heidelberg. Danach habe ich die Trikots von SV Waldhof, Wormatia Worms, 1. FC Kaiserslautern und FSV Mainz 05 getragen“, berichtet Malburg, der meist die Position des linken Verteidigers bekleidete. In den Nachwuchsleistungszentren der Profiklubs herrsche ein großer Druck, weil die Konkurrenz riesig sei. Ehrgeiz ist der Grundstein für den Erfolg und den hat Malburg, denn er ist beim FCA in jedem Training und gibt Gas.

„Im Leistungsbereich sind alle gut ausgebildet, da ist die Durchlässigkeit nach oben gering“, verdeutlicht der Abwehrspieler. Malburg empfiehlt jungen Fußballern, den Grundlagenbereich, also etwa bis zur U15 in einem Verein in der Nähe zu absolvieren, weil da die Spielanteile deutlich höher seien, was der Entwicklung guttue. Dennoch seien es tolle Jahre gewesen. „Bei Mainz 05 war es am schönsten“, sagt Malburg. Dort traf er mit heutigen Bundesligaprofis wie Brajan Gruda (derzeit RB Leipzig), Nelson Weiper, Maxim Dal (beide Mainz), Lovis Bierschenk (SV Waldhof), Dennis Kaygin (FC Ingolstadt) oder Aiman Dardari (Greuther Fürth) zusammen.

Julian Malburg wird in der Physiotherapie Atros Reha in Mannheim, dem Betrieb seines Vaters, zum Sport- und Fitnesskaufmann ausgebildet. Eine gute Idee, denn trotz seiner fußballerischen Vita und seinem Ziel, die Regionalliga zu erreichen, ist der Weg nach oben sehr steil und steinig. Trainer Gimmy jedenfalls hält viel von ihm. „Julian ist ein netter Typ, ich mag ihn, auch wenn er mitunter einen Tritt in den Allerwertesten braucht und an seiner Teamfähigkeit arbeiten muss“, beschreibt der Coach den Mann mit der Rückennummer 18, der bei der Arminia noch bis zum Sommer 2027 unter Vertrag steht.

Beim Namen Malburg wird der eine oder andere stutzen, denn im Corona-Jahr 2020 spielte sein Bruder Adrian bereits beim FCA. Mit Erfolg, denn bis zum Abbruch der Runde bestritt er alle neun Partien, stand achtmal in der Startelf. „Julian ist das größere Talent, Adrian hat sich vieles erarbeiten müssen und hat mehr Biss als sein Bruder“, erläutert Gimmy, der auch damals die Arminia trainierte. Dass beim „kleinen Malburg“ noch Luft nach oben und ein Sprung nach vorne möglich ist, belegt folgende kleine Geschichte: Gimmy vergibt im Training Punkte für Sprints, Spielformen oder das Siegerteam beim Abschlussspiel. Am Saisonende gibt es für den Sieger ein kleines Geschenk. Der Führende in der Wertung ist Julian Malburg.

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