Ludwigshafen Nie aufgegeben

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Anvil schafft es vielleicht doch noch. Die Heavy Metal Band aus Kanada ist unter Kennern angesehen, hat aber nie den Durchbruch geschafft. Erst ein Film über ihr Scheitern erregte Aufsehen – und jetzt ist die Band auf Tour in Europa. Bei der traten die Musiker nun im 7er Club in Mannheim auf. Wer da war versteht, warum sie nie aufgegeben haben.

„Anvil! Anvil!“ Sprechchöre und hochgereckte Teufelshörner begrüßen Gitarrist Steve „Lips“ Kudlow, Schlagzeuger Robb Reiner und Bassist Chris Robertson. „Wir sind Anvil und wir spielen Heavy fucking Metal!“ schreit Lips ins Publikum. Und schon geht es los. Laut, mit krachender Gitarre, donnerndem Double-Bass Schlagzeug und einem bollernden Bass. Daran ändert sich den Abend über nichts mehr. Lips strahlt durchgängig wie ein Kind unterm Christbaum, beim „Singen“ oder auch beim Gitarrensolo. Viel Stimme hat er nicht, aber das ist egal, die Melodien werden eh nur auf zwei, drei Tönen geschrien. Anvil hat fast im Sandkasten angefangen, heute ist Lips 62 Jahre alt. Er und Reiner kennen sich seit Kindergarten-Zeiten. Als sie den Rock ’n’ Roll entdeckten, schworen sie sich: Wir machen Musik. Und werden berühmt. 1978 stand die Besetzung, die Band hieß Lips und spielte in Clubs. 1981 bekam die Band einen Plattenvertrag, nannte sich um – aber dann geriet sie an einen Manager, der nichts von Heavy Metal verstand und sich auch keine Mühe gab. Mit „Metal on Metal“ veröffentlichten Anvil 1982 ein Album, das die Metal-Szene aufhorchen ließ. Bis dahin waren es britische Bands, die das Genre definierten, doch jetzt wurden Anvil auf der anderen Seite des Atlantiks zu Vorreitern des Speed- und Thrash-Metal. In der späteren Filmdokumentation berichten Musiker wie Lars Ulrich (Metallica), Scott Ian (Anthrax) und Tom Araya (Slayer), dass Anvil ihnen wesentliche Impulse gegeben hätten. Doch während all die Jüngeren den internationalen Durchbruch schafften, kam Anvil nicht vom Fleck. Dazu sagt Lemmy Kilmister (Motorhead) im Film: „Du musst zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.“ Der Film „Anvil! Die Geschichte einer Freundschaft“ zeigt hingegen, wie Lips und Reiner naiv auf unfähige Möchtegerns vertrauen, sich auf eine unorganisierte Tour begeben, Auftritte verpassen und alles, was schief gehen kann, auch schief geht. Aber er zeigt auch, dass die beiden sich immer wieder zusammenraufen und ihren Traum nicht aufgeben. „Wer von euch hat den Film gesehen?“, fragt Lips im 7er-Club und fast die Hälfte der Zuhörer meldet sich. Tatsächlich gibt es in Deutschland schon lange die größte Anvil-Fangemeinde. Im Club sind dann viele ältere Stücke zu hören, aber auch Neues aus dem im Januar erschienenen Album „Pounding the Pavement“. Und das rockt und macht einfach Spaß.

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